Erik Wladimirowitsch Bulatow
Erik Wladimirowitsch Bulatow (russisch Эрик Владимирович Булатов; * 5. September 1933 in Swerdlowsk; † 9. November 2025 in Paris[1]) war ein russischer Maler.
Leben und Werk
Bulatow studierte 1947 bis 1952 am Surikow Kunstinstitut Moskau und graduierte sich dort (1952–1958). Er wandte sich sehr früh abstrakter Malerei zu, fand in den 1960er Jahren in der Auseinandersetzung mit dem russischen Konstruktivismus zu einer eigenen Bildsprache, die hyperrealistische Darstellung mit Zeichen und Symbolen verbindet.
Der Umgang mit Ikonografie und Insignien des sozialistischen Realismus war häufig ironisch, oft arbeitete er mit mehreren Bildebenen. Realistische Darstellungen von Menschen, Landschaften oder urbanen Szenerien wurden in Beziehung gesetzt zu Worten und Symbolen, wobei sich Schrift, Symbol und Bildsinn ergänzten oder widersprachen. Da ihm die Chance, als Maler zu arbeiten, in der Sowjetunion genommen wurde, illustrierte er z. B. Märchenbücher. Erst mit der Perestroika, die Bulatow freilich ebenfalls ironisch verarbeitete, fand sein Werk Anerkennung. Spätere Arbeiten zeigten, dass sich Bulatow den kritischen Blick auf gesellschaftliche Zustände erhalten hatte.
Seine Bilder wurden bis November 2006 in einer Retrospektive der Neuen Tretjakow-Galerie (am Krymskiy Val) gezeigt, was ihm die längst verdiente Anerkennung auch in Russland sichern dürfte. Die Mehrzahl der dort ausgestellten Arbeiten gehören allerdings Museen im Westen, nur wenige wurden bisher von Moskauer Privatsammlern oder dem Fonds für zeitgenössische Kunst angekauft. Er lebte mit seiner Frau in Paris.
2009/2010 war Bulatow unter anderen mit seinem Werk Perestrojka aus dem Jahre 1989 in der Kunsthalle Wien in einer Sammelausstellung 1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft? vertreten. Erik Bulatow wurde von der Galerie Arndt in Berlin und der Galerie Piece Unique in Paris vertreten.
Literatur
- Erik Bulatov in: Internationales Biographisches Archiv 42/1988 vom 10. Oktober 1988, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks
- Literatur von und über Erik Wladimirowitsch Bulatow im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Galerie Arndt Berlin: Erik Bulatov
- kunstaspekte Pressemitteilung kestnergesellschaft Erik Bulatov 2006
- artnet: Erik Bulakov
Einzelnachweise
- ↑ Эрик Булатов: «Глубина и близость — самое главное во всех моих картинах. Из этого и возникает конфликт — между свободой и несвободой». In: sobaka.ru. 9. November 2025, abgerufen am 9. November 2025 (russisch).