Emil Thaetner
Emil Otto Thaetner (* 26. Oktober 1888 in Hannover; † 24. April 1976 in Cincinnati, Ohio) war ein deutsch-amerikanischer Maler.
Leben
Emil Otto Thaetner wurde als Sohn eines Schuhmachers in Hannover geboren und zog im Alter von 13 Jahren mit seiner Familie nach Frankfurt am Main, wo er Kunst studierte. Ab 1909 war er auf der 11. Jahresausstellung der Frankfurter Künstler im Frankfurter Kunstverein vertreten; ab 1910 stellten Frankfurter Galerien regelmäßig seine Werke aus.[1]
Im Ersten Weltkrieg diente Thaetner als Armierungssoldat und Korpsmaler in Frankreich. Nach 1918 konnte er zunächst an frühere Erfolge anknüpfen, wurde jedoch durch die Hyperinflation der frühen 1920er-Jahre wirtschaftlich stark beeinträchtigt.[1]
1923 emigrierte er in die USA und ließ sich in Cincinnati (Ohio) nieder. Er heiratete die aus Deutschland stammende Marie Ernst. Thaetner arbeitete dort überwiegend in der Industrie und bewirtschaftete mit seiner Frau eine kleine Farm. 1941 erhielt das Ehepaar die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. 1968 erlitt Thaetner einen Schlaganfall. Er starb im April 1976, seine Frau Marie im Jahr 1977; beide wurden in Cincinnati begraben.[1]
Werk
Thaetners Schaffen umfasst vor allem Landschaftsbilder, die oftmals auf Reisen entstanden, sowie Blumenstillleben. 1912 gestaltete er das Plakat zur Grundsteinlegung des Neubaus der Alten Brücke in Frankfurt;[2] 1914 hielt er die Alte Brücke kurz vor ihrem Abriss in einem Gemälde fest. 1917 erwarb das Städel Museum in Frankfurt ein Frühwerk von 1909.[1][3]
Auch in den USA malte Thaetner weiter, insbesondere Blumenstillleben in realistisch-spätimpressionistischer Tradition. 1948 wurde er Mitglied des Cincinnati Art Club. In späteren Jahren entstanden zudem religiöse Motive.[1]
Literatur
- Barbara Hofkamp: From Frankfurt to Cincinnati: Emil Otto Thaetner (1888–1976). Cincinnati Art Club, Cincinnati 2026. In: Dragonfly. Band 69, Heft 6, Januar 1926, S. 4–5.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Barbara Hofkamp: From Frankfurt to Cincinnati: Emil Otto Thaetner (1888–1976). In: Cincinnati Art Club (Hrsg.): Dragonfly. Band 69, Nr. 6. Cincinnati 2026, S. 4–5 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Emil Thaetner. In: Die Fackel: Freie Frankfurter Wochenschrift. 9. Jahrgang, Nr. 20. Frankfurt am Main 18. Mai 1912, S. 7.
- ↑ Sabine Schulze, Stephan Mann: Das 20. Jahrhundert im Städel. Hrsg.: Städelsches Kunstinstitut. G. Hatje, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-7757-0707-7, S. 159.