Orbis terrarum

Orbis terrarum (lateinisch für „Erdkreis, bewohnte Welt“) ist ein in der römischen Antike geprägter Begriff. Er setzt sich zusammen aus orbis („Kreis“) und dem Genitiv Plural von terra („Erde, Land, Erdboden“).

Überliefert ist der Begriff nach Heinz Bellen erstmals beim Triumphzug des Pompeius (61 v. Chr.) in Anklang an das Weltreich (altgriechisch οἰκουμένη oikumene) Alexanders des Großen, dessen Schrifttafeln die Siege in Afrika, Europa und Asien als „totum orbem terrarum nostro imperio“ besingen.[1][2] Da unter Pompeius und im Mittelalter die Kugelgestalt der Erde bereits unstrittig war, ist orbis als Metonymie zu verstehen, keinesfalls als Bestätigung der physischen Gestalt des Erdkörpers als Flache Erde.

Spätere römische Imperatoren wie Augustus und Trajan wurden mit Ehrennamen wie Locupletator orbis terrarum („Weltbeglücker“) oder Propagator orbis terrarum („Erweiterer der Welt“) bezeichnet – Titel, die unter Hadrian auch das Porträt des Kaisers auf Münzen schmückten.

Einzelnachweise

  1. Heinz Bellen: Politik – Recht – Gesellschaft, in: Leonhard Schumacher (Hrsg.): Historia. Einzelschriften. Band 115. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1997, S. 26.
  2. Matthias Gelzer: Pompeius – Lebensbild eines Römers. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 2005, S. 96.