Ernst Fiedler (Mathematiker)

Ernst Wilhelm Fiedler (* 22. Juli 1861 in Chemnitz; † 6. Oktober 1954 in Zürich) war ein Schweizer Schulleiter und Mathematiker.

Leben

Er wurde als Sohn des deutsch-schweizerischen Mathematikers Wilhelm Fiedler geboren. 1864 zog die Familie nach Prag. Nachdem sein Vater 1867 einen Ruf des Polytechnikums Zürich auf einen Lehrstuhl für Darstellende Geometrie erhalten hatte, wechselte die Familie nach Zürich. 1875 erhielten die Familienangehörigen die Schweizer Staatsbürgerschaft. Nach dem Besuch eines Gymnasiums studierte er Mathematik am Polytechnikum Zürich, wo er Vorlesungen seines Vaters sowie von Ferdinand Georg Frobenius und Carl Friedrich Geiser hörte. 1882 wechselte er an die Berliner Universität, wo er Lehrveranstaltungen von Ernst Eduard Kummer, Hermann von Helmholtz und Karl Weierstraß besuchte. Zwei Jahre später ging er an die Universität Leipzig; dort wurde er 1885 mit der Schrift Über eine besondere Klasse irrationaler Modulargleichungen der elliptischen Funktionen bei Felix Klein und Wilhelm Scheibner promoviert.[1]

Anschließend wurde er Dozent am Polytechnikum und Lehrer an der Kantonsschule Zürich. 1889 wurde er Professor für Mathematik an der Industrieschule in Zürich. Fiedler war maßgeblich an der Entwicklung der Schule beteiligt, insbesondere nachdem er 1904 deren Direktor geworden war, die Schule umstrukturiert und in Oberrealschule umbenannt wurde. Er hatte dieses Amt bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1926 inne. Nachdem er sich aus der mathematischen Forschung zurückgezogen hatte, publizierte er noch einige Schulbücher über darstellende Geometrie und pädagogische Schriften.

1881 trat er in die Schweizer Armee ein und wurde mit 43 Jahren deren jüngster Oberst. Von 1889 bis 1923 lehrte am Polytechnikum (ab 1911 ETH Zürich) Ballistik und Schiesstheorie.

Einzelnachweise

  1. Ernst Wilhelm Fiedler im Mathematics Genealogy Project (englisch) abgerufen am 24. November 2025.  Vorlage:MathGenealogyProject/Wartung/id verwendetVorlage:MathGenealogyProject/Wartung/name verwendet