Ella Carmichael

Elizabeth Catherine (Ella) Carmichael (* 9. August 1870 in Lismore, Argyll; † 30. November 1928 in Edinburgh), nach ihrer Heirat auch Mrs. W. J. Watson, war eine schottisch-britische Herausgeberin und Forscherin, bekannt als Förderin der schottisch-gälischen Sprache.[2]

Leben

Carmichael war die einzige Tochter unter vier Kindern von Alexander Carmichael, einem Zollbeamten, Autor und Volkskundler, und Mary Frances MacBean Carmichael. Sie wuchs auf Uist auf.[2] Sie war eine der ersten Studentinnen, die an der Universität Edinburgh eingeschrieben wurden.[3][4]

Carmichael gründete 1894 die Celtic Union und die Women Students’ Celtic Society an der Universität Edinburgh, nachdem ihr die Mitgliedschaft in der ausschließlich männlichen University Celtic Society verwehrt worden war. Sie half ihrem Vater bei der Transkription und Bearbeitung der Carmina Gadelica (1900)[3] und arbeitete später an einer überarbeiteten Ausgabe dieses bahnbrechenden Werks.[5] Von 1904 bis 1916 unterstützte sie als stellvertretende Herausgeberin der Celtic Review die Erforschung und Erhaltung der schottisch-gälischen Sprache.[2] Die Forscher halten sie für das wahrscheinliche Vorbild für John Duncans Grafik Anima Celtica (1895).[6]

1904 nahm Carmichael in ihrer Funktion als Herausgeberin der Celtic Review an der Jahresversammlung der Caledonian Medical Society teil.[7] 1906 hielt sie in Glasgow einen Vortrag zum Thema The Evil Eye.[8] Außerdem verfasste sie Artikel für die Zeitschrift An Deo-Ghreine; ihr Essay Some Things Women Can Do aus dem Jahr 1905 beginnt wie folgt: „Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass, wenn unsere Frauen sich mit ganzem Herzen für die gälische Bewegung einsetzen würden, die Zukunft der Sprache gesichert wäre und man nicht davon sprechen könnte, dass Gälisch zum Aussterben verurteilt wäre.“.[9]

Carmichael heiratete 1906 William J. Watson, einen Professor für Keltologie an der Universität Edinburgh. Sie hatten zwei Söhne; der ältere Sohn starb im Kindesalter. Ihr jüngerer Sohn, James Carmichael Watson, wurde ebenfalls Keltologe; er kam 1942 im Zweiten Weltkrieg ums Leben.[2]

Carmichael starb am 30. November 1928 im Alter von 58 Jahren in Edinburgh.[2]

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Einzelnachweise

  1. Portrait of Ella Carmichael. In: Carmichael Watson Project Blog. Edinburgh University Library, 13. März 2011, abgerufen am 14. November 2025.
  2. a b c d e Derick S. Thomson: Elizabeth Catherine Watson (1870–1928) in: Carmichael, Alexander (1832–1912). In: H. C. G. Matthew und Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography. Oxford 25. Mai 2006, doi:10.1093/ref:odnb/48849.
  3. a b David Fergusson und Mark Elliott: The History of Scottish Theology, Volume III: The Long Twentieth Century. Oxford University Press, 2019, ISBN 978-0-19-107725-8.
  4. The Edinburgh University Calendar, Faculty of Arts, Class Prize Lists. University of Edinburgh, Edinburgh 1894, S. 170 (google.de).
  5. Carmichael Watson Project: Alexander Carmichael. Lismore Gaelic Heritage Centre, archiviert vom Original am 15. Juli 2019; abgerufen am 14. November 2025.
  6. Paddy Lyons, John Miller und Willy Maley: Romantic Ireland: From Tone to Gonne; Fresh Perspectives on Nineteenth-Century Ireland. Cambridge Scholars Publishing, Cambridge 2013, ISBN 978-1-4438-5358-3, S. 167 f. (google.de).
  7. Caledonian Medical Society. In: Caledonian Medical Journal. Band 6, Oktober 1904, S. 62 (archive.org).
  8. Society Notes. In: An Deo-Ghreine. Band 1, 1906, S. 126 (archive.org).
  9. Miss E. C. Carmichael: Some Things Women Can Do. In: An Deo-Chreine. Band 1, 1905, S. 8–10 (archive.org).