Elisabeth Hausmann
Elisabeth Hausmann (* 29. März 1881 in Bremen; † 13. November 1961 ebenda) war eine deutsche Malerin und Leiterin einer Malschule.
Leben
Elisabeth Hausmann wurde am 29. März 1881 in Bremen geboren. Sie war die Tochter des Apothekers Dr. Ulrich Friedrich Hausmann (1849–1916) und Helene Margarete Hausmann, geborene Fuhrmann (1849–1913). Sie hatte drei Geschwister und wuchs in einem gehobenen Lebensstandard auf. Zunächst besuchte sie die Höhere Töchterschule, dann erhielt sie als 17-jährige in einem Pensionat in Borby bei Eckernförde Unterricht in Englisch, Französisch, Haushaltung und Zeichnen. Ihre Werke, die sie zu ihren Eltern schickte, beeindruckten ihren Vater so sehr, dass er dafür sorgte, dass sie Kunstunterricht beim Bremer Maler Bernhard Wiegandt (1851–1918) erhielt.[1]
Die Damenmalschule in Dresden von Robert Sterl (1867–1932) besuchte sie 1900 und befasste sich dort mit der Porträtkunst Rembrandts. Danach studierte sie von 1902 bis 1905 Porträtmalerei an der staatlichen Kunstgewerbeschule in Berlin. Dort lernte sie ihre langjährige Freundin Vally Friedmann kennen, mit der sie vor dem Ersten Weltkrieg viele Reisen in die Bretagne und die Normandie unternahm. Im Jahr 1912 führten ihre Reisen sie nach Paris. Vermutlich nahm sie dort Aktkurse an der Académie Julian, denn in ihrem Nachlass fanden sich etwa 50 Aktzeichnungen. Aktkurse hatte sie bereits 1908 und 1909 am Bremer Gewerbemuseum belegt und nach dem Krieg studierte sie auch in München Akt.[1]
Werk
Ihr Werk umfasste Porträt-, Landschafts-, Stadtlandschaftsmalerei, der Mensch und das Stillleben. Dabei war sie mit vielseitigen Techniken aktiv, wie Malerei in Öl, Mischtechnik und Aquarell sowie Zeichnung, Holzschnitt und Radierung. Als anerkannte Malerin erhielt sie viele Aufträge für Porträts und sie stellte regelmäßig aus.[1]
Hausmann war jedoch neben ihrer künstlerischen Arbeit und der Teilnahme an Ausstellungen und auch ihren Reisen als Unternehmerin tätig. Sie führte in den 1930er Jahren in Bremen eine Malschule, die das Ziel hatte, die „Töchter von Bremen aufnahmefähiger zu machen für die großen Werke der Malerei.“ In ihrer Malschule war sie die Lehrerin von Margret Laubner-Padelt (1900–1965) und Wilhelmine Pehling (1912–1979).[1]
Werk in der Zeit des Nationalsozialismus
Als Künstlerin und angesehene Lehrerin für Kunstmalerei überstand Elisabeth Hausmann die Zeit des Nationalsozialismus, indem sie ihre bis dahin starken impressionistisch und expressionistisch gehaltenen Kompositionen aufgab. Sie war Mitglied in der Reichskulturkammer. Ihre Freundin Vally Friedmann musste Deutschland verlassen und über ihr weiteres Leben gibt es keine Informationen. Ihr Haus in der Besselstraße, in dem sie mit ihrer Tante und ihrer Schwester lebte und wo auch ihr Atelier war, wurde in einem Bombenangriff 1942 zerstört. Hausmann zog vorübergehend nach Detmold und sie kehrte mit ihrer Schwester 1950 nach Bremen zurück. Sie bezogen eine Wohnung im Remberti-Stift, in das die weitblickenden Eltern die unverheirateten Schwestern schon vor dem Ersten Weltkrieg eingekauft hatten.[1]
Elisabeth Hausmann starb am 13. November 1961 in Bremen.
Nachleben
Vom Werk Elisabeth Hausmanns war nach ihrem Tod wenig bekannt. Es schien verloren und sie schien als Malerin vergessen. Durch Inge Jacob wurde 1991 mithilfe von Zeitungsartikeln und Recherchen in Bremer Museen und im Lexikon „Bremer Frauen von A bis Z“ wieder auf Elisabeth Hausmann aufmerksam gemacht. Als sich 2008 Reinhild Hausmann, ihre Großnichte meldete und 200 Werke aus dem Nachlass von Elisabeth Hausmann, die sie geerbt hatte, der Öffentlichkeit zugänglich machte, konnte zum 130. Geburtstag und 50. Todestag von Hausmann im Paula Modersohn-Becker Museum eine Ausstellung präsentiert werden und ein Ausstellungskatalog zu Elisabeth Hausmann erstellt werden.[1]
Der Nachlass wurde von der Familie dem Bremer Landesmuseum, dem Focke-Museum übergeben. Das Museum besaß bereits ein von Hausmann gefertigtes großformatiges Porträt des Bildhauers Dietrich Samuel Kropps (1824–1913). Ihr Werk „Landarbeiter bei der Feldarbeit“ gehört der Bremer Kunsthalle[2] und „Die Kartoffelernte“ befindet sich in der Kommunalen Galerie.[1]
In Bremen wurde Elisabeth Hausmann mit einem FrauenOrt geehrt.[1]
Ausstellungen
Elisabeth Hausmann nahm an zahlreichen Ausstellungen teil.[1]
- Kunsthalle Bremen: 1912, 1913 und 1914
- Graphisches Kabinett: 1924, 1929 und 1932
- Kollektiv in der Böttcherstraße: 1928
- Kollektiv im Künstlerhaus An der Weide: 1938
- Reichs-GEDOK-Ausstellungen im Graphischen Kabinett: 1933, 1938, 1941, 1942 und 1943
- Einzelausstellung Graphisches Kabinett: 1951
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i Hausmann, Elisabeth (1881 – 1961). In: bremer-frauenmuseum.de. 2017, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Künstler - Elisabeth Hausmann. In: kunsthalle-bremen.de. onlinekatalog.kunsthalle-bremen.de, abgerufen am 8. Dezember 2025.