Elena Caragiani-Stoenescu
Elena Caragiani-Stoenescu (* 13. Mai 1887 in Tecuci; † 29. März 1929 in Bukarest) war eine rumänische Luftfahrtpionierin und Journalistin. Sie war die erste Rumänin, die eine Fluglizenz erlangte.
Biographie
Elena Caragiani war eine Tochter des aus Makedonien stammenden Arztes Alexandru Caragiani und von Zenia Radovici. 1913 promovierte sie als eine der ersten Frauen in Rumänien in Jura.[1] Ihren ersten Flug absolvierte sie 1912 zusammen mit ihrem Reitlehrer, der eine in Frankreich ausgestellte Pilotenlizenz besaß. Sie meldete sich in der Flugschule on George Valentin Bibescu an und war dort die einzige Frau, was Empörung verursachte. Ihren Flugunterricht erhielt sie von bewährten Fliegern wie Constantin Fotescu, Nicu Capşa und Mircea Zorileanu auf Flugzeugen der Typen „Farman“, „Wright“ und „Santos Dumont“.[2]
Nach Abschluss ihrer Ausbildung stellte Caragiani einen Antrag auf eine zivile Pilotenlizenz, der vom beim Bildungs- und Verteidigungsministerium abgelehnt wurde. Daraufhin verließ sie Rumänien und ging nach Frankreich. Sie schrieb sich an der Zivilfliegerschule in Mourmelon-le-Grand auf dem Militärstützpunkt Camp de Châlons unter der Leitung von Roger Sommer ein, bestand alle Prüfungen und erhielt im Alter von 27 Jahren die Internationale Pilotenlizenz Nr. 1591, ausgestellt am 22. Januar 1914 von der Fédération Aéronautique Internationale.[2] Sie war die erste rumänische Frau mit einer Pilotenschein.[3]
In Frankreich nahm Caragiani eine Stelle als Journalistin bei einer großen französischen Tageszeitung an und reiste in die Karibik, nach Mexiko und Südamerika. Anschließend arbeitete sie als Kriegsberichterstatterin für ein mexikanisches Pressebüro. Als Rumänien 1916 in den Ersten Weltkrieg eintrat, meldete sie sich, um als Pilotin an der Verteidigung des Landes teilnehmen, Verwundete und Medikamente zu transportieren. Ihr Antrag wurde jedoch abgelehnt. Sie registrierte sich beim Roten Kreuz als Krankenschwester und kümmerte sich gemeinsam mit Maria Ventura in einem Feldlazarett in Bukarest um Verwundete. Nach dem Abzug der rumänischen Truppen und Institutionen aus Moldawien organisierte sie zusammen mit ihrer Schwester eine Sanitätsstation im Haus ihrer Eltern in Tecuci.[2]
Nach Kriegsende heiratete Elena Caragiani den Anwalt Virgil Stoenescu, mit dem sie sich in Paris niederließ. Sie arbeitete erneut als Journalistin, in Frankreich, Mexiko, den USA sowie in Ländern Afrikas und Asiens und berichtete hauptsächlich über Luftfahrtereignisse. Als sie an Tuberkulose erkrankte, kehrte sie in ihr Heimatland zurück, wo sie im Alter von 41 Jahren starb. Sie wurde auf dem Friedhof von Bellu beigesetzt.[2]
Ehrungen
In ihrem Geburtsort wurde die Liceul tehnologic Elena Caragiani Tecuci nach ihr benannt,[4] in Bukarest trägt eine Straße ihren Namen.[5] Zu ihrem 125. Geburtstag im Jahr 2012 wurde eine rumänische 10-Lei-Gedenkmünze aus Silber mit ihrem Konterfei geprägt.[6]
Am 13. Mai 2022 wurde sie anlässlich ihres 135. Geburtstags mit einem Google Doodle geehrt.[7]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Cine este Elena Caragiani-Stoenescu, femeia aviator sărbătorită de Google. In: romania.europalibera.org. 13. Mai 2022, abgerufen am 23. Dezember 2025 (rumänisch).
- ↑ a b c d Elena Caragiani-Stoenescu. In: Enciclopedia României. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (rumänisch).
- ↑ First Licensed Female Pilots (per country) - Women in Aviation & Space History. In: centennialofwomenpilots.com. 22. Juli 2015, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ School named after Elena Caragiani. In: womenonthemove.eu. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Strada Elena Caragiani, Harta Bucuresti cu Strada Elena Caragiani. In: strazibucuresti.ro. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ 10 Lei (Elena Caragiani-Stoinescu) - Rumänien – Numista. In: de.numista.com. 1. Januar 1970, abgerufen am 23. Dezember 2025.
- ↑ Elena Caragiani-Stoenescu's 135th Birthday Doodle. In: doodles.google. 13. Mai 2022, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).