Elise Fontane
Elisabeth Charlotte, genannt Elise Fontane (* 23. April 1838 in Mühlberg; † 14. Juli 1923 in Berlin-Weißensee, auch bekannt als Elise oder Lise Weber) ist die jüngste Schwester Theodor Fontanes. Mit ihren Recherchen und Hinweisen war sie maßgeblich an Fontanes Buch Wanderungen durch die Mark Brandenburg beteiligt.
Leben
Elisabeth Charlotte Fontane war das fünfte und jüngste Kind von Emilie Fontane (geborene Labry) und ihrem Mann, dem Apotheker Louis Henri Fontane. Ihr neunzehn Jahre älterer Bruder Theodor Fontane stand Pate bei der Taufe seiner kleinen Schwester. Er schreibt dazu selber: „Das war eine große Ehre für mich, ging aber mit meiner Dethronisierung durch eben diese Schwester Hand in Hand. Als jüngstes Kind rückte sie selbstverständlich sehr bald in die Lieblingsstellung ein.“[1] Elise Fontane wuchs am Altstädter Markt 3 in Mühlberg auf. Nachdem sich ihre Eltern 1854 getrennt hatten, zog sie zusammen mit ihrer Mutter nach Berlin. Da auch ihr Bruder dort lebte, hielt sie sich häufig in seinem Haus auf. Als Jugendliche unterstützte sie ihre Schwägerin Emilie während der Wochenbettzeiten.[2]
Mit ihrer Mutter zog Elise Fontane nach Neuruppin, wo sie diese bis zu ihrem Tod unterstützte und pflegte. Fünf Jahre nach dem Tod ihrer Mutter heiratete sie 1875 den Buchhalter und Versicherungsinspektor Hermann Weber und bekam den gemeinsamen Sohn Hans. Elise Fontane starb am 14. Juli 1923 in Berlin-Weißensee.[2]
Bedeutung für die Literatur
In der Staatsbibliothek zu Berlin existieren 78 an Elise Fontane adressierte Briefe Theodor Fontanes.[3] Neben den Briefen an seine Schwester, hat Fontane auch ein Gedicht an seine Schwester geschrieben: An Lischen. Es war einem Brief an seine Mutter vom 31. Dezember 1860 beigefügt.[4]
Für Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg recherchierte Elise vor Ort und versorgte ihn mit detaillierten Beschreibungen von Landschaften, Menschen und Geschichten für seine Erzählungen.[2][5]
Durch eine Erzählung inspirierte sie den Schriftsteller Paul Heyse zu seinem Buch "Der Roman der Stiftsdame".[6][7][8]
Ehrungen
Elise Fontane wurde 2013 mit der Aufnahme in das Projekt FrauenOrte Brandenburg des Frauenpolitischen Rates Land Brandenburg ausgezeichnet, das Leben und Wirken bedeutender Frauen in der brandenburgischen Geschichte sichtbar macht. Wie auch in anderen nationalen Projekten der Frauenorte werden Frauen in Deutschland und ihr Lebenswerk als historische Vorbilder geehrt.[9] Die Gedenktafel befindet sich an der Löwenapotheke, dem Geburtshaus von Elise Fontane, am Altstädter Markt 3 in Mühlberg. ()[2]
Literatur
- Christine von Brühl: Gerade dadurch sind sie mir lieb. Theodor Fontanes Frauen. Aufbau Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8412-1615-1, S. 58–61.
Belege
- ↑ Theodor Fontane: Meine Kinderjahre. In: Gesammelte Werke. idb, 2016, ISBN 978-3-96055-167-6, S. 7773.
- ↑ a b c d Elise Fontane. Tochter, Schwester und Unterstützerin, 1838 – 1923. In: FrauenOrte Land Brandenburg. Abgerufen am 8. November 2025
- ↑ Suche. Abgerufen am 23. Juni 2019.
- ↑ An Lischen (Fontane). In: Wikisource. Abgerufen am 27. Juni 2019.
- ↑ Hädecke, Wolfgang: Theodor Fontane. Biographie. Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co.Kg, München 2002, ISBN 3-423-30819-2, S. 191.
- ↑ Elisabeth Charlotte genannt Elise Fontane. In: FrauenOrte Land Brandenburg. Abgerufen am 8. November 2025
- ↑ Christine von Brühl: Gerade dadurch sind sie mir lieb. Aufbau Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8412-1615-1, S. 61.
- ↑ Der Roman der Stiftsdame. In: openlibrary.org. Abgerufen am 17. April 2021.
- ↑ FrauenOrte Land Brandenburg. In: FrauenOrte Land Brandenburg. Abgerufen am 8. November 2025