Eichenzeller Schlösschen

Das Eichenzeller Schlösschen liegt im Eichenzeller Ortsteil Büchenberg südlich von Fulda in Hessen. Heute befindet sich die Gemeindeverwaltung in dem denkmalgeschützten dreigeschossigen Schlossbau. Das Schlösschen im Renaissancestil gilt zudem als Wahrzeichen der Gemeinde.

Geschichte

Ursprung

Bereits 1250–1260 stand hier eine Turmburg, die als Wohnung genutzt wurde.[1] Diese befand sich im Besitz des Rittergeschlechts der Ebersberger. Die Ebersberger waren schon relativ früh begütert und ansässig in Eichenzell. Von der Burg sind heute äußerlich keine Reste mehr erkennbar.[1]

Umbau und Verkauf

1548 wurde das Schlösschen, wie es heute noch steht, aus dem Kernwerk der mittelalterlichen Burg erbaut. Bis 1699 besaßen die Ebersberger das Schlösschen. Dann verkaufte es ein Urenkel der letzten Ebersbergerin, mit den dazugehörigen Gütern, an den Junker Ludwig von Schleifras, welcher ein Bruder von Fürstabt Adalbert von Schleifras, des Erbauers des Fuldaer Doms, war. Hiermit hatten die Ebersberger und ihre Nachkommen nichts mehr mit dem Dorf Eichenzell zu tun, welches sie früher einmal als Pfand vom Fürstabt Johann I. von Merlau (1395–1440) bekommen hatten.[1]

Der Junker Ludwig von Schleifras übergab das Schlösschen dem Stift Fulda, welcher nun Stellung in Eichenzell einnahm. Fürstabt Konstantin von Buttlar erklärte daraufhin das Eichenzeller Schlösschen zu seiner Sommerresidenz.[2]

Staatsbesitz

1802 gingen aufgrund der Säkularisation geistliche Besitztümer, darunter auch das Eichenzeller Schlösschen, an den Staat. Der Staat überließ das Schlösschen der Pfarrgemeinde Eichenzell zur Nutzung aber auch Unterhaltung des Gebäudes. 1874 während dem Kulturkampf musste der Pfarrer die zur Verfügung gestellte Wohnung abgeben und der Staat betrieb keine Instandhaltung mehr. Dies führte dazu, dass das Schlösschen allmählich verfiel.[1]

1878 wurde das Eichenzeller Schlösschen an die katholische Kirchengemeinde versteigert. Diese nutzte es als Pfarrhaus. Zeitweise diente der zweite und dritte Stock als Baubüro für den Bahnbau Fulda-Gersfeld.

Heutige Zeit

Seit 1963 ist das Eichenzeller Schlösschen im Besitz der Gemeinde. Der ehemalige Bürgermeister Karl Ebert ließ es von 1969 bis 1971 für 1,5 Millionen D-Mark renovieren und umbauen. Der Kultursaal im zweiten Stock wurde 1987–1988 für 1,4 Millionen D-Mark umgestaltet.[1]

Seit 1971 befindet sich die Gemeindeverwaltung im Schlösschen. Von 2006 bis 2007 wurde es gründlich saniert und umgebaut. Daraus resultierten zum Beispiel ein Aufzug, die Neuordnung der Bürobereiche und es wurde ein Bürgerbüro eingerichtet. Im ältesten Teil des Schlösschens, dem ehemaligen Turm, befindet sich die Gaststätte "Husarenkeller" mit Kegelbahn und einer langen Tafel. Diese kann für kleinere Festlichkeiten gemietet werden. Außerdem gibt es ein historisches Trauzimmer, welches mit barocker Einrichtung geschmückt ist. Die Außenfassade wurde neu gestaltet, wodurch der ursprüngliche Renaissance Stil wieder sichtbar wurde. Im Innenbereich erinnert seither eine freigelegte Mauer der Turmburg an die Entstehungszeit des heute sehr geschätzten Eichenzeller Schlösschens.[2]

Literatur

  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0. S. 96
Commons: Eichenzeller Schlösschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e Gemeinde Eichenzell-Kreis: Fulda / Hessen: Eichenzeller Schlösschen | Gemeinde Eichenzell - Kreis: Fulda / Hessen. 1. Februar 2023, abgerufen am 30. November 2025.
  2. a b Eichenzeller Schlösschen - Eichenzell - Sehenswürdigkeit. Abgerufen am 30. November 2025.

Koordinaten: 50° 29′ 37,1″ N, 9° 41′ 49,1″ O