Elke Anna Werner

Elke Anna Werner (* 1964 in Paderborn) ist eine deutsche Kunsthistorikerin. Sie ist Direktorin der Kunstmuseen in Erfurt und außerplanmäßige Professorin am Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Werdegang

Elke Anna Werner studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Geschichte in Berlin und Bonn. Sie promovierte 1998 an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über Kriegs- und Schlachtdarstellungen in der Frühen Neuzeit. Von 1997 bis 2001 war sie am Westfälischen Landesmuseum Münster zunächst als Volontärin dann als wissenschaftliche Museumsassistentin bei der 26. Europaratsausstellung 1648 – Krieg und Frieden in Europa tätig, welche in Münster und am Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück gezeigt worden ist. Anschließend war sie weiterhin am Landesmuseum Münster als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Neupräsentation der Sammlung sowie als Kuratorin für Ausstellungen zur Kunst der Moderne zuständig.[1]

Von 2001 bis 2003 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Warburg-Haus in Hamburg, gefolgt von einer Anstellung bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Berlin-Brandenburg. Dort leitete sie von 2005 bis 2009 ein Forschungsprojekt zur Erschließung des Sammlungsbestandes der Gemälde von Lucas Cranach d. Ä., welches in die Ausstellung Die Renaissance in Berlin. Lucas Cranach d. Ä. und die höfische Repräsentation der brandenburgischen Hohenzollern (2009–2010) im Schloss Charlottenburg in Berlin mündete. Hierauf folgten Forschungstätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter und Co-Leiterin von diversen Forschungsprojekten an der Freien Universität Berlin, u. a. im Rahmen des Forschungsverbundes Theater und Fest in Europa (2006–2009) und an der von Klaus Krüger und Peter Geimer geleiteten DFG-Kollegforschungsgruppe BildEvidenz. Geschichte und Ästhetik (2012–2020).[2] Im Zuge der letztgenannten Forschungsgruppe richtete sich ihr Fokus im Besonderen auf das Themenfeld der Ausstellungsforschung, sowohl auf theoretischer als auch kuratorisch-praktischer Ebene, was etwa in die Ausstellung Double Vision. Albrecht Dürer & William Kentridge kulminierte, die zwischen 2015 und 2017 im Kulturforum der Staatlichen Museen zu Berlin und in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe präsentiert worden ist.

Elke A. Werners Forschungstätigkeit wurde durch Aufenthalte als Gastwissenschaftlerin und Fellowships gefördert u. a. am Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut, an der University of Texas, Austin, sowie am Sonderforschungsbereich Praktiken des Vergleichens. Die Welt ordnen und ändern an der Universität Bielefeld.[3] Von 2004 bis 2013 war sie zudem im Vorstand des Ulmer Vereins – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. aktiv.[4]

Zu 2020 wechselte sie an die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, wo sie als wissenschaftliche Koordinatorin der Forschungsplattform Frühe Neuzeit und als außerplanmäßige Professorin am Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Hochschullehre und Forschung tätig war. So realisierte Werner in Mainz ein drittmittelgefördertes Forschungsprojekt zu Fragen des digitalen Kuratierens und der digitalen Vermittlung von kulturellem Erbe.[3]

Seit dem 1. Mai 2025 ist Elke Anna Werner Direktorin der Kunstmuseen in Erfurt.[1][5] Diese umfassen das Angermuseum, die Kunsthalle Erfurt, die Galerie Waidspeicher und das Schloss Molsdorf.

Ausstellungen (Auswahl)

  • Die Renaissance in Berlin. Lucas Cranach d. Ä. und die höfische Repräsentation der brandenburgischen Hohenzollern, Schloss Charlottenburg, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Berlin-Brandenburg (31. Oktober 2009 bis 24. Januar 2010).[6][7]
  • Double Vision. Albrecht Dürer & William Kentridge, Kulturforum, Staatliche Museen Berlin (20. November 2015 bis 6. März 2016)[8] und Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (10. September 2016 bis 8. Januar 2017).[9]
  • Goldlack und Kakteen. Aufbrüche, Umbrüche und die Kunst in Erfurt. Sammlungspräsentation von 1700 bis heute, Angermuseum Erfurt, seit 13. September 2025.[10]

Publikationen (Auswahl)

  • Evidenzen des Expositorischen. Wie in Ausstellungen Wissen und ästhetische Bedeutung erzeugt wird, hrsg. mit Klaus Krüger und Andreas Schalhorn, Bielefeld 2019.
  • Double Vision. Albrecht Dürer & William Kentridge, hrsg. mit Klaus Krüger und Andreas Schalhorn, München 2015.
  • Lucas Cranach der Jüngere und die Reformation der Bilder, hrsg. mit Anne Eusterschulte und Gunnar Heydenreich, München 2015.
  • Schau Platz Oper. Geschichten vom Sehen aus 400 Jahren Oper, hrsg. mit Martina Papiro und Mark Schachtsiek, Berlin 2007.
  • Museen im Umbruch, (= Kritische Berichte Heft 4.2005), hrsg. mit Annelie Lütgens, Marburg 2005.
  • Europa im 17. Jahrhundert. Ein politischer Mythos und seine Bilder, hrsg. mit Klaus Bußmann, Stuttgart 2004.

Einzelnachweise

  1. a b Pressemitteilung: Kunstmuseen Erfurt begrüßen neue Direktorin. In: Erfurt.de. Erfurt Landeshauptstadt Thüringen, 21. März 2025, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  2. Elke Anna Werner | Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
  3. a b Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Prof. Dr. Elke Anna Werner | Forschungsplattform Frühe Neuzeit. In: Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
  4. Ulmer Verein - Vorstandshistorie. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
  5. mdr.de: Elke Anna Werner ist neue Direktorin der Erfurter Kunstmuseen | MDR.DE. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
  6. Portal Kunstgeschichte: Cranach und die Kunst der Renaissance unter den Hohenzollern. Kirche Hof und Stadtkultur, hrsg. v. der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und der Evang. Kirchengem. St. Petri-St. Marien, Deutscher Kunstverlag 2009. In: Portal Kunstgeschichte. 31. Oktober 2009, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  7. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG): Cranach und die Kunst der Renaissance unter den Hohenzollern. 29. Oktober 2009, abgerufen am 30. Oktober 2025.
  8. Staatliche Museen zu Berlin: Double Vision: Albrecht Dürer & William Kentridge. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
  9. Double Vision - Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Abgerufen am 30. Oktober 2025 (deutsch).
  10. Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Angermuseum Erfurt Veranstaltungsort Angermuseum Erfurt, Anger 18, 99084 Erfurt workTel +49 361 655-1651+49 361 655-1651 Internet Zum Stadtplan: Eröffnung „Goldlack und Kakteen. Aufbrüche, Umbrüche und die Kunst in Erfurt. Sammlungspräsentation von 1700 bis heute“. 13. September 2025, abgerufen am 30. Oktober 2025.