Elean Thomas

Elean Roslyn Thomas (* 18. September 1947 in St. Catherine; † 27. Mai 2004 in Kingston) war eine jamaikanische Dichterin, Romancierin, Journalistin und Menschenrechtlerin.[1] Sie wurde mit ihren als „Wortrhythmen“ bezeichneten Texten sowie dem Roman The Last Room (1991) bekannt, welcher den Ruth-Hadden-Preis für den besten im Vereinigten Königreich veröffentlichten Debütroman erhielt.[1]

Leben

Thomas wurde in St. Catherine als Tochter eines Pfingstbischofs (David Thomas) und einer im Gesundheitswesen tätigen Mutter geboren.[1] Sie studierte in den späten 1960er-Jahren an der University of the West Indies Politik und Geschichte und absolvierte später ein Aufbaustudium in Kommunikationswissenschaften am Goldsmiths College der University of London.[1]

In den 1970er-Jahren arbeitete sie als Reporterin für den Jamaica Gleaner, leitete die Redaktion des Jamaica Information Service und gehörte dem Vorstand der Press Association of Jamaica an.[1] Sie war Mitgründerin der marxistischen Workers Party of Jamaica, die am 17. Dezember 1978 von Trevor Munroe zusammen mit Thomas und anderen ins Leben gerufen wurde.[2] Als internationale Sekretärin der Partei gehörte sie dem Redaktionsbeirat des in Prag ansässigen World Marxist Review an und knüpfte dabei weitreichende Kontakte, unter anderem nach Südafrika.[1]

Während der Auseinandersetzungen um die US-Invasion in Grenada im Jahr 1983 setzte sie sich öffentlich für Menschenrechte ein; im Jahr 1984 lud sie den britischen Menschenrechtsanwalt Tony Gifford zu einem Vortrag nach Jamaika ein und heiratete ihn 1988 (Scheidung 1998), gemeinsam hatten sie eine adoptierte Tochter.[1] 1992 reflektierten Thomas und Gifford ihre ungleiche soziale Herkunft in der BBC-Radiosendung What Kind of Lord This Be?, die ihre Beziehung thematisierte.[3]

In Jamaika war sie auch als Gewerkschafterin im Informationssektor präsent; als „Lady Gifford“ – nach der Heirat mit Lord Anthony Gifford – leitete sie zeitweise die Belegschaftsvertretung (API Staff Association) und profilierte sich als ausgesprochene Verfechterin von Arbeiterrechten.[4] Sie starb am 27. Mai 2004 im Alter von 56 Jahren im Hope Institute in Kingston an einem Krebsleiden.[1]

Wirken

Thomas begann Anfang der 1970er-Jahre mit dem Schreiben und bezeichnete ihre Texte zur Betonung ihrer Mischung aus Lyrik, Prosa und gesprochener Sprache bewusst als „Wortrhythmen“ anstatt als Gedichte.[1] Ihre erste Sammlung Word Rhythms from the Life of a Woman (1986) erschien bei Karia Press, gefolgt von Before They Can Speak Of Flowers: Word Rhythms (1988) mit einem Vorwort von Ngũgĩ wa Thiong’o und einer Einführung von Benjamin Zephaniah.[1] Ihr Roman The Last Room (1991) wurde von Virago veröffentlicht und mit dem Ruth-Hadden-Preis für den besten im Vereinigten Königreich veröffentlichten Debütroman ausgezeichnet.[1] Ihre literarische Arbeit verband sie mit journalistischer Praxis und politischem Engagement – etwa für Frauenrechte und kritische Auseinandersetzungen mit imperialer Gewalt –, was ihre Rolle in jamaikanischen und diasporischen Debatten prägte.[1] In Jamaikas Medienlandschaft wirkte sie über den Jamaica Information Service und in Belegschafts- und Branchenorganisationen als streitbare Fürsprecherin von Transparenz, Arbeiterrechten und Meinungsfreiheit.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l Elean Thomas – Writer with a message of human rights. In: The Guardian. 31. Juli 2004, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  2. Jamaica 1978. In: Jamaica Observer. 7. Mai 2012, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  3. What Kind of Lord This Be? (BBC Radio 4 schedule). In: BBC Programme Index. 22. Juli 1992, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  4. a b Tribute to an Information Giant. In: Jamaica Observer. 4. Juni 2013, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).