Engelbert Anton von Wrede

Engelbert Anton von Wrede (* 5. Dezember 1742; † 12. September 1808) war der letzte Dompropst des Domkapitels Münster in der Zeit des Alten Reiches.

Leben

Engelbert von Wrede stammte aus dem westfälischen Adelsgeschlecht Wrede. Der Vater war Ferdinand Karl von Wrede zu Melschede. Die Mutter war Klara Lucia (geb. von der Asseburg zu Hinnenburg).

Durch päpstliche Kollation kam Wrede 1761 an eine Domkanonikerstelle in Hildesheim. Durch Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels kam 1775 eine Stelle in Münster hinzu. Dort wurde er 1782 auch Domküster. In Hildesheim wurde von Wrede 1790 Domscholaster. Er war auch Geheimer Rat im Hochstift Münster. Als Anfang 1795, während des Ersten Koalitionskrieges, Kavallerie und Infanterie der Kaiserlichen Armee nach Münster beordert wurde, war er mit der Organisation der Einquartierung der Soldaten in den Häusern der Stadt betraut.[1]

Im Jahr 1800 wurde er zum Dompropst in Münster gewählt. Kurze Zeit später wurde er auch Präsident des geheimen Rates. In seine Zeit fällt das Ende des Hochstifts Münster zu Gunsten des preußischen Erbfürstentum Münster seit 1802 und die französische Besetzung ab 1806. Angesichts der politischen Veränderungen führte er einen Briefwechsel mit dem damaligen Domdechanten Ferdinand August von Spiegel über die zukünftige Stellung der Domkapitel. Wegen Streitigkeiten um die Besetzung der Pfarrei Altenberge führte er vor dem Reichskammergericht einen Prozess gegen Herzog Joseph Arnold von Looz-Corswarem.

Literatur

  • Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Domstift St. Paulus zu Münster, Band 2 (= Germania Sacra, Neue Folge, Band 17, Teilband 2). de Gruyter, Berlin 1982, ISBN 3-11-008508-9, S. 79–80.

Fußnoten

  1. Hermann Büschleb: Scharnhorst in Westfalen. Politik, Administration und Kommando im Schicksalsjahr 1795. Mittler, Herford 1979, ISBN 3-8132-0040-X, S. 34–36 und 123–124.