Elżbieta Kruk
Elżbieta Małgorzata Kruk (* 19. November 1959 in Lublin) ist eine polnische Politikerin (PiS). Sie war von 2001 bis 2006 und von 2007 bis 2019 Abgeordnete des Sejm in der IV., V., VI., VII. und VIII. Wahlperiode. Von 2019 bis 2024 gehörte sie dem Europaparlament an. 2006/07 war sie Vorsitzende des Krajowa Rada Radiofonii i Telewizji und von 2016 bis 2022 Mitglied des Rada Mediów Narodowych.
Leben und Beruf
1984 schloss sie das Studium der Geschichtswissenschaften an der Humanistischen Fakultät der Katholischen Universität Lublin ab. Während des Studiums war sie im Unabhängigen Studentenverband NZS aktiv. 1994 schloss sie die Aufbaustudiengänge im Bereich Öffentliche Verwaltung an der Universität Warschau ab und im Jahr 1996 an der University of Wisconsin.
Nach 1984 arbeitete sie zuerst als Geschichtslehrerin an einer Grundschule, danach als Exkursionsleiterin im Historischen Museum in Lublin und als Erzieherin in einer Strafvollzugsanstalt für Frauen. 1989 nahm sie die Arbeit im masowischen Regionalbüro der Gewerkschaft Solidarność auf. Nachdem Lech Wałęsa Präsident geworden war, wurde sie im Biuro Bezpieczeństwa Narodowego (BBN), das damals Lech Kaczyński leitete, angestellt. Im BBN war sie seine Assistentin und Bürodirektorin. 1992 wurde sie Assistentin des Vorsitzenden der Najwyższa Izba Kontroli, als Lech Kaczyński Vorsitzender dieser Behörde wurde. Nachdem Lech Kaczyński den NIK verlassen hatte, wurde sie 1995 in die Lubliner Außenstelle des NIK versetzt.
Politische Tätigkeit
In den Jahren 2000 und 2001 arbeitete sie erneut mit Lech Kaczyński zusammen, als dieser Justizminister war und leitete sein politisches Kabinett. Bei den Parlamentswahlen 2001 wurde sie für den Wahlkreis Lublin über die Liste der Prawo i Sprawiedliwość (PiS) in den Sejm gewählt.[1] Sie erwarb erneut ein Abgeordnetenmandat bei den Sejmwahlen 2005.[2] Sie gehörte zu den Gründerinnen der PiS und war Vorsitzende der Lubliner Lokalgremien dieser Partei. Am 31. Januar 2006 wurde sie durch Lech Kaczyński zum Mitglied der Krajowa Rada Radiofonii i Telewizji (Rat für Radiophonie und Television KRRiT) und am 6. Februar zur Vorsitzenden des KRRiT ernannt. Im Zusammenhang damit gab sie ihr Abgeordnetenmandat zurück. Am 23. März entschied der Verfassungsgerichtshof zur Frage der Verfassungskonformität der neu von der PiS erlassenen Mediengesetze, dass die Vorschrift dieses Gesetzes, wonach der Präsident den Vorsitzenden der KRRiT ernennen darf, verfassungswidrig ist. Am 30. März wurde ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs im Gesetzesblatt veröffentlicht, wonach Elżbieta Kruk nicht mehr Vorsitzende der Behörde sei. Am 17. Mai wurde Kruk aufgrund eines neuen Mediengesetzes erneut zur Vorsitzenden der KRRiT gewählt.
Am 26. September 2007 trat sie von diesem Amt zurück und entschied sich für eine Kandidatur bei den vorgezogenen Sejmwahlen 2007, bei denen sie für den Wahlkreis Lublin mit 53.474 Stimmen zum dritten Mal als Abgeordnete über die Liste der PiS gewählt wurde.[3] Sie war Mitglied der Sejm-Kommission für Staatskontrolle und Stellvertretende Vorsitzende der Kommission für Kultur und Medien. Auch 2011[4] und 2015[5] wurde sie wiedergewählt.
Elżbieta Kruk ist am 22. Juli 2016 von der Sejmmehrheit für eine sechsjährige Amtszeit in den Rundfunkrat RMN gewählt worden.[6] Bei der Europawahl 2019 wurde sie für die PiS in das Europaparlament gewählt[7] und schied daraufhin aus dem Sejm aus.[8] Bei der Europawahl 2024 kandidierte sie nicht erneut.
Ehrungen
- Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta[9]
Weblinks
- Elżbieta Kruks Seite als Abgeordnete des Sejm
- Artikel über Elżbieta Kruk als Vorsitzende der KRRiT in der "Gazeta Wyborcza" ("Wysokie Obcasy") vom 21. Mai 2006
- Elżbieta Kruk in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments
Einzelnachweise
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Krzysztof Czabański, Elżbieta Kruk i Joanna Lichocka wybrani do Rady Mediów Narodowych. In: Rzeczpospolita. 22. Juli 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2016; abgerufen am 29. Juli 2016 (polnisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Januar 2026.
- ↑ Nachricht in Monitor Polski 2019, S. 482.
- ↑ „Odznaczenia państwowe dla osób zasłużonym w służbie państwu i społeczeństwu“ auf www.prezydent.pl, abgerufen am 17. Januar 2026.