Eric Albert Blackall

Eric Albert Blackall (* 19. Oktober 1914 in London; † 16. November 1989 in Ithaca, New York) war ein britisch-US-amerikanischer Germanist, Literaturhistoriker und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Der in Großbritannien geborene und aufgewachsene Eric Albert Blackall studierte nach seinem Schulbesuch in London vor allem Neuere Philologien an der University of Cambridge (1933 bis 1936) und der Universität Wien (1936 bis 1937). Seinen Bachelorgrad erwarb er 1936 in Germanistik und Romanistik. Seine Promotion erfolgte 1938 an der Universität Wien bei Josef Nadler mit einer Dissertation über Adalbert Stifter. Von 1938 bis 1939 arbeitete er als Lektor für englische Sprache und Literatur an der Universität Basel. Von 1939 bis 1958 war er dann an der University of Cambridge tätig und lehrte dort als Dozent für Germanistik. 1940 erwarb er in Cambridge noch einen Magistergrad. Nach einer Gastprofessur an der Cornell University in Ithaca (New York) 1957/58 übersiedelte ganz in die USA und erwarb dort die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Von 1958 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1985 lehrte er als Professor für Germanistik an der Cornell University. Weitere Gastprofessuren führten ihn 1968 an die Universität Heidelberg und 1988 bzw. 1989 an die University of London (King’s College).

Blackall gehörte mehreren Fachgesellschaften an und wurde 1970 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences bzw. 1971 der American Philosophical Society. Im Jahre 1985 wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Als Wissenschaftler beschäftigte sich Blackall vor allem mit der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts sowie mit Adalbert Stifter. Außerdem betätigte er sich als Übersetzer. Bereits 1952 erschien seine englische Übersetzung des Opernlibrettos „Wozzeck“ von Alban Berg. Von Goethes Werken übersetzte er „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ in Englische.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Adalbert Stifter. A critical study. University Press, Cambridge 1948.
  • The emergence of German as a literary language 1700–1775. University Press, Cambridge 1959 (dt. Übersetzung: Die Entwicklung des Deutschen zur Literatursprache 1700–1775. Mit einem Bericht über neue Forschungsergebnisse 1955–1964 von Dieter Kimpel. Metzler, Stuttgart 1966).
  • Ulrich Bräker und Eschenburg. In: Shakespeare-Jahrbuch, Bd. 98 (1962), S. 93–109.
  • Das alte Siegel. In: Lothar Stiem (Hrsg.): Adalbert Stifter. Studien und Interpretationen; Gedenkschrift zum 100. Todestage. Stiem, Heidelberg 1968, S. 69–88.
  • Goethe and the Chinese novel. In: Peter F. Ganz (Hrsg.): The discontinous tradition. Studies in German literature in honour of Ernest Ludwig Stahl. Clarendon Press, Oxford 1971, S. 29–53, ISBN 0-19-815703-7.
  • Goethe and the novel. Cornell University Press, Ithaca, NY 1976.
  • Don Juan and Faust. In: Seminar. A journal of Germanic studies, Bd. 14 (1978), H. 2, S. 71–83.
  • Grillparzer and Goethe. In: Jahrbuch des Wiener Goethe-Vereins, Bd. 86/88 (1982/84), S. 261–273.
  • The novels of the German romantics. Cornell University Press, Ithaca, NY 1983, ISBN 0-8014-9885-6.
  • Faust's last speech. Inst. of Germanic studies, Univ. of London, London 1984, ISBN 0-85457-126-4.
  • Der Einfluss von Herders Sprachtheorie auf seinen frühen Prosastil. In: Manfred Wacker (Hrsg.): Sturm und Drang (= Wege der Forschung, Bd. 559). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985, S. 234–249, ISBN 3-534-08039-4.
  • (Hrsg. u. Übers.): Johann Wolfgang von Goethe / Wilhelm Meister's Apprenticeship (= Goethe's collected works, Bd. 9). Suhrkamp, New York 1989, ISBN 3-518-02963-0.
  • Goethe's "Proserpina" in context. The two faces of Empfindsamkeit. In: Dorothy James/Silvia Ranawake (Hrsg.): Patterns of change. German drama and the European tradition. Essays in honour of Ronald Peacock (= Studies in European tradition, Bd. 1). Lang, Frankfurt/M. 1990, S. 45–58, ISBN 0-8204-0716-X.
  • Woldemar Nürnberger and his "Faust". In: London German studies, Bd. 4 (1992), S. 166–182.

Einzelnachweise

  1. Blackall, Eric Albert. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800–1850. Bd. 1. De Gruyter, Berlin 2003, S. 196f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).