Emil Enhuber

Emil Enhuber, eigentlich Emil August Edler von Enhuber (* 8. Februar 1878 in Pilsen, Österreich-Ungarn; † 3. November 1947 in Prag, Tschechoslowakei) war ein tschechoslowakischer Politiker (DCSVP/SdP) sudetendeutscher Herkunft.

Leben und Werk

Enhuber war der Sohn eines k. k. Hauptmanns. Nach der Realschule absolvierte er von 1894 bis 1896 die Kadettenschule in Wien und schlug die Offizierslaufbahn ein. Enhuber war Teilnehmer des Ersten Weltkrieges bei den Tiroler Kaiserjägern. Schließlich war er bis 1921 Berufsoffizier, zuletzt im Rang eines Majors bei der tschechoslowakischen Armee.

Danach wurde er Sekretär des Bäckerverbandes in Teplitz-Schönau und gehörte dem Staatsgewerberat an. Politisch engagierte er sich zunächst bei der Deutschen Christlich-Sozialen Volkspartei (DCSVP), für die er als Parteisekretär in Aussig wirkte. Nach 1933 war er Mitglied der Sudetendeuten Heimatfront und ab 1935 gehörte er für die Sudetendeutsche Partei (SdP) als Senator dem tschechoslowakischen Senat an.[1] Nach der deutschen Besetzung des Sudetenlandes infolge des Münchner Abkommens erlosch sein Amt am 30. Oktober 1938. Er beantragte am 16. Januar 1939 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. November 1938 aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.682.311).[2] Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde er gemeinsam mit weiteren SdP-Politikern inhaftiert und von tschechoslowakischen Behörden zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er starb im Prager Gefängnis Pankrác.[1]

Literatur

  • Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest – Statistisch-Biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1919–1945. Kopenhagen 1991.
  • Mads Ole Balling: Zur soziokulturellen Struktur der deutschen Abgeordneten in der Tschechoslowakei und anderen ostmitteleuropäischen Staaten 1919–1945 In: Bohemia. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der böhmischen Länder. Band 36, 1995, Nummer 1, S. 39–56, hier S. 51 (Digitalisat)
  • Mikuláš Zvánovec: Die SdP im Parlament. Eine Kollektivbiographie der Mitglieder des parlamentarischen Klubs der Sudetendeutschen und der Karpatendeutschen Partei. 2014.

Einzelnachweise

  1. a b Mads Ole Balling: Zur soziokulturellen Struktur der deutschen Abgeordneten in der Tschechoslowakei und anderen ostmitteleuropäischen Staaten 1919–1945 In: Bohemia. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der böhmischen Länder. Band 36, 1995, Nummer 1, S. 51 .
  2. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/7921201