Elsa-Brändström-Schule (Elmshorn)
| Elsa-Brändström-Schule | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Schulnummer | SH0705451 |
| Gründung | 1870 |
| Adresse | Zum Krückaupark 7 |
| Ort | Elmshorn |
| Land | Schleswig-Holstein |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 53° 45′ 28″ N, 9° 40′ 26″ O |
| Träger | Stadt Elmshorn |
| Schüler | 1.082 (Schuljahr 2022/2023)[1] |
| Leitung | Kevin Amberg (seit 2019)[2] |
| Website | ebs-elmshorn.de |
Die Elsa-Brändström-Schule ist ein staatliches Gymnasium in Elmshorn (Kreis Pinneberg). Die Schule wurde 1870 als private Mädchenschule gegründet. Seit 1897 ist die Stadt Elmshorn Träger der Schule. 1956 wurde die Schule nach Elsa Brändström benannt, seit 1969 werden dort auch Jungen unterrichtet.
Geschichte
Die Schule wurde 1870 als Höhere Töchterschule und Privatschule gegründet. Das Jürs’sche Haus in der heutigen Schulstraße wurde zum ersten längerfristigen Standort.[3] In der Traditionsüberlieferung der Schule gilt somit 1870 als Gründungsjahr, auch wenn Träger, Schulform und Standort seitdem mehrfach gewechselt haben.[4]
1897 zog die Schule in das Gebäude der damaligen Knabenmittelschule am Propstenfeld, im selben Jahr ging die Schule in die Trägerschaft der Stadt Elmshorn über. Somit hieß die Schule nun Städtische höhere Mädchenschule. 1903 wurde das neue Schulgebäude an der Bismarckstraße 13 bezogen, heute ist dort die Volkshochschule Elmshorn untergebracht. 1911 wurde die Schule zum Städtischen Lyzeum.[3]
Von 1936 bis 1938 erhielt das Lyzeum eine Oberstufe, ab 1938 lautet der Name Oberschule für Mädchen.[3] 1939 legten dort die ersten Schülerinnen ihre Abiturprüfung ab.[5] Am 3. August 1943 wurde das Schulgebäude bei einem schweren Luftangriff auf Elmshorn zerstört, der Unterricht musste an anderen Orten fortgesetzt bzw. fiel aus.[3]
Ab Ostern 1946 wurde der Unterricht im Gebäude der Bismarckschule im Schichtbetrieb wieder aufgenommen. 1954 war das alte Schulgebäude an der Bismarckstraße 13 wieder aufgebaut und die Schule zog dorthin zurück. 1955 zog die Schule in einen Neubau an der Beselerstraße, im selben Jahr wurde die Oberschule zum Gymnasium umbenannt. 1956 wurde die Schule nach Elsa Brändström benannt und hieß nun Elsa-Brandström-Schule – neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium für Mädchen, ab 1968 nur noch Elsa-Brändström-Schule.[3] 1960 verfügte die Elsa-Brändström-Schule über 17 Stammklassen und 6 Sonderräumen. Der Neubau an der Krückau wurde 1969 fertiggestellt und die Schule zog dorthin um.[6] Ebenfalls 1969 begann an der Schule die Koedukation.[3]
Standort und Architektur
Der Standort der Schule befindet sich seit 1969 östlich des Stadtzentrums im Quartier Langelohe. Nach Norden und Westen ist das Schulgelände von einer Schleife der Krückau begrenzt, nach Süden und Osten vom Krückaupark mit einem Freibad und Sportanlagen. Das Schulgelände ist etwa 25.000 m² groß und wird von der Stichstraße Zum Krückaupark erschlossen.
Im ersten Bauabschnitt wurde von 1964 bis 1969 das Hauptgebäude errichtet, das aus drei langgestreckten Riegeln besteht. Diese zweigeschossigen Riegel sind parallel angeordnet und mittels Gängen miteinander verbunden. Zwischen mittlerem und nördlichen Riegel befinden sich zwei größere Räume.[3] An der Westseite des Schulgeländes steht eine Ein-Feld-Halle (378 m² Sportfläche) mit zusätzlicher Gymnastikhalle (180 m²). Zusätzlich kann die Schule die Dreifachhalle im Krückaupark nutzen.[7]
Von 1974 bis 1977 wurde der Erweiterungsbau für die Oberstufe errichtet, der sich im Norden des Schulgeländes befindet. Jenes Gebäude ist ebenfalls zweigeschossig aber kompakter als das Hauptgebäude entwickelt. Die Cafeteria „EBS-Treff“ wurde 1995 eingeweiht und befindet sich am Eingang zum Schulgelände. 2011 war die neue Mensa bezugsfertig.[3]
Auf dem Schulgelände befinden sich zwei Arbeiten von Walter Arno (1930–2005), die vermutlich im Programm „Kunst am Bau“ angekauft wurden: Am Eingang zum Hauptgebäude ist ein mehrteiliges Wandrelief angebracht, das aus farbigen Keramik-Scherben auf strukturierten Betonplatten besteht.[8] Vor Fertigstellung des Erweiterungsbaus war dieses Relief freistehend,[9] seit 1977 bildet es die Wand. Am Übergang zwischen Hauptgebäude und Erweiterungsbau steht eine abstrakte Skulptur aus Edelstahl.[10]
Schulprofil
Die Schule hatte im Schuljahr 2022/2023 knapp 1.100 Schüler und wurde 5-zügig betrieben.[1] Das entspricht der Schulentwicklungsplanung, der zusätzliche Raumbedarf soll durch einen Erweiterungsbau gedeckt werden.[11]
Seit 1986 besteht eine Schulpartnerschaft mit der Buena High School in Ventura (CA), die vom German American Partnership Program gefördert wird.[12] Jedes Jahr können zwanzig Schüler und Schülerinnen aus Elmshorn vier Wochen an der High School und in Gastfamilien verbringen.[13]
Seit 2024 ist die Elsa-Brändström-Schule als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage zertifiziert. Pate ist das Model Felix Nieder. 146 Schulen in Schleswig-Holstein hatten 2025 solch ein Zertifikat, mehr als 50 davon sind Gymnasien.[14] Damit trägt jedes zweite Gymnasium in Schleswig-Holstein dieses Label.[15]
Bekannte Ehemalige
- Ruth Albrecht (* 1954), evangelische Theologin (Abitur 1973)
- Harald Kirschninck (* 1954), Historiker (Abitur 1975)
- Volker Hatje (* 1961), Oberbürgermeister der Stadt Elmshorn 2013–25 (Abitur 1981)
- Telse A. Iwers (* 1964), Erziehungswissenschaftlerin (Abitur 1983)
- Sören Sieg (* 1966), Musiker (Abitur 1984)
- Beate Raudies (* 1966), Politikerin (SPD) (Abitur 1985)
- Birgit Hesse (* 1975), Politikerin (SPD), Ministerin und Landtagspräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern
- Kim-Sarah Brandts (* 1983), Schauspielerin
- Felix Nieder (* 1993), Männermodel
Weblinks
- Website der Elsa-Brändström-Schule in Elmshorn
Einzelnachweise
- ↑ a b Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hrsg.): Verzeichnis der allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein 2022/2023. ISSN 0586-5646, Hamburg/Kiel 2023, S. 58. (Online, Schulnummer 0705451)
- ↑ Schulleitung auf der Website der Elsa-Brändström-Schule (Abgerufen im September 2025), Kevin Amberg ist der neue Chef an der Elmshorner EBS, Elmshorner Nachrichten, 12. August 2019.
- ↑ a b c d e f g h Die Geschichte der Elsa-Brändström-Schule auf der Schulwebsite (Abgerufen im September 2025)
- ↑ Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum der Elsa-Brändström-Schule Elmshorn: 1870-1995. Elmshorn 1995.
- ↑ Elsa-Brändström-Schule Elmshorn: 50 Jahre Abitur an der Elsa-Brändström-Schule Elmshorn - 1939-1989. Elsa-Brändström-Schule, Elmshorn 1989.
- ↑ Hans Hinrich Köhncke: Elmshorn : Chronik einer Stadt, herausgegeben von der Stadt Elmshorn. Elmshorn 1970, PPN 020177275, S. 242–243.
- ↑ Stefan Eckl: Sport und Bewegung in Elmshorn - Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung 2019. Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung, Stuttgart 20219, S. 22. (Online)
- ↑ Walter Arno: Ohne Titel (1970er Jahre, Beton, Keramik) auf der privaten Website Kunst@SH (Abgerufen im September 2025)
- ↑ Förderverein Stadtarchiv Elmshorn, Abbildung des Wandreliefs von Walter Arno vor Fertigstellung des Erweiterungsbaus. (Abgerufen im September 2025)
- ↑ Walter Arno: Skulptur (1970er Jahre, Chrom-Nickel-Stahl) auf der privaten Website Kunst@SH (Abgerufen im September 2025)
- ↑ Stadt Elmshorn: Schulentwicklungsplanung des Kreises Pinneberg, 1. Fortschreibung 2021, S. 239–241. (Online)
- ↑ /Seit-drei-Jahrzehnten-fahren-Braendstroem-Schueler-in-die-USA In: Hamburger Abendblatt, Regionalausgabe Pinneberg, 8. Juli 2026.
- ↑ Deutsch-amerikanischer Austausch seit 1986 auf der Schul-Website (Abgerufen im September 2025)
- ↑ Schulen ohne Rassismus- Schulen mit Courage in Schleswig-Holstein, Eintrag zu Elsa-Brändström-Schule ist Nr. 312 (Abgerufen im August 2025)
- ↑ Laut Schuldatenbank Schleswig-Holstein gab es im Schuljahr 2024/25 101 Gymnasien im Bundesland. (Abgerufen im August 2025)