Eliezer ben Isaac ben-Arhah
Eliezer ben Isaac ben-Arhah, auch Eliezer ben-Arhah (hebräisch אליעזר בן יצחק בן-ארחה) (geboren um 1570–1580 in Safed; gestorben 30. Oktober 1651[1] in Hebron) war von etwa 1615 bis zu seinem Tod Rabbiner in Hebron, Kabbalist und Arzt aus Eretz Israel. Er lebte auch einige Zeit in Safed, seinem Geburtsort und in Gaza. Seine Responsen, die Fragen aus dem gesamten osmanischen Palästina und darüber hinaus enthielten, zeugen von der breiten Anerkennung seiner Autorität. Sie enthüllen auch viele Einzelheiten über das Leben der Juden, die zu dieser Zeit im Land Israel lebten. Sie wurden 1978 veröffentlicht.
Leben und Wirken
Arḥah zog Anfang des 17. Jahrhunderts nach Hebron, um dort als Rabbiner der Gemeinde zu amtieren. Er studierte bei Rabbi Abraham Azulai, der mit Arḥas Hilfe Or ha-Ḥammah („Das Licht der Sonne“) schrieb.
Laut Rabbi Yom Ṭov ben Moshe Ṣahalon (um 1559–1638) diente Arḥah als Dajan im Bet Din in Gaza. Es ist möglich, dass er nur während der (Pest-)Epidemie um 1619 dort war, obwohl er sich mit Sicherheit 1626 in Gaza aufhielt. Sein Name wird auch in einer Inschrift an den Wänden des angeblichen Grabes von Aaron auf dem Berg Hor erwähnt.
Im Jahre 1623 empfahlen Arḥah und andere Gelehrte aus Jerusalem den wohlhabenden Juden von Konstantinopel die Veröffentlichung von Abraham Azulais Zohorei Ḥammah. Rabbi Jesaja Horovitz ernannte Arḥah zu seinem Nachlassverwalter. Um 1630 musste Arḥah Hebron verlassen und lebte ein Wanderleben. Im Jahre 1648 war er in Jerusalem. Sein Sohn Isaac Arḥah galt ebenfalls als einer der Gelehrten von Hebron.
Arḥah war ein produktiver Autor, doch keines seiner Werke wurde zu seinen Lebzeiten veröffentlicht. Zu den erhaltenen Manuskripten zählen ein Band mit Responsen (Ms. Oxford Mich. 291), eine Sammlung von Predigten (Ms. Jerusalem 8⁰ 1300), ein zwischen 1599 und 1639 in Hebron und Jerusalem verfasster Kommentar zum Midrasch Rabba sowie ein Kommentar zum Werk Ein Ya'akov. Das Ein Ya'akov (hebräisch עֵין יַעֲקֹב) ist eine im 16. Jahrhundert zusammengestellte Sammlung der aggadischen (nicht-gesetzlichen) Abschnitte des Talmuds. Sie enthält ethische Lehren, Erzählungen und spirituelle Auslegungen und diente vor allem Laien als leichterer Zugang zur talmudischen Literatur.
Es ist fraglich, ob die Arḥah zugeschriebenen Anmerkungen zu Maimonides tatsächlich von ihm stammen. In Mavo le-She'elot u-Teshuvot Rabbeinu Eliezer ben Arḥah (1978) hat Rabbi Ezra Batzri 35 Responsa des Arḥah veröffentlicht; sie wurden aus einem Manuskript (Oxford 29 i) entnommen. Diese Responsa beleuchten die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in Israel. Eine davon erörtert, ob Juden geistliche Gewänder für Priester anfertigen dürfen, und eine andere, ob sie berechtigt sind, ihnen Geld gegen Zinsen zu leihen; beides sei nach Arḥah erlaubt.[2]
Werke
- Responsen, z. B. Mavo le‑She’elot u‑Teshuvot Rabbeinu Eliezer ben Arḥa (veröffentlicht 1978 mit 35 Responsen aus Ms. Oxford 29 i)
- Predigten (etwa Manuskript Jerusalem 8⁰ 1300)
- Kommentar zum Midrasch Rabba, verfasst zwischen etwa 1599 und 1639, in Hebron und Jerusalem.
- Kommentar zum Ein Yaakov
Literatur
- Matt Goldish: Jewish questions: responsa on Sephardic life in the early modern period. Princeton University Press, 2008, ISBN 978-0-691-12265-6, S. 58.
Weblinks
- דרשות. (Predigten) Manuskript bei The National Library of Israel