Elerdt (Adelsgeschlecht)
Elerdt (auch Elert, Ehlert o. ä.) ist der Name eines erloschenen deutsch-baltischen Adelsgeschlechts.
Geschichte
Die Stammreiche des Geschlechts beginnt mit Herrmann von Elerdt, der 1368 für König Waldemar IV. von Dänemark Statthalter zu Reval in Kurland war. Hermanns Sohn, Ritter Laurentius Elerdt, war 1400 mit Anna von Godden verheiratet. Deren Sohn Philippus Elerdt wiederum lebte 1480 und war mit Anna von Lambsdorff verheiratet. Bereits im 15. Jahrhundert besaß die Familie Sarkasten, Lahnen, Suden und Kürben. Im 16. Jahrhundert kamen Jarraiten und Ledicken hinzu und es bildeten sich die zwei Linien zu Sarkasten/Jarraiten und Ledicke. Letztere Linie saß im 17. Jahrhundert auch auf Essern und Appussen. Erstere Linie saß später auch auf (Groß- und Klein-)Elkeseem, Groß-Niekratzen und Altdorf. Einer der Letzten der Familie in Kurland war der doblehnsche Hauptmann Wilhelm Friedrich von Elerdt (* 3. Januar 1746; † 13. Januar 1800 in Mitau) aus der Linie zu Sarkasten.[1] Er hinterließ zwei Schwestern: Sybilla Agnesa Elisabeth von Elerdt (* 21. August 1749), verheiratete Kammerherrin von Pongowska, und Margaretha Juliana von Elerdt (* 14. November 1752), vermählt mit Rittmeister von Kozakiewitz. Am 1. März 1813 starb der 15-jährige Paul von Elerdt zu Mitau, der wohl Letzte im Mannesstamm in Kurland. 1827 lebte noch ein Fräulein Wilhelmine von Elerdt. Ihre zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbene Schwester Caroline von Elerdt († 2. November 1824) war mit dem Propst M. Unger verheiratet.[2]
Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke berichten von einem aus einer bürgerlichen Familie in Berlin stammenden kurbrandenburgischen Major, später königlich-preußischen Oberst Christoph (von) Elerdt, der 1685/8 zwei Rittergüter in Radach im Kreis Weststernberg in der Provinz Brandenburg erwarb. Tatsächlich aber stammte Christoph von Elerdt von den kurländischen von Elerdt ab. Aus seinen beiden Ehen, die letzte ging er mit Anna Catharina von Rantzow ein, hatte er vier Söhne. Sein ältester Sohn, Christian Ludwig von Elerdt, war 1704 Rittmeister und 1714 preußischer Leutnant im Besitz von Radach. Die weiteren Söhne hießen Johann Heinrich, Carl August und Christian Ludwig von Elerdt. Johann Heinrich von Elerdt war Fähnrich in preußischen Diensten. Ein Leutnant von Elerdt im Regiment Stechow wurde 1743 „Baron“ genannt.[3][4] Über eine Standeserhöhung weiß Kneschke nichts zu berichten.[5] Mülverstedt nennt zusätzlich einen von Elerdt, der 1786 in Mecklenburg bedienstet war und das Tannenzapfenwappen führte.[6] Der Grundbesitz dieser brandenburgischen Linie ist aber bald verloren gegangen und die Familie war Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr in der Provinz Brandenburg vorhanden.[4]
Wappen
Blasonierung: In Gold drei (2:1) abgeschnittene grüne Tannenzapfen aufrecht. Auf dem gekrönten Helm mit grün-goldenen Helmdecken ein wachsender grüner Tannenbaum, am unteren Ast hängt beiderseits je ein grüner Tannenzapfen.[2]
Literatur
- Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 1:
- Bd. 1: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 1: Die Ritterschaft, Bd. 1: Fürsten, Grafen, Barone und Edelleute (Adamowicz–Heringen), Nürnberg 1898, S. 283 (uni-goettingen.de) und Tfl. 91 (uni-goettingen.de).
- Bd. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 1: Die Ritterschaft, Bd. 2: Edelleute (Hertell–Zoritsch); Nachträge und Berichtigungen, Nürnberg 1898, S. 506 f. mit Stammtafel (uni-goettingen.de).
- Carl Arvid Klingspor: Baltisches Wappenbuch Wappen sämmtlicher, den Ritterschaften von Livland, Estland, Kurland und Oesel zugehörigen Adelsgeschlechter, Stockholm 1882, S. 73 (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 30 (digitale-sammlungen.de).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 3 (Eberhard–Graffen), Friedrich Voigt’s Buchhandlung, Leipzig 1861, S. 80 (Google Bücher).
- Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1: A–K, Berlin 1855, S. 199 (digitale-sammlungen.de).
- George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter):
- 5. Abt.: Der abgestorbene Adel der Provinz und Mark Brandenburg, Nürnberg 1880, S. 25 (uni-goettingen.de) und Tfl. 14 (uni-goettingen.de).
- 10. Abt.: Ausgestorbener Mecklenburgischer Adel, Nürnberg 1902, S. 32 (uni-goettingen.de) und Tfl. 16 (uni-goettingen.de).