Ephoria Kavala

Die Ephorie für Altertümer Kavala (Εφορεία Αρχαιοτήτων Καβάλας) ist eine der regionalen Abteilungen (Ephorien) der griechischen Denkmalbehörde mit Sitz in Kavala. Sie ist für die Archäologie und Denkmalpflege des Regionalbezirks Kavala sowie von Thasos zuständig.

Sie wurde 1969 als 18. (ΙΗ΄) Ephorie (Εφορεία Προΐστορικών και Κλασικών Αρχαιοτήτων Καβάλας) mit dem Ziel eingerichtet, die prähistorischen und klassischen Altertümer innerhalb der Präfekturen Kavala und Drama zu erforschen und erhalten. Die Behörde stand bis 1990 unter der Leitung des Ephoros Demetrios Lazarides, anschließend bis 2000 unter der Leitung von Chaido Koukouli-Chrysanthaki, von 2000 bis 2010 wurde sie von Zisis Bonias geleitet, danach von Maria Nikolaidou-Patera.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurde sie 2014 mit der byzantinischen Ephorie von Kavala zusammengelegt und in (Εφορεία Αρχαιοτήτων Καβάλας) umbenannt, Zuständigkeitsbereich ist der Regionalbezirk Kavala sowie Thasos. Der Regionalbezirk Drama erhielt eine eigene Ephorie. Derzeitige (2025) Leiterin ist Stavroula Dadaki.

Zu den von der Ephorie verwalteten Stätten und Museen gehören:

Die Ephorie hat seit ihrer Gründung zahlreiche archäologische Untersuchungen durchgeführt:

  • 1960–1970 Ausgrabungen in den fünf thasischen Siedlungen Apollonia, Oisyme, Antisara, Neapolis und Nea Karvali zwischen den Mündungen von Strymon und Nestos
  • seit 1969 Erforschung der Vorgeschichte der Insel Thasos, der Bronze- und Eisenzeit.
  • 1969–1978 Ausgrabungen der Akropolis von Kastri (Thasos) und ihren Nekropolen Tsiganadika, Vrysoudes, Kentria und der Siedlung und dem Gräberfeld von Larnaki. Die Ansiedlungen und Gräberfelder aus der prähistorischen Periode der Insel wurden als die damals wichtigsten Grabungsstätten Ostmakedoniens und Thrakiens bezeichnet.[1]
  • 1972 Ausgrabungen in Pistyros in der thasischen Peraia
  • 1981 kleine Grabung zur thasischen Bergbaugeschichte im Erzstollen K 54-10 bei Koumaria, Thasos
  • 1981 Oktober, Stollen und Abraumhalden auf dem Gipfel des Klisidi (Thasos) durch eine Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg, dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, dem Deutschen Bergbaumuseum in Bochum, dem IGME (Xanthi), der Ephorie Kavala und der École française d’Athènes
  • 1982–1984 Erforschung des Rotockerbergbaus in Tzines durch die Ephorie Kavala, das Griechische Institut für Geologische Studien, das IGME, das Deutsches Bergbaumuseum unter Gerd Weisgerber und Hans-Peter Uerpmann, Universität Tübingen; abgeschlossen 1994.[2]
  • 1986 September, Untersuchungen der Stützmauern an den Hängen über Kinyra, Programm Archäologische Karte Thasos durch die Ephorie Kavala und die Ecole Francaise d’Athenes:
  • 1986 Entdeckung der neolithischen Ansiedlung in Limenaria (Thasos)
  • 1992 Fortsetzung der Ausgrabungen in Kastri und den Nekropolen
  • 1993–1996 Ausgrabungen der neolithischen Ansiedlung in Limenaria

Literatur

  • ΙΗ΄ Εφορεία Προΐστορικών και Κλασικών Αρχαιοτήτων Καβάλας. In: Maria Andreadaki-Vlazaki (Hrsg.): 2000–2010 apo to anaskaphiko ergo tōn Ephoreiōn Archaiotētōn. Ypurgeion Paideias kai Thrēskeumatōn, Politismu kai Athlētismu – Genikē Grammateia Politismu, Genikē Dieuthynsē Archaiotētōn kai Politistikes Klēronomias, Athen 2012, ISBN 978-960-386-029-7, S. 193–200 (Digitalisat).

Einzelnachweise

  1. Chaido Koukouli-Chrysanthaki: Πρωτοϊστορική Θάσος. Τα νεκροταφεία του οικισμού Καστρί [Vorgeschichtliches Thasos. Die Friedhöfe der Siedlung Kastri] (= Δημοσιεύματα του Αρχαιολογικού Δελτίου. Band 45). 3 Teilbände, Ταμείο Αρχαιολογικών Πόρων, Athen 1992, ISBN 960-214-107-7.
  2. Chaidou Koukouli-Chrysanthaki, Gerd Weisgerber: Prehistoric Ochre Mines on Thasos. In: Thasos. Matieères premières et technologie de la préhistoire à nos jours. Actes du Colloque International, 26 – 29/9/1995, Thasos, Liménaria. Ecole Française d'Athènes, Athen 1999, ISBN 2-86958-141-6, S. 129–144.