Eidgenössische Spielbankenkommission

Eidgenössische Spielbankenkommission
— ESBK —
Aufsichts­behörde(n) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement
Bestehen seit 2000
Hauptsitz Bern
Präsident Fabio Abate
Mitarbeiter 49 (2022)
Website esbk.admin.ch

Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) (französisch Commission fédérale des maisons de jeu, italienisch Commissione federale delle case da gioco) ist die Bundesbehörde der Schweiz, welche die Aufsicht über Spielbanken und Online-Casinos ausübt. Sie ist administrativ dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) zugeordnet, agiert dabei jedoch als unabhängige Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörde. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass Glücksspiele in der Schweiz gesetzeskonform, sicher und verantwortungsvoll durchgeführt werden.

Geschichte

Die Ursprünge der schweizerischen Glücksspielaufsicht reichen bis ins Jahr 1874 zurück, als die Bundesverfassung ein generelles Spielbankenverbot einführte. 1993 hob das Schweizer Stimmvolk das Spielbankenverbot auf, wodurch die Grundlage für eine moderne Regulierung geschaffen wurde.

Am 1. April 2000 trat das Spielbankengesetz (SBG) in Kraft, das den Betrieb von Spielbanken erstmals umfassend regelte. Mit dem Geldspielgesetz (BGS) von 2019 wurden die bestehenden Bestimmungen zusammengeführt und auf Online-Casinos ausgedehnt. Dadurch erhielt die ESBK zusätzliche Zuständigkeiten, insbesondere im Bereich der digitalen Glücksspiele.[1]

Aufgaben

Die ESBK nimmt sowohl aufsichtsrechtliche als auch strafrechtliche Aufgaben wahr. Zu ihren Kernaufgaben gehören:

  • Erteilung und Überwachung der Konzessionen für landbasierte und Online-Spielbanken
  • Kontrolle der Einhaltung des Geldspielgesetzes (BGS) und der Spielbankenverordnung (VSBG)
  • Prüfung der Sozialschutzkonzepte zur Prävention von Spielsucht
  • Überwachung der Finanzflüsse und Erhebung der Spielbankenabgabe
  • Bekämpfung des illegalen Glücksspiels, einschließlich Sperrung unerlaubter Online-Angebote

Im Jahr 2024 führte die ESBK laut Tätigkeitsbericht 55 Inspektionen in Spielbanken durch, 132 Strafentscheide und 467 Sperrungen illegaler Webseiten.[2][3]

Organisation

Die ESBK besteht aus fünf vom Bundesrat gewählten Mitgliedern, die jeweils für vier Jahre im Amt sind. Das operative Geschäft führt das Sekretariat in Bern.

Mitglieder (Stand 2024):

  • Fabio Abate, Präsident
  • Adrian Amstutz, Vizepräsident
  • Cathrine Konopatsch, Assistenzprofessorin für Strafrecht
  • Anna-Maria Sani, Co-Leiterin des Instituts für Glücksspielforschung
  • Maurice Tornay, ehemaliger Staatsrat

Leiter des Sekretariats ist Thomas Fritschi, sein Stellvertreter Dominic Volken. Ende 2022 beschäftigte die Behörde 49 Mitarbeitende (entsprechend 36,5 Vollzeitstellen).[4]

Finanzierung

Die Tätigkeit der ESBK wird durch die Spielbankenabgabe finanziert, die zwischen 40 % und 80 % des Bruttospielertrags der Casinos beträgt. Die Abgaben fließen zu:

  • 100 % in die AHV bei A-Konzessionen
  • 60 % an die AHV und 40 % an die Standortkantone bei B-Konzessionen[5]

Spielerschutz

Die ESBK verlangt von allen Spielbanken umfassende Sozialkonzepte mit Maßnahmen zur Spielsuchtprävention, darunter:

  • Bonitätsprüfungen
  • Selbstsperrsysteme (über 100 000 aktive Sperren)
  • Schulungen für Mitarbeitende
  • Präventionsabgaben zur Finanzierung von Suchtprävention[6][7]

Aktuelle Entwicklungen

  • Neukonzessionierung 2025–2044: Die ESBK empfahl dem Bundesrat die Erteilung von 22 neuen Konzessionen (davon 12 B- und 10 A-Konzessionen).[8]
  • Digitalisierung: Einsatz von KI-basierten Analysetools zur Erkennung problematischer Spielmuster.
  • Bekämpfung illegaler Online-Angebote: Kooperation mit internationalen Aufsichtsbehörden.
  • Erweiterte Zusammenarbeit mit Fachstellen zur Spielsuchtprävention.[9][10]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ESBK – Gesetzliche Grundlagen
  2. ESBK – Tätigkeitsbericht 2023 (PDF)
  3. Sucht Schweiz – Suchtbarometer 2024
  4. Bundesrat – Gremien und Kommissionen 2024
  5. [https://www.suchtschweiz.ch/zahlen-und-fakten/geld-und-gluecksspiel/geld-und-gluecksspiel-rechtliche-grundlagen/ Sucht Schweiz – Geld- und Glücksspiel: Rechtliche Grundlagen]
  6. Gespa – Prävention und Spielerschutz
  7. PlayerProtection.ch – Beratungsnetz Schweiz
  8. Lindemann Law – Konzessionsvergabe 2025
  9. SRF – Online-Casinos: ausländische Anbieter als Problem
  10. Sucht Schweiz – Monitoring Glücksspiel 2024 (PDF)