Emil König (Musiker)
Karl Emil Bernhard König (* 28. Juli 1864 in Marienberg; † 22. Februar 1939[1] in Dresden) war ein deutscher Kammermusiker, stellvertretender Konzertmeister und über 45 Jahre Mitglied der Staatskapelle Dresden.
Leben und Wirken
König stammte aus dem Erzgebirge. Ab seinem neunten Lebensjahr wurde er von seinem Vater, der später Direktor der Knabenkapelle in Dresden wurde, im Violinspiel ausgebildet. Bereits frühzeitig trat er in Konzerten auf, so vor dem Prinzen und späterem König Georg von Sachsen. Ab seinen 18. Lebensjahr besuchte er mit Förderung des sächsischen Königs Albert die Königliche Akademische Hochschule für ausübende Tonkunst in Berlin, wo er neben Violin-Unterricht sich im Klavierspiel und in Musiktheorie u. a. bei Professor Joseph Joachim weiterbildete. Danach trat er einige Zeit mit einer eigenen Kapelle auf, so 1883 in Freiberg. Nach erfolgreichem Probespiel wurde König am 1. Februar 1884 Mitglied der Königlichen musikalischen Kapelle zu Dresden. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde er zum Königlich Sächsischen Kammermusikus ernannt.
Über 45 Jahre hindurch war er ein wertvolles Mitglied der Staatskapelle und bekleidete in den letzten Jahren den verantwortungsvollen Posten des neben dem Konzertmeister sitzenden Vorspielers der ersten Geigen. Daneben versah er das Ehrenamt eines Dienstordners der ersten Geigen. Am 31. Oktober 1930 ging König in den Ruhestand.
Außer durch seine Orchestertätigkeit hat sich König auch als gesuchter Lehrer seines Instruments um das Dresdner Musikleben sehr verdient gemacht und genoss als erfolgreicher Musikpädagoge Ansehen.[2] Er war Inspektor der Violinklassen. Zu seinen Schülern zählten an der Dresdner Musikschule Paul Runge (1909), Wenzel Kral (1910), Hans Weiße und Paul Wehner (1911).
Literatur
- Adolph Kohut: Das Dresdner Hoftheater in der Gegenwart. E. Pierson's Verlag, Dresden und Leipzig 1888, S. 435.
- Heino von Dickinson-Wildberg: Das Dresdner Hoftheater in der Gegenwart. F. Pierson’s Verlag, Dresden 1902, S. 232.
- Kammermusikus Ernst König †. In: Abendausgabe der Dresdner Nachrichten. vom 1. März 1939, S. 2.
- Andreas Schreiber: Von der Churfürstlichen Cantorey zur Sächsischen Staaatskapelle Dresden. Ein biografisches Mitgliederverzeichnis 1548−2003. Sächsischen Staatskapelle, Dresden 2003.