Emanuele L. M. Schweizer-Meyer

Emanuele L. M. Schweizer-Meyer (* 3. Dezember 1866 in Eppendorf; † 19. Januar 1948 in Arosa) war eine Schweizer-deutsche Ärztin und Publizistin.

Leben

Schweizer-Meyers Vater war Zirkusreiter. Mir ihrer Familie zog sie zunächst von Ort zu Ort, bevor sie in ein Waisenheim nach St. Pölten kam. Durch ihre guten schulischen Leistungen konnte sie anschließend die Mittelschule in Innsbruck besuchen, wo sie ihr Abitur ablegte. Sie studierte Medizin an der Universität Innsbruck. Mit ihrem Mann, den sie nach dem Studium kennenlernte und heiratete, ging sie nach Amerika, wo sie mehrere Jahre lang sporadisch als Ärztin arbeitete und drei Kinder bekam. Nach einigen Jahren entpuppte sich der Ehemann als geweihter katholischer Priester, woraufhin Emanuele Schweizer-Meyer sich von ihm trennte und alleine in die Schweiz zurückkehrte. Nach einiger Zeit wurde sie von kirchlicher Seite dazu gedrängt, eine Stelle als Missionshilfe in Kalifornien anzunehmen. Vor dem Ersten Weltkrieg kehrte sie von dort nach Europa zurück und arbeitete in Süddeutschland als Ärztin. Im Krieg war sie in Köln in der Kriegsfürsorge tätig.

Nach 1918 zog Schweizer-Meyer wieder in die Schweiz, wo sie im Schloss Schauensee bei Kriens lebte.

Emanuele Schweizer-Meyer unternahm zahlreiche Vortragsreisen in der Schweiz und in Deutschland. Sie wandte sich in erster Linie an ein weibliches Publikum; Ihre Vorträge beschäftigten sich mit medizinischen, kirchen-, sozial- und gesellschaftskritischen Themen; ihre Kritik an Staat und Kirche brachte ihr in der Schweiz bald ein Redeverbot ein. Schweizer-Meyer verlegte sich nun stärker darauf, ihre Ansichten in eigenen Publikationen darzulegen, die sich in Deutschland sehr viel besser verkauften als in der Schweiz. Neben Schriften zu den Themen ihrer Vorträge publizierte sie auch medizinische Fachbücher und Aufklärungsliteratur.

Zwischen 1918 und 1943 verlor sie alle ihre drei Kinder. In den letzten Jahren lebte sie zurückgezogen in Arosa.

Veröffentlichungen

  • Die Hygiene im Leben des Weibes: ein Vademecum durch alle Phasen des Frauenlebens von der Kindheit bis ins Greisenalter. Druck und Verlag von J. Ebner, Ulm 1910.
  • Vom Mädchen zur Frau: ein zeitgemäßes Erziehungs- und Ehebuch: allen reifenden Töchtern, Gattinnen, Müttern und Volkserziehern gewidmet. Strecker & Schröder, Stuttgart 1912.
  • Vor heiligen Toren: ein Aufklärungsbuch der Jugend zum Eintritt ins Leben und in den sittlichen Kampf; ein Vademecum auch den Erziehern und Jugendfreunden. Strecker & Schröder, Stuttgart 1913 (Digitalisat).
  • Gedanken und Ratschläge, Heilbronn 1919.
  • Vom Amboß meiner Seele: Splitter und Funken. E. Salzer, Heilbronn 1921.
  • Der Weg zur neuen Lebensgemeinschaft. Bd. 1: Das Weib als Persönlichkeit. Grethlein, Zürich 1924.

Literatur

  • Inge Sprenger-Viol: „Wo ein Begeisterter steht, da ist heiliges Land“. Emanuele Meyer-Schweizer, Ärztin und Schriftstellerin. In: Eisabeth Ryter, Liliane Studer, Doris Stump, Maya Widmer, Regula Wyss (Hrsg.): Und schrieb und schrieb wie ein Tiger aus dem Busch. Über Schriftstellerinnen in der deutschsprachigen Schweiz. Limmat Verlag, Zürich 1994, ISBN 3-85791-232-4, S. 193–205.