Erlache bei Bensheim
Erlache bei Bensheim
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Blick über die Erlache auf Erlenbruchwälder | ||
| Lage | Bensheim (Landkreis Bergstraße), Hessen | |
| Fläche | 49 ha | |
| Kennung | 1431031 | |
| WDPA-ID | 318361 | |
| Natura-2000-ID | DE6217403 | |
| Geographische Lage | 49° 39′ N, 8° 35′ O | |
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| Einrichtungsdatum | 25. Dezember 2000 | |
Die Erlache bei Bensheim ist ein Naturschutzgebiet in Bensheim im hessischen Landkreis Bergstraße. Das Gebiet gehört zum mehrteiligen EU-Vogelschutzgebiet Hessische Altneckarschlingen.
Lage
Das Schutzgebiet Erlache bei Bensheim liegt im Naturraum Hessische Rheinebene im südlichen hessischen Ried, genauer im Südwesten von Bensheim an der Grenze zur Lorscher Gemarkung. Das bogenförmige Gebiet mit einer Breite von etwa 300 Metern beginnt mit dem westlichen Teil des Baggersees Erlache (etwa acht Hektar) und führt weiter entlang des Sallengrabens bis zur Nibelungenbahn im Norden. Der Sallengraben unterquert den Bahndamm und mündet kurz darauf nordwestlich in die Weschnitz. Das Schutzgebiet befindet sich zwischen der Kreisstraße K 31 im Norden, der Bundesstraße 460 im Südwesten und der Bundesautobahn 5 im Osten.
Der Erlachbogen liegt in einer ehemaligen Schleife des Altneckars. Das Naturschutzgebiet ist damit auch, gemeinsam mit dem östlich gelegenen Naturschutzgebiet Tongrubengelände von Bensheim und Heppenheim, Teil des Vogelschutzgebietes „Hessische Altneckarschlingen“. Der Bereich liegt außerdem innerhalb des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald.
Naturschutzgebiet
Am 25. Dezember 2000 erließ das Regierungspräsidium Darmstadt die Schutzgebietsverordnung für diesen Teil des ehemaligen Neckararm, das Naturschutzgebiet Erlache bei Bensheim mit einer Größe von 48 Hektar.[1] Mit der Unterschutzstellung sollen Erlenbruchwälder und Weidenbestände, Grünland, Röhrichte und Wasserpflanzengesellschaften mit den dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten geschützt werden. Bei dem Wäldchen des Erlachbogens handelt es sich um einen typischen Niederungswald feuchter Standorte mit Pappeln und Erlen.
Seit Herbst 2017 werden Teile des Gebietes mit Wasserbüffeln beweidet. Über die Aktivitäten des östlich gelegenen Naturschutzzentrums soll auch der Schutz des Gebiets verbessert werden, beispielsweise durch Pflege und Nachweis seltener Arten. Seit 2018 wird das Erlachwäldchens nicht mehr forstlich bewirtschaftet.[2]
2007 wurde der Erlachbogen als Teilgebiet des Europäischen Vogelschutzgebietes „Hessische Altneckarschlingen“ ausgewiesen (6217-403).[3] Das ehemalige Flusssystems des nacheiszeitlichen Neckars mäandrierte entlang des östlichen Randes der Rheinebene, bis es auf der Höhe von Pfungstadt nach Nordwesten abbog und bei Trebur in den Rhein mündete.
Arten
Das Schutzgebiet Erlache (gemeinsam mit seiner Umgebung) ist heute landesweit das beste Brutgebiet für den Weißstorch und den Teichrohrsänger und gehört zu den fünf besten Brutgebieten für Blaukehlchen, Rohrweihe, Schwarzmilan, Brachvogel, Pirol, Rohrammer, Schwarzkehlchen und andere. Auch für rastende Vogelarten ist das Gebiet hessenweit bedeutsam. Es ist unter den fünf besten Rastgebieten feuchtlandgebundener Vogelarten wie Bekassine, Flussregenpfeifer, Flussuferläufer, Grünschenkel, Krickente, Rotschenkel, Sichelstrandläufer, Stockente, Waldwasserläufer und Zwergtaucher.
Im Umfeld brüten bedrohte Arten wie Rotmilan, Baumfalke und Wanderfalke, Neuntöter, Eisvogel, Haubentaucher sowie Grau- und Grünspecht, Graureiher, Kleinspecht, Kuckuck und Schwanzmeise (Stand: 2018).[2] Seit 1986 gibt es an der Erlache eine Population von Kanadagänsen. Außerdem haben sich Nilgänse angesiedelt. Dazu kommen sporadisch weitere Gänsearten, wie Weißwangen- oder Nonnengänse, Graugänse, Schwanengänse, Streifengans und Rostgans. Sie treten unregelmäßig und nur in Einzelexemplaren auf.[4]
Zu den Fischarten des Sees zählen Aale, Barsch, Brassen, Hecht, Karpfen, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Ukelei und Zander.[5] Seit 2017 gibt es eine Biberkolonie.[6]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Verordnung über das Naturschutzgebiet „Erlache bei Bensheim“ vom 25. Dezember 2000. In: Höhere Naturschutzbehörde (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 2000 Nr. 52, S. 5379, Punkt 1081 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 11,9 MB]).
- ↑ a b Stephan Schäfer: Naturwaldbeschluss für den Erlachwald. NABU Stadtverband Bensheim/Zwingenberg, Bensheim, 20. August 2018, archiviert vom am 9. Dezember 2019.
- ↑ Protected Planet: „Official Record for Hessische Altneckarschlingen.“ United Nations Environment Programme’s World Conservation Monitoring Centre (UNEP-WCMC), 2014–2016. Abgerufen am 18. Februar 2017
- ↑ Stephan Schäfer: Gänse an der Erlache. In: Internetpräsenz. NABU Stadtverband Bensheim/Zwingenberg, Bensheim, März 2018, archiviert vom am 16. April 2024.
- ↑ Gewässersteckbrief Erlache, Ortslage Bensheim. In: www.anglermap.de. Gerhard Michling, Bergisch Gladbach, abgerufen am 6. August 2023.
- ↑ Biber in der Erlache. Gemeinnützige Gesellschaft Naturschutzzentrum Bergstraße mbH, Bensheim, 18. Februar 2022.