Erich Ruprecht (Germanist)

Erich Ruprecht (* 1. Juli 1906 in Mannheim; † 5. Oktober 1997 in Freiburg/Breisgau) war ein deutscher Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach dem Abitur 1926 in Konstanz studierte Erich Ruprecht von 1926 bis 1931 Germanistik, Romanistik und Philosophie an der Universität Heidelberg (1926), der Universität von Paris (1927) und der Universität Freiburg/Br. (1928 bis 1931). In Freiburg promovierte er 1935 bei Philipp Witkop. Bis 1941 arbeitete er u. a. als Dozent in der Erwachsenenbildung. Anschließend war er bis 1944 wissenschaftlicher Assistent bei Philipp Witkop am Deutschen Seminar der Universität Freiburg, wo er sich 1943 für Neuere deutsche Literaturgeschichte habilitierte. Bis 1949 lehrte er als Privatdozent, bis 1960 als außerplanmäßiger Professor und bis 1965 als Wissenschaftlicher Rat. Nach einer Lehrstuhlvertretung 1963/64 in Freiburg und an der Universität Erlangen hatte Ruprecht von 1965 bis zu seiner Emeritierung 1972 eine ordentliche Professur an der Universität Marburg inne.

Erich Ruprecht veröffentlichte vor allem über die Literatur der Deutschen Romantik sowie über die Literatur des 20. Jahrhunderts.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Der Mythos bei Wagner und Nietzsche. Seine Bedeutung als Lebens- und Gestaltungsproblem (= Neue deutsche Forschungen, Bd. 178). Junker u. Dünnhaupt, Berlin 1938 (= Dissertation Universität Freiburg/Br.).
  • Der Mythos bei Schelling. In: Blätter für deutsche Philosophie, Bd. 12 (1938/39), S. 389–404.
  • Johann Gottfried Herder / Mensch und Welt. Eine Zusammenfassung des Gesamtwerkes von Erich Ruprecht. Diederichs, Jena 1942.
  • Wanderung und Heimkunft. Hölderlins Elegie "Der Wanderer". Schmiedel, Stuttgart 1947.
  • Gerhart Hauptmann als Dichter der Menschlichkeit. Alber, Freiburg/Br. 1947.
  • Die Botschaft der Dichter. Zwölf Vorträge (= Universitas, Bd. 1). Schmiedel, Stuttgart 1947.
  • Die romantische Bewegung. Bd. 1: Der Aufbruch der romantischen Bewegung. Leibniz-Verlag, München 1948 (= Habilitationsschrift Universität Freiburg/Br.).
  • Heideggers Bedeutung für die Literaturwissenschaft. In: Carlos Astrada u. a.: Martin Heideggers Einfluß auf die Wissenschaften. Aus Anlaß seines sechzigsten Geburtstages. Francke, Bern 1949, S. 122–144.
  • Die Idee der Humanität in der Goethezeit. In: Studium Generale, Bd. 15 (1962), S. 179–201.
  • (Hrsg.): Literarische Manifeste des Naturalismus 1880–1892. Metzler, Stuttgart 1962.
  • Die Sprache im Denken Wilhelm von Humboldts. In: Siegfried Gutenbrunner (Hrsg.): Die Wissenschaft von deutscher Sprache und Dichtung. Klett, Stuttgart 1963, S. 217–238.
  • Thomas Manns "Doktor Faustus" – ein Dokument der Krise des Romans. In: Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft, Jg. 1967, S. 7–30.
  • (Hrsg.): Literarische Manifeste der Jahrhundertwende 1890–1910. Metzler, Stuttgart 1970.
  • Hermann Hesse - ein Romantiker? In: Zeitwende, Bd. 49 (1978), S. 30–44.
  • Die Frage nach dem Ursprung der Sprache. Eine Untersuchung zu J. G. Hamanns Wirkung auf die Deutsche Romantik. In: Bernhard Gajek (Hrsg.): Johann Georg Hamann. Klostermann, Frankfurt/M. 1979, S. 309–324, ISBN 3-465-01319-0.
  • Gerhart Hauptmanns Atridentetralogie – ein vergessenes Vermächtnis. In: Franz Link (Hrsg.): Theatrum mundi. Götter, Gott und Spielleiter im Drama von der Antike bis zur Gegenwart. Duncker & Humblot, Berlin 1981, S. 367–385, ISBN 3-428-04935-7.
  • (Hrsg.): Jahrhundertwende. Metzler, Stuttgart 1981, ISBN 3-476-00415-5.
  • Geist und Denkart der romantischen Bewegung durchdacht bis zur Gegenwart (= Opuscula aus Wissenschaft und Dichtung, Bd. 48). Neske, Pfullingen 1986, ISBN 3-7885-0294-0.

Festschrift

  • Reinhard Görisch (Hrsg.): Perspektiven der Romantik. Beiträge des Marburger Kolloquiums zum 80. Geburtstag Erich Ruprechts (= Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft, Bd. 377). Bouvier, Bonn 1987, ISBN 3-416-02021-9.

Einzelnachweise

  1. Reinhard Görisch: Ruprecht, Erich. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800–1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1545–1547, ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).