Engelbert Johann von Marschalck
Engelbert Johann Marschalck von Bachtenbrock (* 6. Mai 1766 in Ritterhude; † 25. August 1845 in Laumühlen) war Landdrost der Landdrostei Stade und Gutsherr zu Ritterhude.
Leben
Herkunft
Engelbert Johann Marschalck von Bachtenbrock war Sohn von Friederich Christian Marschalck von Bachtenbrock († 1789), Gutsherrn auf Klint, und der Dorothea Arnoldine von der Hude (1740–1769),[1] Tochter des Otto Christoph von der Hude, auf Ritterhude-Hudenhof (1700–1757).[2]
Über seine Mutter, eine geborene von der Hude, erbte Marschalck das adelige Gut Hudenhof, sowie 2/10 des adeligen Gutes Fergersberg, die beide zum Gericht Ritterhude gehörten.[3]
Berufliches Wirken
1784 gehörte Marschalck als Page zum kurfürstlich braunschweig-lüneburgischen Hofstaat.[4] Ab 1784 beim 9. Infanterie-Regiment, war er 1793 in den Niederlanden stationiert und wurde 1794 zum Hauptmann befördert.
1802 wurde er Landrat. 1806 verhandelte er als Beauftragter der hannoverschen Stände persönlich mit dem französischen Kaiser Napoleon.[5] 1809 wurde Marschalck Präsident der Bremer Ritterschaft und nach dem Ende der französischen Herrschaft 1813 Mitglied des Regierungskollegiums in Stade. 1818 wurde er Regierungsrat und Präsident des provisorischen Regierungskollegiums, 1823 erster Landdrost der neugeschaffenen Landdrostei Stade. Er erhielt den Titel eines Geheimen Rats. Schon 1815 wurden seine Leistungen beim Wiederaufbau der welfischen Verwaltung mit der Mitgliedschaft in der Ritterklasse des Guelphen-Ordens gewürdigt. Am Ende seiner öffentlichen Wirksamkeit wurde ihm das Commander-Kreuz dieses Ordens verliehen.[6]
Familie
Marschalck heiratete am 2. August 1798 Maria Sophia von der Decken (1768–1864),[1]. Das Paar hatte mehrere Kinder:
- Friedrich Christian Dietrich (* 7. März 1809; † 30. Mai 1874), Gutsherr auf Laumühlen ⚭ 1832 Auguste Henritte Susanne von Berger (* 4. August 1807; † 10. März 1895)
- Wilhelm Friedrich (* 7. Oktober 1802; † 5. Februar 1875), Herr auf Ritterhude, hannoverscher Oberst ⚭ 1834 Frederike Elisabeth von Mengersen (* 29. August 1811; † 22. Juni 1881)
- Engelbert Johann (* 3. Februar 1804; † 30. April 1869), Obergerichtsdirektor ⚭ Klara Elisabeth Adolfine Busch (* 29. Dezember 1820; † 13. Februar 1858)
- Dietrich Arnold Ludwig (* 10. April 1809; † 12. August 1895), Gutsherr auf Ovelgönne und Nindorf, königlich hannoverscher Hauptmann,[1] Landschaftsrat und Erbmarschall des Herzogtums Bremen[5] ⚭ 1834 Thekla von der Decken (* 28. März 1814; † 21. November 1877), Erbin von Nimdorf
- Auguste (* 14. Januar 1811; † 1892), Stiftsdame in Wunstorf
Marschalcks Nachlass befindet sich im Kreisarchiv Hadeln in Otterndorf.
Literatur
- Wilhelm Lenz: Engelbert Johann von Marschalck 1766-1845. In: Otto Heinrich May (Hg.): Niedersächsische Lebensbilder, Bd. 3, Hildesheim: Lax 1957, S. 167–176
- Rauch: Die Chefs der Stader Regierung bis 1866. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 24 (1930), S. 77f.
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, 1901, S.601
Einzelnachweise
- ↑ a b c Genealogien des dt. Adels: Stammblatt Engelbert Johann Marschalck von Bachtenbrock (abgerufen am 7. März 2016)
- ↑ Genealogien des dt. Adels: Stammblatt Otto Christoph von der Hude (abgerufen am 7. März 2016)
- ↑ Peter von Kobbe, Geschichte und Landesbeschreibung der Herzogthümer Bremen und Verden, Band 1, Göttingen 1824, S. 172
- ↑ Königl.-Grossbrittannischer und Churfürstl.-Braunschweig-Lüneburgscher Staats-Kalender auf das Jahr 1784, S. 27
- ↑ a b Gemeinde Hechthausen: Gut Ovelgönne (abgerufen am 7. März 2016)
- ↑ Nekrolog im Hof- und Staatshandbuch 1846 Anh. S. VI