Elisabeth Schellekens

Elisabeth Schellekens Dammann (* 5. Mai 1974)[1] ist eine schwedische Philosophin und Professorin, die seit 2023 die Abteilung für Philosophie an der Universität Uppsala leitet. Sie lehrt seit 2014 auf dem 1784 eingerichteten Lehrstuhl für Ästhetik, der eine führende Stellung in Europa innehat.[2]

Leben und Werk

Ihre Eltern lebten in Belgien und Schweden, ihr Vater Jean-Pierre Schellekens (1935–2025) war der Sohn eines bekannten belgischen Weltkriegspiloten und der langjährige Präsident des Comité National Belge du Souvenir/Het Belgisch Nationaal Herdenkingscomité (belgischer Opfer- und Veteranenverband beider Weltkriege), die Mutter Anna Margareta eine Schwedin. Ihr Bruder ist ein hoher schwedischer Beamter bei der EU-Kommission.[3] Elisabeth ist mit dem Musikkritiker und Philosophen Guy Dammann verheiratet und hat zwei Kinder.

Schellekens studierte an der University of Edinburgh und erhielt den PhD bei Peter Goldie am King’s College London 2003. Dort war sie bis 2006 als Fellow in der Forschung, worauf sie Senior Lecturer an der Durham University (2006–2014) wurde. In Uppsala nimmt sie die Tradition der schwedischen Philosophie der Ästhetik auf, die z. B. von Konrad Marc-Wogau und Göran Hermerén (* 1938, Universität Lund) in Aspects of Aesthetics (1983) entwickelt worden ist.

Schellekens zeigt Forschungsinteressen im ästhetischen Kognitivismus und Objektivismus sowie zur ästhetischen Normativität (Gibt es objektive ästhetische Urteile?) Dazu gehören ästhetische und moralische Eigenschaften der Kunst, konzeptionelle Kunst, nicht wahrnehmbarer oder verständlicher ästhetischer Wert, die Beziehungen zwischen Wahrnehmung und Wissen, die Ästhetik und Ethik des kulturellen Erbes (insbesondere in bewaffneten Konflikten) und die Interaktion zwischen ästhetischem, moralischem, kognitivem und historischem Wert in der Kunst. Schellekens (2011) brachte Philosophen, Neurowissenschaftler, Evolutionsbiologen, Anthropologen und Psychologen zusammen, um nach den Grundlagen ästhetischer Urteile zu fragen. Sie und ihr Ehemann haben mit der Stiftung Templeton Religion Trust im Projekt “Knowledge, Perception and the Prospects of Criticism” zusammengearbeitet.[4]

Schellekens gab von 2007 bis 2019 mit John Hyman das British Journal of Aesthetics mit heraus[5] und ist weiterhin in der Redaktion der Zeitschrift tätig.

Ende 2024 wurde sie Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala.[6]

Schriften

  • Elisabeth Schellekens: Painting. In: The Oxford Handbook of Ethics and Art. Oxford University Press, 2023, ISBN 978-0-19-753979-8, S. 355–374, doi:10.1093/oxfordhb/9780197539798.013.24 (oup.com).
  • Aesthetics, philosophy and Martin Creed (= Aesthetics and contemporary art). Bloomsbury Academic, London; New York 2022, ISBN 978-1-350-00924-0.
  • The Aesthetic Mind: Philosophy and Psychology, ed. Schellekens & P. Goldie, Oxford UP, 2012, ISBN 978-0199691517.
  • Aesthetics and Morality (2007; 2. Aufl., Bloomsbury Academic, 2023), ISBN 978-0826485243.
  • Who's Afraid of Conceptual Art, mit Peter Goldie, Routledge, 2009, ISBN 978-0415422826.
  • A Reasonable Objectivism for Aesthetic Judgments: Towards An Aesthetic Psychology. (Dissertation 2003, erschienen University of London 2008)

Einzelbelege

  1. Marianne Johansson: Elisabeth Schellekens - Aspects of Consciousness? In: Youtube. 12. März 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  2. Aesthetic Cognitivism & the Prospects of Criticism - People. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
  3. Herdenken: tegen de terugkeer morgen van het ergste van gisteren. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
  4. Homepage der Stiftung. Abgerufen am 29. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch, s. John Marks Templeton).
  5. https://academic.oup.com/bjaesthetics?login=false
  6. Elisabeth Schellekens Dammann elected member of KVSU – Department of Philosophy – Uppsala University. 13. Dezember 2020, abgerufen am 28. Dezember 2025 (englisch).