Eparchie Mukatschewo

Eparchie Mukatschewo
Basisdaten
Kirche eigenen Rechts Ruthenische griechisch-katholische Kirche
Staat Ukraine
Kirchenprovinz Immediat
Diözesanbischof Teodor Mazapula IVE
Weihbischof Nil Jurij Luschtschak OFM
Gründung 19. September 1771
Fläche 12.777 km²
Pfarreien 459 (2021 / AP 2022)
Einwohner 1.247.400 (2021 / AP 2022)
Katholiken 317.740 (2021 / AP 2022)
Anteil 25,5 %
Diözesanpriester 297 (2021 / AP 2022)
Ordenspriester 30 (2021 / AP 2022)
Katholiken je Priester 972
Ständige Diakone 5 (2021 / AP 2022)
Ordensbrüder 45 (2021 / AP 2022)
Ordensschwestern 41 (2021 / AP 2022)
Ritus Byzantinischer Ritus
Liturgiesprache Ukrainisch
Kathedrale Kreuzerhöhungskathedrale
Anschrift vul. Zakarpatska 18
88017 Užhorod
Ukraina
Website http://www.mgce.uz.ua/

Die Eparchie Mukatschewo (lateinisch Eparchia Munkacsiensis; ukrainisch Мукачівська греко-католицька єпархія) ist eine in der Ukraine gelegene Eparchie der ruthenischen griechisch-katholischen Kirche mit Sitz in Uschhorod.

Vorläufer der Eparchie Mukatschewo war das 1689 errichtete Apostolische Vikariat Mukatschewo. Hintergrund war die Kirchenunion von Uschhorod im Jahr 1646, mit der sich eine Anzahl orthodoxer, slawischsprachiger Gemeinden in der Ostkarpaten-Region (damaliges Oberungarn) der Autorität des Papstes und der römisch-katholischen Kirche unterstellten, dabei aber die byzantinische Liturgie und die Riten der Ostkirche beibehielten.

Auf Bitten der Kaiserin (und ungarischen Königin) Maria Theresia erhob Papst Clemens XIV. das Apostolische Vikariat am 19. September 1771 zu einer eigenen Eparchie, die als Suffragandiözese dem Erzbistum Esztergom unterstellt wurde.[1] Die Eparchie Mukatschewo gab am 22. September 1818 den westlichen Teil ihres Territoriums (der im Wesentlichen in der heutigen Slowakei lag) zur Errichtung der Eparchie Prešov ab. Weitere Gebiete wurden im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgetrennt, um die Eparchien der rumänischen und ungarischen griechisch-katholischen Kirche zu bilden.

Viele Gläubige emigrierten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in die Vereinigten Staaten von Amerika. Dort wurde 1924 ein Apostolisches Exarchat für die „ruthenischen“ Katholiken des byzantinischen Ritus gebildet, dessen erster Bischof aus der Eparchie Mukatschewo kam. Aus diesem Exarchat ging später die ruthenische Erzeparchie Pittsburgh hervor.

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte das Gebiet der Eparchie politisch zum Königreich Ungarn, dann nach dem Vertrag von Trianon 1920 als „Karpatenrussland“ zur Ersten Tschechoslowakischen Republik. Kirchenrechtlich unterstand es aber noch bis 1937 dem Erzbistum Esztergom. Dann wurde es exemt, das heißt es untersteht direkt dem Papst. Infolge des Zweiten Weltkriegs kam das Gebiet zur Sowjetunion. Diese unterdrückte die griechisch-katholischen Kirchen und zwang sie zur Vereinigung mit der Russisch-orthodoxen Kirche.

Der Bischof der Eparchie Mukatschewe ist zugleich rituelles Oberhaupt der ruthenischen griechisch-katholischen Kirche, die eine Kirche eigenen Rechts innerhalb der katholischen Kirche ist. Er hat jedoch nicht die Stellung eines Metropoliten. Das Gebiet der Eparchie entspricht dem der politischen Oblast Transkarpatien im äußersten Westen der Ukraine (in der nebenstehenden Karte blau dargestellt). Dort bekannten sich 2021 rund 26 Prozent der Bevölkerung zur griechisch-katholischen Kirche, welche nach der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche die zweitgrößte Religionsgemeinschaft der Region bildet.

Ordinarien

Apostolische Vikare von Mukatschewe

  • János József de Camillis OSBM, 1689–1706
  • Polycarpus Philippovich OSBM, 1710–…
  • György Bizánczy, 1716–1733
  • Simon István Olsavszky, 1735–1737
  • György Gábor Blazsovszky OSBM, 1738–1742
  • Mihály Mánuel Olsavszky OSBM, 1743–1767
  • János Bradács, 1768–1771

Bischöfe von Mukatschewe

Siehe auch

Commons: Eparchie Mukatschewe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Dobos, András: Prassi e teologia circa l’eucaristia nella storica eparchia di Mukacevo. Dall’unione di Uzhorod (1646) fino alla meta del XX secolo (Studies in Eastern Christian Liturgies 3), Aschendorff, Münster 2021, ISBN 978-3-402-21770-2
  • Ukraine: Komplexe Situation der Eparchie von Mukatschewo

Einzelnachweise

  1. History and the present state of the Greek Catholik Eparchy of Mukachevo. Greek Catholik Eparchy of Mukachevo, 30. Dezember 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2017; (englisch).

Koordinaten: 48° 37′ 23,5″ N, 22° 18′ 7,7″ O