Einav Zangauker

Einav Zangauker (hebräisch עינב צנגאוקר; * 3. Dezember 1978) ist eine israelische Menschenrechtlerin und eine prominente Sprecherin der Angehörigen der in Gaza festgehaltenen Geiseln.[1] Sie wurde bekannt, nachdem ihr Sohn Matan beim Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt wurde.[2] Dessen Freundin Ilana Gritzewsky wurde Ende November 2023 im Rahmen einer einwöchigen Feuerpause freigelassen.[2] Für ihren Einsatz wurde Zangauker 2024 mit dem Truth to Power-Preis des New Israel Fund ausgezeichnet.[2] Am 30. Oktober 2025 kündigte die Universität Tel Aviv an, ihr ein Ehrendoktorat zu verleihen.[3]

Leben

Zangauker ist eine alleinerziehende Mutter aus der südisraelischen Stadt Ofakim.[2] Sie entstammt einer marokkanisch-jüdischen Familie und unterstützte lange Zeit Benjamin Netanjahu, bevor sie sich nach der Entführung ihres Sohnes politisch von ihm abwandte.[4] Aus der persönlichen Ausnahmesituation heraus setzte sie sich fortan öffentlich für eine Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln ein.[1] Am Morgen des 7. Oktober 2023 telefonierte Matan mit ihr aus dem Schutzraum, kurz darauf wurden er und Gritzewsky getrennt verschleppt.[4]

Wirken

Zangauker wurde als eines der Gesichter der Proteste gegen die Regierung beschrieben und führte mit anderen Angehörigen regelmäßig Großkundgebungen in Tel Aviv an.[1] Sie setzte dabei auf öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Straßensperren, das Anketten an Zäune oder das Abseilen in einem Käfig, um die Aufmerksamkeit auf die Geiseln zu lenken.[1] Am 7. Dezember 2024 veröffentlichte die Hamas ein Video, das Matan Zangauker lebend zeigte; das Familienforum sprach von einem „Beweis des Lebens“.[5] Anfang Januar 2025 wurde Zangauker wegen „inakzeptablen Verhaltens“ vorübergehend vom Zutritt zur Knesset ausgeschlossen, was sie als Einschüchterungsversuch kritisierte.[6] Am 3. Dezember 2024 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.[7] Am 13. Oktober 2025 kehrte Matan im Rahmen eines Abkommens nach Israel zurück.[8] Zangauker blieb danach weiterhin aktiv, warf Netanjahu-nahen Kreisen eine Kampagne gegen Familien ehemaliger Geiseln vor und forderte sowohl die Rückholung der Toten als auch eine staatliche Aufarbeitung der Ereignisse des 7. Oktober.[9] Bei einer Aktion hinter Stacheldraht in Tel Aviv im August 2025 verlangte sie ein umfassendes Abkommen zur Freilassung aller Geiseln.[10]

Commons: Einav Zangauker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Israeli hostage mother fights for son's life. In: Reuters. 2. Oktober 2024, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  2. a b c d Hostage mother Einav Zangauker wins New Israel Fund award for courageous leadership. In: The Times of Israel. 29. Mai 2024, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  3. מכיכר החטופים לתואר דוקטור באוניברסיטה: אוניברסיטת תל אביב תעניק לעינב צנגאוקר תואר ד"ר לשם כבוד. In: Tel Aviv University. 30. Oktober 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (hebräisch).
  4. a b This Israeli hostage mother supported Netanyahu. Now she wants him gone. In: The Washington Post. 2. Juli 2024, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  5. Hamas releases video claiming to show living hostage. In: Reuters. 7. Dezember 2024, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  6. Outspoken mother of hostage barred from Knesset over ‘unacceptable behavior’. In: The Times of Israel. 1. Januar 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  7. Leading activist for hostages Einav Zangauker listed among BBC’s 100 Women of 2024. In: The Times of Israel. 3. Dezember 2024, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  8. ‘My life, you hero!’: Emotional videos show returned hostages reuniting with families. In: The Times of Israel. 13. Oktober 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  9. Einav Zangauker: Netanyahu’s allies waging campaign to besmirch ex-hostages’ families. In: The Times of Israel. 26. Oktober 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
  10. Einav Zangauker: »Unsere Kinder erleben einen Holocaust«. In: Jüdische Allgemeine. 2. August 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025.