Ernst Fuhrmann (Ingenieur)
Ernst Fuhrmann (* 21. Oktober 1918 in Wien, Österreich; † 6. Februar 1995 in Teufenbach, Österreich) war bei Porsche bis 1956 Leiter des Motorenversuchs und nach Rückkehr von 1972 bis 1980 Vorstandsvorsitzender.
Leben
Nach dem Besuch der Grundschule in Wien besuchte Fuhrmann das Gymnasium. Von 1936 bis 1941 studierte er an der Technischen Hochschule. Nach dem Dienst in der Wehrmacht und verschiedenen Tätigkeiten in Österreich kam er 1947 zu Porsche. 1950 (im gleichen Jahr, als er seine Frau Elfriede heiratete) promovierte Ernst Fuhrmann über Ventiltriebe bei schnelllaufenden Verbrennungsmotoren.
Neben anderen Projekten hatte Fuhrmann 1952/53 wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Porsche-Motors Typ 547, der heute als „Fuhrmann-Motor“ bekannt ist. Dieses Aggregat ist ein Vierzylinder-Boxermotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen je Zylinderbank, die durch Königswellen angetrieben werden.
1956 verließ Fuhrmann die Firma Porsche und übernahm die technische Entwicklung bei Goetze, einem Spezialisten für Kolbenringe. 1971 kehrte er zu Porsche zurück, zunächst als Technischer Geschäftsführer und ab 1972 als Vorsitzender des Vorstandes des inzwischen vom Familienbetrieb zur AG umgewandelten Unternehmens. Seine Amtszeit war gekennzeichnet durch die Einführung von wassergekühlten Frontmotoren in Porsche 924 und Porsche 928 sowie Abkehr vom klassischen luftgekühlten Heckmotor-Porsche 911, obwohl dieses bereits 1963 vorgestellte Modell ab 1972 im Motorsport mit Gesamtsiegen und Weltmeisterschaften äußert erfolgreich wurde, nach Einführung von Carrera RS, Turbo und Porsche 935.
Die erfolglose Modellpolitik von Fuhrmann, mehrere Produktlinien für einen kleinen Hersteller und anstehende Streichung des Zugpferdes 911, war nicht unumstritten. Fuhrmann wurde zum 31. Dezember 1980 als Vorstandsvorsitzender abgelöst.[1] Sein Nachfolger, der Deutschamerikaner Peter W. Schutz, setzte wieder auf den 911er und auch auf den kundenfreundlichen Top-Motorsport, mit Entwicklung des Porsche 956.
1977 wurde Fuhrmann Honorarprofessor an der Technischen Universität Wien. Er war im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft.
Literatur
- Boschen/Barth: Das große Buch der Porsche-Typen. 2. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01284-7
- Österreich-Lexikon beim Projekt AEIOU
Einzelnachweise
- ↑ Achim Kubiak: Faszination 911. Bielefeld: Delius Klasing 2004. ISBN 3-7688-1581-1, dort S. 119.