Ernst Bartl

Ernst Bartl (* 13. März 1899 in Preßnitz, Österreich-Ungarn; † 21. Januar 1972 in Marktredwitz) war ein deutscher Politiker (SdP, NSDAP). Von 1938 bis 1945 war er Bürgermeister der Bezirksstadt Eger und ab 1942 Bundesvorstand des Vertriebenenverbands Eghalanda Gmoi. Nach der Vertreibung aus der wiedergegründeten Tschechoslowakei setze er sich in der Bundesrepublik Deutschland für die Heimatpflege des Egerlandes ein.

Leben

Ernst Bartl stammt aus dem böhmischen Teil des Erzgebirges. Er betrieb als Kaufmann ab 1923 in Eger in der Tschechoslowakei ein Uniformgeschäft, das größte im Sudetenland, das laut zeitgenössischen Quellen Uniformhaus genannt wurde.[1] 1941 wurde er Inhaber der 1. Egerer Uniformformierungs-Anstalt Anton Michl's Nachf. Ernst Bartl, die ihren Sitz am Adolf-Hitler-Platz 6 in Eger hatte.[2] In Eger war er auch auf kommunalpolitischer Ebene für die SdP[3] als Stadtrat und Ratsherr aktiv. Nach dem Tod von Richard Siegl am 8. Juli 1942 wurde er zum Bundesvorsteher („Bundesvüarstäiha“) der Eghalanda Gmoin ernannt.[4] Bartl beantragte nach der Annexion des tschechoslowakischen Sudetenlandes durch das Deutsche Reich am 2. Januar 1939 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. November 1938 aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.657.310).[5] Er wurde NSDAP-Kreishauptstellenleiter und an der Seite des Oberbürgermeisters Siegbert Schneider Bürgermeister von Eger.

Nach Kriegsende kam er 1945 als Heimatvertriebener über Baden-Württemberg nach Bayern. Am 27. August 1950 war er, seinerzeit wohnhaft in Geislingen an der Steige, bei der Wiedergründung der Eghalanda Gmoin in Schwäbisch Hall dabei und dort fortan abermals bis zu seinem Tod als Bundesvorsteher tätig.[4] Er war Mitinitiator des Egerland-Verlags, der Stammeszeitschrift „Der Egerländer“, des „Egerländer Landtags“ und des Egerland-Kulturhauses, das erst nach seinem Tod in Marktredwitz eröffnet wurde.

Schriften

  • Zur Siedlungsgeschichte des Egerlandes. In: Unser Egerland, 1939/40, S. 78–79.
  • Egerland einst und jetzt. Egerland-Verlag, Geislingen-Steige 1959.

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 90. Geburtstag. Ernst Bartl, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "Der Egerländer". In: Mitteilungen des Sudetendeutschen Archivs. 1989, S. 13.
  2. Zentralshandelsregisterbeilage zum Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 20. März 1941, S. 3. Digitalisat in der Deutschen digitalen Bibliothek, abgerufen am 17. Januar 2026.
  3. Wie es bei der SVH zugeht. In: Sozialdemokrat. Zentralorgan der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik vom 3. November 1937, S. 3. Digitalisat bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, abgerufen am 17. Januar 2026.
  4. a b Die Gründung und Entwicklung des Bundes der Eghalanda Gmoin (BdEG) (1907–1950), Bund der Eghalanda Gmoin.
  5. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/1450903
  6. Bundespräsidialamt