Erich Fritz Reuter
Erich Karl Reuter, mit Künstlernamen Erich F. Reuter, genannt auch „Fritz“ und Erich Fritz Reuter (* 2. September 1911 in Berlin; † 16. September 1997 in Stolpe), war ein deutscher Bildhauer, Künstler. Ab 1966 war er ordentlicher Professor für Plastisches Gestalten an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Berlin.
Leben
Erich Reuter wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Berlin-Charlottenburg auf und besuchte das Köllnische Gymnasium in Berlin-Mitte. 1926 verließ Reuter das Gymnasium und begann eine Steinmetz- und Bildhauerlehre. Nebenher besuchte er die Kunstgewerbeschule in Berlin-Charlottenburg. 1934 begann er ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, das er 1940 abschloss. Seine Militärzeit wurde 1942 durch eine künstlerische Weiterbildung bei dem Professor Cambini unterbrochen. 1945 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück und eröffnete ein Atelier in Dresden. 1948 war er mit auf der „Ausstellung Dresdner Künstler“ im Museum der bildenden Künste Leipzig vertreten.[1] 1949 kehrte er nach Berlin zurück. 1950 wurde er außerordentlicher Professor, 1963 pers. ord. Professor und 1966 ordentlicher Professor am Lehrstuhl für Plastisches Gestalten der Technischen Universität Berlin. Von 1967 bis 1968 hatte er eine Gastprofessur an der Technischen Universität Istanbul inne. 1978 wurde er emeritiert. Er schuf zahlreiche Werke, die in Ausstellungen im In- und Ausland vertreten waren. Zu seinen Werken gehören das 1952 als Modell für das Denkmal Unbekannter Politischer Gefangener. Er fertigte auch Porträts von Schauspielern wie Fritz Kortner, Ernst Deutsch, Franz Stein, Jürgen Fehling und Heinz Ullstein. Für die Universität Kiel schuf er die Großplastik Das Gespräch, für die Universität Münster 1972 ebenfalls eine Großplastik, für die Berliner Philharmonie ein Mosaik, für RIAS Berlin eine Monumental-Betonwand und für den SFB 1973 die Foyer-Ausgestaltung. Die Brunnenplastik Kaskade fertigte er für die Siemens-Werke in Berlin. Die Staatsbibliothek in Berlin erhielt für ihren Neubau 1974 ein Steinmosaik von Reuter und 1979 ein 6800 Quadratmeter umfassendes Natursteinplastik-Mosaik.
Erich F. Reuter war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.[2]
1979 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.
Reuter war evangelisch, verheiratet mit Babs Reuter, geborener Astfalk, und hatte ein Kind.
Preise
- 1952: Erster Preis zum Entwurf eines Denkmals der Opfer der Luftbrücke in Berlin
- 1953: Erster Preis des Verbandes der deutschen Kunstkritiker
- 1956: Erster Preis zur Neugestaltung der Neuen Brücke in Bad Kreuznach, Zweiter Preis beim Wettbewerb „Kunst in der Olympiade“
- 1957: Erster Preis für den Entwurf und Ausführung des Glockenspiels am Rathaus der Stadt Wolfsburg
- 1959: Erster Preis für ein Denkmal für Conrad Röntgen, Gießen
- 1960: Erster Preis zum Entwurf einer Galionsfigur für die Deutsche Botschaft in Rio de Janeiro
- 1961: Erster Preis im internationalen Wettbewerb für eine Platzgestaltung mit Denkmal in der Stadt Wolfsburg
Literatur
- Reuter, Erich F. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1000.
Einzelnachweise
- ↑ Digitale Sammlungen: Ausstellung Dresdner Künstler (slub-dresden.de)
- ↑ kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Reuter, Erich Fritz ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)