Emerich du Mont
Emerich du Mont, ab 1853 Emerich du Mont von Monten, auch Emmerich du Mont von Monten (* 22. April 1846 in Pest, Kaisertum Österreich; † 8. Juli 1911 in Reichenau) war ein österreichisch-ungarischer Offizier und Schriftsteller.
Leben
Emerich du Mont war ein Sohn von Heinrich Alfons Baron du Mont von Monten (1811–1876) und dessen Ehefrau Maria Anna Gräfin Batthyány von Német-Ujvar (1814–1886). Seine Schwester Freiin Marie du Mont (1845–1928) war mit dem Freiherrn Friedrich von Mylius (1842–1886) verheiratet.
Die Ausbildung von Emerich du Mont erfolgte zunächst am Kadetteninstitut zu Hainburg an der Donau und anschließend ab 1860 an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt. Nach der Ausmusterung wurde er als Lieutenant m. G. zum k.u.k. Husarenregiment „Graf von Hadik“ Nr. 3 eingeteilt, am 19. Mai 1866 zum Lieutenant h. G. ernannt und machte den Feldzug in Italien mit. Er wurde 1866 in der Schlacht von Custozza, in der die österreichisch-ungarische Armee gegen die Italiener kämpfte, verwundet und geriet in Gefangenschaft. Nach seiner Freilassung wurde er am 18. Oktober 1868 noch zum Oberlieutenant ernannt, verließ jedoch zum Missfallen seines Vaters die Armee und betätigte sich in Graz als philosophischer Schriftsteller.
Er bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[1] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Emerich Du Mont zu Graz in Steiermark wurde er auf Blatt 11 in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[2]
Er war seit 7. Januar 1874 verheiratet mit Friederike Henriette Gräfin von Attems (1846–1936). Das Ehepaar hatte drei Töchter, die alle im Säuglingsalter starben.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Der Fortschritt im Lichte der Lehren Schopenhauer's und Darwin's. F. A. Brockhaus, Leipzig 1876 (hathitrust.org)
- Das Weib. Philosophische Briefe über dessen Wesen und Verhältniss zum Manne. 2. vermehrte Aufl., Brockhaus, Leipzig 1880. (hathitrust.org)
Literatur
- John Sanderson du Mont: du Mont de Soumagne and Allied Families. Greenfield, Massachusetts 1960 (PDF)
- Johann Svoboda: Die Theresianische Militär-Akademie zu Wiener Neustadt und ihre Zöglinge von der Gründung der Anstalt bis auf unsere Tage. Zweiter Band, Selbstverlag, k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1894, S. 461 (google.de)
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Perthes, Gotha 1884, S. 174 (google.de)
Weblinks
- Literatur von und über Emerich du Mont im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Wienbibliothek im Rathaus: Du Mont, Emmerich von
Anmerkungen
- ↑ Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
- ↑ Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)