Enrico Bartoletti
Enrico Bartoletti (* 7. Oktober 1916 in Calenzano; † 5. März 1976 in Rom) war ein italienischer römisch-katholischer Geistlicher und römisch-katholischer Erzbischof von Lucca sowie Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz.
Leben
Enrico Bartoletti wurde im Stadtteil San Donato von Calenzano als zweites von vier Kindern eines Schmieds geboren. Mit 15 Jahren trat er in das Priesterseminar des Erzbistums Florenz ein. Er wurde nach Rom an das Almo Collegio Capranica entsandt und studierte Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Weitere Studien am Päpstlichen Bibelinstitut schlossen sich an, wo Augustin Bea zu seinen Lehrern zählte. Am 25. März 1938 spendete ihm der Vizegerent des Bistums Rom, Erzbischof Luigi Traglia, in der Kapelle des Collegio Capranica die Diakonenweihe. Der Erzbischof von Florenz, Elia Kardinal Dalla Costa, spendete ihm am 23. Juli 1939 in der Salvatorkirche im erzbischöflichen Palast von Florenz das Sakrament der Priesterweihe.[1]
Nach der Priesterweihe beendete er seine Studien am Almo Collegio Capranica. Anstelle einer geplanten Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie kehrte er im Sommer 1941 nach Florenz zurück und wurde Vizerektor des Knabenseminars, dessen Leitung er zwei Jahre später übernahm. Außerdem lehrte er von 1942 bis 1958 am Priesterseminar Hebräisch, biblisches Griechisch und Einführung in die Heilige Schrift. Während der deutschen Besatzung Italiens wurde er im Dezember 1943 vorübergehend inhaftiert, weil im Knabenseminar Juden vor der drohenden Deportation versteckt worden waren.[1]
Papst Pius XII. ernannte ihn am 19. Juni 1958 zum Titularbischof von Myndus und zum Weihbischof in Lucca. Der Koadjutorerzbischof von Florenz, Ermenegildo Florit, spendete ihm am 8. September desselben Jahres in der Basilika Santissima Annunziata in Florenz die Bischofsweihe.[1] Mitkonsekratoren waren der Bischof von Fiesole, Antonio Bagnoli, und der Bischof von Colle di Val d’Elsa, Francesco Niccoli.
Im Erzbistum Lucca war seine Position anfangs schwierig, da er vom Generalvikar und einem Teil des Klerus abgelehnt wurde, während er zum Erzbischof ein hervorragendes und vertrauensvolles Verhältnis hatte. 1962 verlieh ihm die Konsistorialkongregation die Rechte eines residierenden Bischofs, die Bartoletti jedoch im Einklang mit Erzbischof Antonio Torrini auszuüben erklärte. Seine Position im Erzbistum bei Klerus und Laien verbesserte sich in dieser Zeit deutlich. 1963 wurde Bartoletti auch zum Generalvikar des Erzbistums Lucca ernannt. Von 1962 bis 1965 nahm er an allen vier Sitzungsperioden des Zweiten Vatikanischen Konzils als Konzilsvater teil.[1]
Anfang 1966 wurde er zum Apostolischen Administrator sede plene ernannt, womit er die Jurisdiktion des Erzbistums übernahm. Am 2. Januar 1971 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Koadjutorerzbischof von Lucca und am 4. September des folgenden Jahres zum Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz. Mit dem Tod Erzbischof Torrinis am 20. Januar 1973 folgte er diesem im Amt des Erzbischofs von Lucca nach. Schon am 31. März verzichtete er auf das Erzbistum und konzentrierte sich auf die Tätigkeit in der Bischofskonferenz. In den Jahren 1971 und 1974 nahm er an den Generalversammlungen der Bischofssynode teil und bereitete die Revision des Konkordats vor.[1]
Anfang März 1976 wurde Enrico Bartiletti mit einem Herzinfarkt in die Gemelli-Klinik eingeliefert, wo er am Morgen des 5. März starb. Nach Trauerfeiern in Rom und Florenz wurde er in Lucca in der Kathedrale San Martino beigesetzt.[1]
Seligsprechungsprozess
Für den wegen seiner persönlichen Anspruchslosigkeit, seines Gehorsams gegenüber der Kirche und seiner zugewandten Amtsführung verehrten Erzbischof Bartoletti wurde im Erzbistum Lucca das Verfahren zur Seligsprechung eingeleitet.[1]
Papst Leo XIV. erkannte ihm am 21. November 2025 den heroischen Tugendgrad zu.[2]
Weblinks
- Eintrag zu Enrico Bartoletti auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Enrico Bartoletti auf gcatholic.org (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g Venerabile Servo di Dio – Enrico Bartoletti (1916–1976). In: causesanti.va. Abgerufen am 24. November 2025 (italienisch).
- ↑ Promulgazione di Decreti del Dicastero delle Cause dei Santi. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 21. November 2025, abgerufen am 24. November 2025 (italienisch).
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Antonio Torrini | Erzbischof von Lucca 1973 | Giuliano Agresti |