Epic (Lied)

Epic
Faith No More
Veröffentlichung 20. Juni 1989 (Album)
29. Januar 1990 (Single)
Länge 4:53 (Albumversion)
3:59 (Singleversion)
Genre(s) Alternative Metal, Crossover, Funk Metal
Autor(en) Mike Bordin, Roddy Bottum, Billy Gould, Jim Martin, Mike Patton
Produktion Matt Wallace
Label Slash Records
Album The Real Thing

Epic (englisch für „Epos“) ist ein Lied der US-amerikanischen Rockband Faith No More, das im Juni 1989 auf dem dritten Studioalbum The Real Thing erschien und im Folgejahr als Single zum Charthit avancierte.

Entstehung und Veröffentlichung

Geschrieben wurde das Lied gemeinsam von den Faith-No-More-Mitgliedern Mike Bordin, Roddy Bottum, Billy Gould, Jim Martin und Mike Patton.[1] Kurz nachdem der bisherige Sänger Chuck Mosley die Band verließ, schrieben Bordin, Bottum und Gould im bandeigenen Proberaum das Grundgerüst des Liedes.[2] Für die Abmischung und Produktion zeichnete Matt Wallace verantwortlich,[2][1] während John Golding das Mastering übernahm. Bottum programmierte sein Keyboard so, dass es wie ein Horn klingt. Insgesamt dauerten die Aufnahmen drei Tage.[2]

Die Erstveröffentlichung von Epic erfolgte am 20. Juni 1989 bei Slash Records, als Teil von Faith No Mores dritten Studioalbum The Real Thing (Katalognummer: 9 25878-1). Am 29. Januar des Folgejahres erschien das Lied als zweite Singleauskopplung aus dem Album (Katalognummer: LASHG 21). Diese erschien weltweit in verschiedenen Ausführungen, die sich durch die Anzahl und Auswahl der B-Seiten unterscheiden.[1] Für die fünf Bandmitglieder war Epic das Lieblingslied vom Album The Real Thing. Jedoch entschied sich ihre Plattenfirma, das Lied From Out of Nowhere als erste Single zu veröffentlichen. Diese war jedoch nur mäßig erfolgreich und so überließen die Verantwortlichen der Band die Entscheidung, welches Lied als zweite Single folgen sollte.[2]

Um das Lied zu bewerben, erfolgte unter anderem ein Liveauftritt bei den MTV Video Music Awards 1990.[3]

Inhalt

Epic ist ein englischsprachiger Alternative-Metal-, Crossover- und Funk-Metal-Titel, dessen Musik in E-Moll mit 174 Schlägen pro Minute komponiert wurde.[4] Da die Musiker das Lied „episch“ fanden, wurde Epic zunächst zum Arbeitstitel und dann zum endgültigen Titel des Liedes. Das Wort „epic“ taucht im Text allerdings nicht auf. In dem vom Sänger Patton verfassten Text geht es um sexuelle Frustration und Masturbation.[2]

Musikvideo

Für das Lied wurde ein Musikvideo gedreht, bei dem Ralph Ziman Regie führte. Das Video zeigt die Band, wie sie das Lied vor einer vom spanischen Maler Salvador Dalí inspirierten Landschaft im Hintergrund spielt. Immer wieder gehen starke Regenfälle auf die Band nieder. In zwei anderen Szenen sitzt Sänger Mike Patton auf einer Couch. Auf einem Bild an der Wand erscheint eine Hand, auf dessen Innenfläche ein Auge zu sehen ist. Patton wird zunächst mit grüner und dann mit roter Farbe beworfen. Das Video endet damit, dass Keyboarder Roddy Bottum sich kurz an ein Klavier setzt und die letzten Töne spielt. Am Ende steht er auf und das Klavier explodiert, während sich Bottum vom Instrument weg bewegt.[2]

Ebenfalls am Ende des Videos sieht man einen um sich schlagenden Fisch in einer Pfütze. Wegen dieser Szene wurde die Band von der Tierrechtsbewegung scharf kritisiert. Regisseur Ralph Ziman erklärte Jahre später, dass für diese Szenen mehrere Fische verwendet wurden, von denen keiner lange aus dem Wasser genommen wurde. Alle Fische wurden nach dem Ende der Dreharbeiten in einem Fluss frei gelassen. Auch das Gerücht, nachdem der zu sehende Fisch der isländischen Sängerin Björk gehörte, wäre laut Ziman falsch.[5]

Rezeption

Rezensionen

Rezensent Michael vom Onlinemagazin Metal.de bezeichnete Epic als „Überhit, das den klassischen Crossover-Sound zwischen Rap und Rock/Metal bedient“.[6] Mike Evans vom Onlinemagazin The Quietus beschrieb Epic als „einer der unwahrscheinlichsten Hits aller Zeiten“.[7]

Bestenlisten und Nominierungen

Epic wurde bei den Grammy Awards 1991 in der Kategorie Best Hard Rock Performance[8] und den MTV Video Music Awards 1990 in der Kategorie Best Metal/Hard Rock Video nominiert.[9]

VH1 führte Epic auf Platz 30 ihrer Liste der „40 besten Metal-Songs aller Zeiten“.[10] Das britische Magazin Kerrang führte Epic auf Platz vier der Liste der „20 besten Songs von Faith No More“.[11] Das Onlinemagazin Nu Metal Agenda führte Epic auf der Liste von „12 Proto-Nu-Metal-Liedern“.[12]

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Epic avancierte zum Nummer-eins-Hit in Australien. Darüber hinaus erreichte es Top-10-Platzierungen in Neuseeland (Rang 2) und den Vereinigten Staaten (Rang 9).[1][13]

Chartplatzierungen
ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Vereinigte Staaten (Billboard)[13]9 (21 Wo.)21
 Vereinigtes Königreich (OCC)[14][15]25 (9 Wo.)9
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (1990)Platzie­rung
 Vereinigte Staaten (Billboard)[16]75

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Australien (ARIA)[17] Platin70.000
 Neuseeland (RMNZ)[18] Platin10.000
 Vereinigte Staaten (RIAA)[19] Gold500.000
 Vereinigtes Königreich (BPI)[20] Silber200.000
Insgesamt 1× Silber
1× Gold
2× Platin
780.000

Einzelnachweise

  1. a b c d Faith No More – Epic. In: australian-charts.com. Hung Medien, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b c d e f The Story of Epic. Faith No More Followers, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  3. Faith No More - Epic, Live MTV Music Awards 06.09.90 auf YouTube, abgerufen am 30. September 2025.
  4. Faith No More – Epic. Tunebat.com, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  5. William Kennedy: The Truth About The Fish In Faith No More's 'Epic' Video. Grunge.com, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  6. Michael: Faith No More – The Real Thing. Metal.de, abgerufen am 30. September 2025.
  7. Mike Evans: Magic, Tragic, A Loss, A Win? Faith No More’s The Real Thing 30 Years On. The Quietus, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  8. 1990 Grammy Winners. Grammy Awards, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  9. 1991 MTV Video Music Awards. Grammy Awards, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  10. The 40 greatest metal songs. VH1, archiviert vom Original; abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  11. Sam Law: The 20 greatest Faith No More songs – ranked. Kerang, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  12. Cain Borgia: Proto-nu Metal in 12 Songs. Nu Metal Agenda, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
  13. a b Faith No More. In: billboard.com. Billboard, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  14. Faith No More – Epic. In: officialcharts.com. Official Charts Company, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  15. Faith No More – Epic (Re-Release). In: officialcharts.com. Official Charts Company, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  16. Billboard Top 100 – 1990. In: longboredsurfer.com. Billboard, 5. Juli 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. Juli 2009; abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  17. aria.com.au
  18. radioscope.co.nz
  19. Gold & Platinum. In: riaa.com. Abgerufen am 14. Februar 2025 (englisch).
  20. bpi.co.uk