Erna Berta Nelamischkies


Erna Berta Nelamischkies (* 29. November 1914 in Uetersen; † 25. September 1943 in der Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde) war eine deutsche Krankenschwester und ein Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde („Euthanasie“). Sie wurde 1943 aus der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn in die Tötungsanstalt Meseritz-Obrawalde „verlegt“ und dort ermordet. Für sie wurde am 15. Februar 2019 in Uetersen ein Stolperstein verlegt.

Leben

Erna Berta Nelamischkies wurde am 29. November 1914 als fünftes Kind der Eheleute Michael und Anna Christina Nelamischkies in Uetersen geboren. Sie besuchte die Volksschule in ihrer Heimatstadt und schloss 1929 ihre Schulzeit ab. Anschließend war sie, wie viele junge Frauen ihrer Generation, an mehreren Stationen beruflich tätig.

Ab dem 1. Juli 1934 meldete sie sich beim Krankenhaus Pinneberg an und absolvierte dort eine Ausbildung zur Krankenschwester. In den folgenden Jahren arbeitete sie im medizinischen Bereich und hatte offenbar ihre Berufung im Pflegeberuf gefunden.

Im Jahr 1939 wechselte sie zum Mutterhaus der Diakonissen in Friedenshort bei Mechtal (Oberschlesien, heute Polen) und war zuletzt im Krankenhaus Beuthen eingesetzt. Zwischenzeitlich kehrte sie regelmäßig in die Familienwohnung in der Katharinenstraße 13 in Uetersen zurück, zuletzt im Sommer 1943.

Einweisung und Ermordung

Ende Juni 1943 erlitt Nelamischkies offenbar einen psychischen Zusammenbruch und fiel in Mutismus. Am 5. Juli 1943 wurde sie wegen „akuter Geistesverwirrung und Suizidversuch“ von einem Uetersener Arzt in die Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn eingewiesen.

Am 19. August 1943 wurde sie aus Langenhorn in die Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde überführt. Aus heutiger Sicht ist bekannt, dass viele Insassen dort systematisch durch Giftspritzen oder Luftinjektionen ermordet wurden.

Aus Patientenakten im Staatsarchiv Hamburg geht hervor, dass Nelamischkies in den Anstalten kaum medizinisch behandelt, sondern vielmehr „verwahrt“ wurde. Laut Sterbeurkunde starb sie am 25. September 1943 im Alter von 28 Jahren; als Todesursache wurde „Lungenentzündung“ angegeben. Ihre Asche wurde der Familie übergeben und auf dem Neuen Friedhof in Uetersen beigesetzt.

Erinnerung

Am 15. Februar 2019 wurde in der Katharinenstraße 13 in Uetersen ein Stolperstein für Erna Nelamischkies verlegt, der an ihr Schicksal als Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“ erinnert.

Literatur

  • Herbert Diercks: Die Freiheit lebt! Widerstand und Verfolgung im Kreis Pinneberg 1933–1945. Hamburg 1983. Digitalsat (Erna Berta Nelamischkies wird in diesem Buch nicht erwähnt)
  • Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS): Dokumentationen zum Widerstand im Kreis Pinneberg.