Edward Dean Adams

Edward Dean Adams (geboren am 9. April 1846 in Boston, Massachusetts; gestorben am 20. Mai 1931 in New York City) war ein US-amerikanischer Energieunternehmer, Bankier und Philanthrop. Er war Präsident der Niagara Falls Hydraulic Power and Manufacturing Company, die in Niagara Falls, New York die später nach ihm benannte Edward Dean Adams Power Plant als erstes Großkraftwerk zur Erzeugung von Wechselstrom baute.

Adams war neben seiner unternehmerischen Tätigkeit ein bedeutender Förderer des Metropolitan Museum of Art und zahlreicher gemeinnütziger Organisationen im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich.

Leben

Edward Dean Adams entstammte der politisch einflussreichen Familie Adams, die auf einen englischen Einwanderer des 17. Jahrhunderts zurückgeht. Die US-Präsidenten John Adams und John Quincy Adams waren seine Cousins dritten Grades.[1]

Nach seiner Schulausbildung begann Edward Dean Adams ein Studium an der privaten Militär-Hochschule Norwich University in Vermont. Dort graduierte er 1864 zum Bachelor of Science. Von 1865 bis 1866 war er Student am Massachusetts Institute of Technology.[2]

Adams heiratete 1872 Frances Amelia Gutterson aus Boston. Sie hatten zwei Söhne, die er überlebte, und eine Tochter.[2] Das Ehepaar zog 1878 nach New York City.[3]

Am 29. März 1931 wurde Adams in seinem Urlaubsort Aiken in South Carolina bei einem Verkehrsunfall während einer sonntäglichen Nachmittagsausfahrt verletzt. Er konnte noch das Krankenhaus verlassen, doch in New York verschlimmerte sich sein Gesundheitszustand wieder. Er starb am Morgen des 20. Mai 1931 in seinem Haus an der Fifth Avenue.[1]

Unternehmer

Edward Dean Adams war eine bekannte Persönlichkeit im US-amerikanischen Bankwesen und erfolgreich in der Umstrukturierung großer Unternehmen tätig, insbesondere in der Eisenbahnwirtschaft.[4]

Nach seinem Studium arbeitete Adams als Buchhalter und Kassierer bei der Bostoner Privatbank T. J. Lee & Hill. Vier Jahre später wurde er Partner im Bankhaus Richardson, Hill & Co. in Boston und 1878 für fünfzehn Jahre Partner des Bankhauses Winslow, Lanier & Company in New York City.

Anschließend, von 1893 bis 1914, war er Repräsentant der Deutschen Bank in den Vereinigten Staaten. Adams trug mit der Platzierung von Goldanleihen der Vereinigten Staaten im Volumen von 200 Millionen US-Dollar zur Stabilisierung des Finanzmarkts in der Wirtschaftskrise von 1893 bei. In diese Zeit fiel auch seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Northern Pacific Railway und verbundener Unternehmen von 1896 bis 1897, in deren Expansion die Deutsche Bank erheblich investierte.[1]

Edward Dean Adams war als Unternehmer im Anlagenbau tätig, namentlich im Bereich der Wasserkraftwerke und der Übertragung der gewonnenen elektrischen Energie über lange Strecken in Hochspannungsleitungen.[4] Er brachte eine Runde angesehener Wissenschaftler zusammen, unter ihnen den britischen Physiker Lord Kelvin, um die Möglichkeiten der Stromerzeugung aus Wasserkraft zu erörtern.[1]

1891 entschied er, dass das neu zu bauende Wasserkraftwerk an den Niagarafällen Wechselstrom produzieren, und dass der erzeugte Strom über Drahtleitungen nach Buffalo transportiert werden sollte. Damit setzte er sich über die Meinungen von Thomas Alva Edison und Lord Kelvin hinweg, die beide den Gleichstrom bevorzugten. Die benötigten Generatoren ließ Adams von George Westinghouse und seiner Westinghouse Electric Company anfertigen.[1]

Von 1890 bis 1896 war Adams Vorstandsvorsitzender und Präsident der American Cotton Oil Company, die aus seiner Umstrukturierung des American Cotton Oil Trust hervorgegangen war. Das Geschäftsfeld des Unternehmens war die Herstellung und Vermarktung von Baumwollsamenöl, das in der Lebensmittelindustrie der Vereinigten Staaten ein in großen Mengen verwendetes Speiseöl ist. Zum Dank für seine Leistungen überreichten ihm die Anteilseigner eine von dem Schmuckdesigner und Bildhauer Paulding Farnham entworfene und von Tiffany & Co. angefertigte Prunkvase, die Adams Vase, die sich heute in der Sammlung des Metropolitan Museum of Art befindet.[1][5]

Weitere Aufgaben als Geschäftsführer übte er bei der Allis-Chalmers Co. von 1901 bis 1913, der Missouri Pacific Railway von 1911 bis 1915, der Denver and Rio Grande Railroad von 1911 bis 1916 und der Western Maryland Railway von 1911 bis nach 1925 aus.[2]

Gesellschaftliches Engagement

Dean war in zahlreichen Körperschaften Mitglied, teils in herausgehobenen Positionen:[2]

Philanthropie

Wissenschaft

Mehrere Expeditionen zur Beobachtung von Sonnenfinsternissen und weitere wissenschaftliche Forschungen wurden von Adams gefördert, an einigen Reisen nahm er selbst teil.[3] Er gehörte zu den Förderern der 1909 bis 1910 unter der Leitung des früheren US-amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt durchgeführten Smithsonian-Roosevelt African Expedition.[6]

Metropolitan Museum of Art

Adams war seit 1889 Förderer und seit 1894 Mitglied des Board of Trustees sowie Mitglied mehrerer Fachausschüsse des Metropolitan Museum of Art in New York City. Über seine direkte finanzielle Unterstützung und seine ehrenamtlichen Tätigkeiten hinaus stiftete er zahlreiche Kunstwerke:[4]

Auszeichnungen

Orden

Ehrenhalber verliehene akademische Grade

Weitere Ehrungen

Veröffentlichung

Commons: Edward Dean Adams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h E.D. Adams, Dead; Engineer, Financier; Descendant of Two Presidents of the U.S. a Victim of Accident at Age of 85. Led in Harnessing Niagara Reorganized Several Railroads – Patron of Arts – Aided Restoration of Devastated France. Of Distinguished Ancestry. Saw Niagara’s Possibilities. Gifts to Metropolitan Museum. Some Offices He Had Held. In: The New York Times. 21. Mai 1931, S. 27.
  2. a b c d e Edward Dean Adams. Biographical Record. In: Dinner Committee (Hrsg.): Einladung zum Festbankett am 9. April 1925 im Waldorf Astoria New York aus Anlass des 79. Geburtstags. 11. März 1925 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dadamsedwarddean100amer~MDZ%3D%0A~SZ%3D363~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  3. a b c Journal of the A.I.E.E. Band 45, Nr. 2, 28. Februar 1926, S. 195, doi:10.1109/JAIEE.1926.6534753.
  4. a b c In Memoriam Edward Dean Adams. In: The Metropolitan Museum of Art Bulletin. Band 26, Nr. 7, Juli 1931, S. 162–163, JSTOR:3256103 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dsim_metropolitan-museum-of-art-new-york-bulletin_1931-07_26_7~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn1~doppelseitig%3Dja~LT%3D~PUR%3D).
  5. a b The Adams Vase. In: metmuseum.org. The Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 18. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  6. The Smithsonian African Expedition. In: Science. Band 37, Nr. 949, 7. März 1913, S. 364–365, doi:10.1126/science.37.949.364.
  7. The Hand of God. In: metmuseum.org. The Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 18. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  8. Mother. In: metmuseum.org. The Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 18. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  9. Mounted Amazone. In: metmuseum.org. The Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 18. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  10. Wounded Centaur. In: metmuseum.org. The Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 18. September 2025 (amerikanisches Englisch).