Ernst Ackermann (Geologe)
Ernst Hermann Ackermann (* 14. August 1906 in Berlin; † 30. Dezember 2003 in Göttingen) war ein deutscher Geologe.
Leben
Ernst Ackermann, Sohn seines gleichnamigen Vaters, studierte Geologie an den Universitäten Leipzig und Göttingen. 1930 wurde er in Leipzig bei Carl Walter Kockel über die Kreide im Preslav-Antiklinorium in Ost-Bulgarien zum Dr. phil. promoviert. Nach seiner Promotion war er von 1930 bis 1934 als Prospektor auf Lagerstätten nutzbarer Mineralien bei der Anglo-American South Africa Co. und der British South Africa Co. in Ost- und Südafrika tätig. Danach arbeitete er als Assistent und Dozent an der Universität Leipzig, speziell am Geologisch-Paläontologischen Institut, wo er ein Jahr später das Erste Staatsexamen an der Preußischen Geologischen Landesanstalt zu Berlin ablegte.
Von 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 war Ackermann als Chefgeologe der Luftwaffe und leitender Ingenieurgeologe der Organisation Todt in Norwegen tätig. Während seiner Tätigkeit beschrieb der die Thixotropie und ihre Anwendung in der Ingenieurgeologie. Im 1947 wurde er habilitierter Dozent und 1953 außerplanmäßiger Professor am Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Göttingen. Später lehrte er noch an der Forstlichen Fakultät in Hannoversch Münden.
Er war Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der „Deutschen Afrika-Gesellschaft“, Deutschen Geologischen Gesellschaft sowie Mitglied in der Geologischen Vereinigung, in der er von 1948 bis 1957 Schriftführer war. Ackermann war maßgeblich an der Entdeckung des Irumiden-Orogens und der Erforschung anderer präkambrischer Faltengebirge in Afrika beteiligt, beschäftigte sich mit sogenannten Büßersteinen und war maßgeblich an der Herausgabe des Afrika-Kartenwerk der Deutschen Forschungsgemeinschaft beteiligt.
Ernst Ackermann war evangelisch, ab 1957 verheiratet mit Charlotte Ackermann, geborener Wegner, und lebte in Bovenden bei Göttingen. Er hatte eine Tochter (Ingrid) und zwei Stiefkinder (Wolfgang und Christoph Stein).
Literatur
- Walter Habel: Wer ist wer?, Bd. 1 (West), Berlin 1967, S. 4
- Ackermann, Ernst. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 3.
- Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften: Nachruf Ernst Ackermann, GMIT, Heft 16
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Quickerden und Fließbewegungen bei Erdrutschen. 1948
- Zur Stratigraphie und Struktur des Irumiden-Orogens, Zentral-Afrika, Zeitsch. Deutsch. Geol. Gesell., Band 112, Berlin 1960, S. 568–592
- mit Hans Murawski und Reinhard Förster: Afrika-Kartenwerk: Geologie. Blatt 3. Deutsche Forschungsgemeinschaft (Hrsg.) Borntraeger, Stuttgart