Emil Herbst (Unternehmer)
Emil Friedrich Herbst (* 9. Oktober 1854 in Mailand; † 2. September 1939 in Ulm) war ein deutscher Textilunternehmer und Politiker.
Leben und Wirken
Nach Schulzeit und Berufsausbildung arbeitete Emil Herbst für verschiedene Unternehmen der Weiß- und Wollwarenbranche als Angestellter bzw. Reisender. 1880 eröffnete er in Ulm ein Agentur- und Weißwarengeschäft. Zwischen 1890 und 1905 ließ er eine Wäschefabrik in Ulm erbauen, zudem kamen Filialen auf der Schwäbischen Alb dazu. 1904 entstand eine noch größere Fabrikanlage in Ulm (Zinglerstraße). Diese verkaufte Herbst 1914 an die Geislinger Firma Becker & Co., blieb aber verantwortlicher Gesellschafter und Teilhaber der „Fa. Emil Herbst, Kommanditgesellschaft, Bekleidungsindustrie, Schürzenfabrik, Ulm an der Donau“.
Herbst wurde 1907 Mitgründer und Vorsitzender des Ulmer Fremdenverkehrsvereins, war ab 1908 stellvertretender Vorsitzender der Handelskammer Ulm und 1928/1929 deren Vorsitzender. Außerdem war er zeitweilig Aufsichtsratsvorsitzender der Ulmer Gewerbebank. Von Wilhelm II. erhielt er den Titel eines Kommerzienrats. 1929 zog er sich aus allen Ämtern zurück.
Politisch engagierte sich Emil Herbst in der DP, wurde Mitglied des Ulmer Bürgerausschusses und war von 1911 bis 1919 Gemeinderatsmitglied. Ende 1918 war er Mitgründer der DNVP und 1919/1920 Mitglied der Verfassungsgebenden Württembergischen Landesversammlung bzw. MdL, wurde aber 1920 nicht mehr in den Landtag gewählt.
Sein Grabmal befindet sich auf dem Hauptfriedhof Ulm. Der Nachlass wird im Stadtarchiv Ulm aufbewahrt[1].
Literatur
- Frank Raberg: Biografisches Lexikon für Ulm und Neu-Ulm 1802–2009. Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7995-8040-3, S. 163.