Emil Werunsky

Emil Johann Zölestin Werunsky (* 6. April 1851 Mies, Bezirk Tachau, Königreich Böhmen; † 25. Februar 1942 in Prag) war ein österreichisch-tschechischer Historiker und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Emil Werunsky, ein Bruder des Rechtswissenschaftlers Albert Werunsky, studierte nach dem Besuch des Gymnasiums in Prag seit 1869 Geschichte, Germanistik und Katholische Theologie an der Universität Prag. Nach dem Staatsexamen für den höheren Schuldienst promovierte er dort 1875 bei Ernst Martin. Nach weiteren Studien an den Universitäten Göttingen, Wien und München habilitierte er sich 1877 für Neuere Geschichte an der Universität Prag. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung 1921, zunächst als Privatdozent, seit 1882 als außerordentlicher und ab 1892 als ordentlicher Professor für Allgemeine Geschichte und Historische Hilfswissenschaften. Seit 1879 war Werunsky Mitglied der Königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. 1916 wurde ihm der Titel „Hofrat“ verliehen.

Hauptschwerpunkt der Forschung von Emil Werunsky war der deutsche Kaiser Karl IV. und seine Zeit.

Schriften (Auswahl)

  • Italienische Politik, Papst Innozenz VI. und König Karl IV. in den Jahren 1353–1354. Braumüller, Wien 1878 (= Habilitationsschrift Universität Prag).
  • Der erste Römerzug Karls IV. (1354–1355). Wagner, Innsbruck 1878.
  • Geschichte Kaiser Karls IV. und seiner Zeit. Drei Bände. Wagner, Innsbruck 1880–1892.
  • Die culturhistorische Bedeutung des deutschen Städtewesens in Böhmen. In: Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen, Bd. 20 (1881), S. 61–77.
  • Die Maiestas Karolina. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung, Bd. 9=22 (1888), S. 64–103.
  • Der Ordo iudicii terre Boemie. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Germanistische Abteilung, Bd. 10=23 (1889), S. 98–167.
  • Österreichische Reichs- und Rechtsgeschichte. Ein Lehr- und Handbuch. 12 Lieferungen. Manz, Wien 1894–1938.
  • Auszüge aus den Registern der Päpste Clemens VI. und Innocenz VI. zur Geschichte des Kaiserreichs unter Karl IV. Wagner, Innsbruck 1895.
  • Böhmens sozial-politische Entwicklung in vorhusitischer Zeit. In: Neue Jahrbücher für das klassische Altertum und deutsche Literatur, Bd. 7 (1901), S. 432–452.
  • Kritische Bemerkungen zur österreichischen Landrechtsfrage. In: Archiv für österreichische Geschichte, Bd. 110 (1924), S. 374–413.

Einzelnachweise

  1. Werunsky, Emil. In: Wolfgang Weber: Biographisches Lexikon zur Geschichtswissenschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Lehrstuhlinhaber für Geschichte von den Anfängen des Faches bis 1970. 2. Aufl. Lang, Frankfurt/M. 1987, S. 656, ISBN 3-8204-1051-1; Gustav Pirchan: Prof. Dr. Emil Werunsky †. In: Zeitschrift für Geschichte der Sudetenländer, Bd. 6 (1943), S. 102–107 (abgerufen am 27. November 2025).