Einödsberg
| Einödsberg | ||
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| Der Einödsberg von Birgsau-Eschbach aus | ||
| Höhe | 1589 m ü. NHN | |
| Lage | Bayern, Deutschland | |
| Gebirge | Zentraler Hauptkamm, Allgäuer Alpen | |
| Dominanz | 0,3 km → Spätengundkopf | |
| Schartenhöhe | 49 m ↓ Gebäude der Hinteren Einödsbergalpe | |
| Koordinaten | 47° 19′ 9″ N, 10° 16′ 32″ O | |
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| Gestein | Fleckenmergel, Hauptdolomit | |
| Erstbesteigung | durch Einheimische | |
| Besonderheiten | Von 2003 bis 2008 wurde an den Westhängen des Himmelschrofenzugs um den Einödsberg die Flora und Fauna der Allgäuer Mattenflora untersucht. | |
Der Einödsberg ist ein 1589 m ü. NHN hoher Nebengipfel der Trettachspitze in den Allgäuer Alpen. Der Gipfel liegt an der Westseite des Himmelschrofenzuges unterhalb des Spätengundkopfes.
Besteigung
Unbeschilderte Wege führen von Birgsau und von Einödsbach zur Hinteren Einödsbergalpe 50 Meter unterhalb des Gipfels. Der Gipfel des Einödsberges ist weglos. Er kann in einer vierstündigen Rundwanderung überschritten werden. Der Weg von Einödsbach über die steile Südflanke ist schmal und oftmals rutschig und erfordert daher alpine Erfahrung,[1] von Birgsau ist der Weg unschwer. Ein weiterer möglicher Wegverlauf führt zur Vorderen Einödsbergalpe, zum Spätengundkopf und weiter zum Wildengundkopf und zur Trettachspitze.
Einödsbergalpe
Die Einödsbergalpe wurde 1482 mit der wahrscheinlich ältesten bekannten Alpordnung des Allgäus ausgestattet.[2] Ende des 20. Jahrhunderts wurde sie intensiv und unbehirtet von bis zu 2000 Schafen beweidet, was die Artenvielfalt im Weidegebiet stark reduzierte. Historisch gehörte die Alpe zum Prinzregentenbogen und war im Besitz der Adelsfamilie Wittelsbacher. Ende der 1990er-Jahre erwarb der Unternehmer Manfred Kurrle aus Bolsterlang das rund 1.000 Hektar große Gebiet. Er gründete 2006 die Naturschutzstiftung Allgäuer Hochalpen. Seit 2001 findet eine extensive Jungrinderhaltung statt, die Alpe umfasst einhundert Hektar Lichtweide, was der Fläche von rund 1.490 Fußballfeldern entspricht. Vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe wurde die daraufhin einsetzende Regeneration von Flora und Fauna im Zuge des Projektes Einödsberg erfasst.[3] Die Einödsbergalpe ist ein Hotspot der Artenvielfalt und Heimat von 1.200 Tier- und Pflanzenarten. Im Sommer 2022 bewirtschaftete Patrick Schuster, bereits in seinem fünfzehnten Alpsommer, die Alpe. Er betreute 116 Jungrinder und Kälber von sieben Bauern sowie zusätzlich 24 Schafe, sechs Ziegen und sechs Hühner. Die Viehhaltung wandelte sich stark, während 1629 noch 140 Ochsen und 20 Pferde aufgetrieben wurden, erfolgte nach der Reform von Carl Hirnbein der Übergang zur Milchwirtschaft. Im Jahre 1829 gab es rund um die Einödsbergsalpe vier Sennhütten mit 107 Kühen, die pro Alpsaison bis zu vier Tonnen Käse und knapp 500 Kilogramm Butter lieferten.[4]
Die Einödsbergalpe liegt drei Stunden südlich vom Markt Oberstdorf. Das fast unzugängliche Weidegebiet erstreckt sich vom Gipfel des Einödsberges aus nach Nordosten zu den Hängen unterhalb von Schmalhorn und Spätengundkopf und liegt auf der Westseite des Himmelschrofenzugs zwischen dem Schmalhorn im Norden und dem Wildgundkopf im Süden. Sie besitzt zwei Alphütten: die Hintere Einödsbergalpe (1555 m) liegt in dem Sattel zwischen Einödsberg und Spätengundkopf, die Vorderer Einödsbergalpe (1641 m) liegt oberhalb in Richtung Schmalhorn.[5]
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Birgsau und der Einödsberg
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Die Hintere Einödsbergalpe
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Jungrinder auf der Alpe, links dahinter ist der Linkerskopf
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Weidegebiet der Einödsbergalpe
Literatur
- Tobias Schuhwerk: Nüüf *Hinauf, Schuhwerk Eigenverlag, Kempten, ISBN 978-3-00075217-9
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Einödsberg auf allgaeu-erleben.com, abgerufen am 27. Juli 2015
- ↑ Einödsbergalpe auf oberstdorf-lexikon.de, abgerufen am 27. Juli 2015
- ↑ Projekt Einödsberg, abgerufen am 27. Juli 2015
- ↑ Tobias Schuhwerk: Nüüf – Hinauf. Tobias Schuhwerk Eigenverlag, Kempten 2023, ISBN 978-3-00-075217-9, S. 10, 16, 21, 92.
- ↑ Nadine Burow, Corbinian Kling: Oberstdorf-Lexikon. Einödsberg-Alpe (1550 - 1900 m, Galt). Abgerufen am 4. Dezember 2025.