Erich Pfeiffer-Belli
Erich Pfeiffer-Belli, vor 1920 Erich Pfeiffer[1] (* 18. August 1901 in Heidelberg; † 27. November 1989 in München) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er war unter anderem als Kritiker tätig und schrieb auch unter dem Pseudony Andreas Heldt.
Leben
Erich Pfeiffer-Belli entstammte einer alteingesessenen und wohlhabenden Familie in Frankfurt am Main und wuchs im großbürgerlichen Milieu seiner Vaterstadt auf. Seine Mutter war Olga Pfeiffer-Belli, geborene Bender, sein Vater der Rechtswissenschaftler, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Wilhelm Pfeiffer-Belli. Die Großeltern bewohnten ein repräsentatives klassizistisches Gebäude in der Neuen Mainzer Straße 55, das heute noch existiert.
Erich Pfeiffer-Belli absolvierte ein Kunststudium am Bauhaus in Weimar und eine Ausbildung in der Buchbinderwerkstatt von Paul Klee. 1926 heiratete er Charlotte Stern (1903–1967). Er hatte zwei Kinder; seine 1928 geborene Tochter war die Schriftstellerin Silvia Tennenbaum. Die Ehe wurde 1930 geschieden.
Im Jahr 1929 wurde Pfeiffer-Belli Feuilletonredakteur der Königsberger Hartungschen Zeitung. Nach deren Schließung schrieb er 1933/34 für das Stuttgarter Neue Tagblatt, 1935–37 für das Berliner Tageblatt. Auf Vermittlung von Benno Reifenberg wurde er 1938 Kulturredakteur der Frankfurter Zeitung und seit 1943 der Münchner Neuesten Nachrichten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Pfeiffer-Belli als Kunst- und Theaterkritiker in München, wo er vorwiegend für die Süddeutsche Zeitung tätig war. Pfeiffer-Belli schrieb Novellen und Erzählungen (unter anderem Die Reise nach Chur, 1941) und edierte Werke von Rudolf Kassner und Rainer Maria Rilke. Mit Willy Droemer bearbeitete er die Reihe „Bücher und Welt“. Im Jahr 1971 erhielt er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. 1986 erschien sein autobiographisches Werk Junge Jahre im alten Frankfurt und eines langen Lebens Reise.
Publikationen (Auswahl)
- Silvia. Eine Erzählung. Rowohlt, Berlin 1936.
- Die Reise nach Chur. Zwölf Erzählungen. Societäts Verlag, Frankfurt 1941.
- Das Hauskonzert. Novellen. 1948.
- Besuch bei mir selbst. Betrachtungen. 1949.
- Paul Klee – Eine Bildbiograpie. Kindler, München 1964.
- Rundgang durch die Alte Pinakothek München. 1969.
- Gabriele Münter – Zeichnungen und Aquarelle. 1979.
Literatur
- Wolfgang Klötzer (Hrsg.): Frankfurter Biographie. Personengeschichtliches Lexikon (= Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission. Band XIX, Nr. 2). Zweiter Band: M–Z. Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-7829-0459-1.
- Pfeiffer-Belli. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 944.
Weblinks
- Literatur von und über Erich Pfeiffer-Belli im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Pfeiffer-Belli, Erich. Hessische Biografie. (Stand: 9. Mai 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Pfeiffer-Belli, Erich im Frankfurter Personenlexikon