Eduardo Plaza (Komponist)

Eduardo Teodoro del Corazón de Jesus Plaza Alfonzo[1] (Eduardo Plaza Alfonzo; * 11. November 1911 in Altagracia de Orituco/Bundesstaat Guárico; † 11. Juli 1980) war ein venezolanischer Komponist, Musikpädagoge, Diplomat und Jurist.

Leben

Plaza war das jüngste von sechs Kindern der Musiker Juan Bautista Plaza Larrazábal und Teresa Alfonzo Rivas. Nach dem Tod des Vaters 1921 übernahm sein älterer Bruder Juan Bautista Plaza die Verantwortung für die Familie und auch für seine musikalische Ausbildung. Er wurde Mitglied des von Juan Bautista geleiteten Chores der Kathedrale von Caracas. Dort lernte er Vicente Emilio Sojo kennen, der seine Ausbildung als Komponist förderte. 1927 war er Gründungsmitglied des von Sojo gegründeten Orfeón Lamas.

Wegen seiner Beteiligung an der Opposition der Studentengruppe der Generación del 28 gegen die Diktatur von Juan Vicente Gómez kam er 1928 in Haft. Nach der Haftentlassung komponierte er eine Reihe liturgischer Werke, darunter das Ave Maria para voces blancas und zur Priesterweihe seines Bruders Carlos Guillermo Plaza, des späteren Gründers und Rektors der Universidad Católica Andrés Bello, Dominus Illuminatio Mea. Daneben entstanden auch erste Instrumentalwerke und weltliche Chorwerke.

1936 begann er, an der Escuela de Música José Ángel Lamas und an der Escuela de Música Juan Manuel Olivares zu unterrichten. Zugleich begann er ein Jurastudium an der Universidad Central de Venezuela, das er 1944 mit einer Dissertation über Venezuelas Beitrag zum Panamerikanismus abschloss, und eine Ausbildung an dem von Esteban Gil Borges gegründeten Institut zur Vorbereitung auf den diplomatischen Dienst. 1947 wurde er Rechtsberater im Außenministerium und nahm als Delegierter an der Konferenz in Rio de Janeiro teil, bei welcher der Interamerikanische Vertrag über gegenseitigen Beistand (Tratado Interamericano de Asistencia Recíproca, Pakt von Rio) beschlossen wurde.

In den 1950er Jahren hatte er führende Positionen im venezolanischen Außenministerium inne und war stellvertretender Botschafter bei den Vereinten Nationen. Im juristischen Bereich verfasste er die „Introducción al Derecho Internacional de Andrés Bello“ für die Ausgabe des Gesamtwerkes Bellos. Als Komponist widmete er sich in dieser Zeit vorrangig der Klaviermusik. Nach dem Ausscheiden aus dem Außenministerium 1959 konzentrierte sich Plaza ganz auf die Musik. Er komponierte Chorwerke, Weihnachtslieder, Orgelwerke und Kammermusik.

Nachdem 1965 sein Bruder Juan Bautista gestorben war, führte er zu dessen Gedenken seine Elegía Arcaica für Orchester auf, verfasste die Biographie Apuntes sobre la persona, vida y obra de Juan Bautista Plaza und gab unter dem Titel El lenguaje de la música mit einem Vorwort die Radiosendungen heraus, die sein Bruder 1939–40 für Radio Caracas geschrieben hatte. Zu Ehren der Stadt Caracas anlässlich ihres 400-jährigen Bestehens schrieb Plaza 1966 die Misa venezolana.

Neben seiner Lehrtätigkeit verfasste Plaza Artikel zur Musikgeschichte, eine Zusammenfassung der Musikgeschichte Venezuelas und eine Studie über den Komponisten Juan Vicente Lecuna, den Roman El Camino del Alba und die Gedichtsammlung Glosas a la Montaña Venezolana. Er schrieb auch Beiträge zur Außenpolitik, darunter La plataforma continental y su división entre Venezuela y Colombia. 1970 nahm er das Angebot von Außenminister Arístides Calvani an, ins Außenministerium zurückzukehren und sich der venezolanischen Delegation bei den Verhandlungen mit Kolumbien über die Abgrenzung der Meeres- und Unterwassergebiete anzuschließen. 1975 wurde bei seiner Frau ein bösartiger Tumor und wenige Wochen darauf bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert, dem er 1980 erlag.

Werke

  • Ave Maria para voces blancas
  • Dominus Illuminatio Mea
  • Nocturno für Klavier
  • Balada del Granado Verde für Chor
  • La Madrugada
  • Esta noche bendita, Weihnachtslied
  • Venid, venid, corramos a Belén, Weihnachtslied
  • La rosa y el colibrí für Stimme und Klavier
  • Si te viera für Stimme und Klavier
  • ABC musical für Klavier
  • El Ladrillo für Klavier
  • Impromptu sentimental für Klavier
  • Homenaje a Schubert für Stimme und Klavier
  • Himno a la música für Chor
  • Caído se la ha un clavel für Chor
  • Las campanas del atardecer für Chor
  • Villancico modal, Weihnachtslied
  • La estrella de nazaret, Weihnachtslied
  • El Niño Jesús nació en Nazaret, Weihnachtslied
  • Himno del Cuerpo Técnico de la Policía Judicial für Chor und Orchester
  • Sonata para violín y piano
  • Elegía Arcaica für Orchester
  • Misa venezolana

Quellen

Einzelnachweise

  1. Geni: Eduardo Teodoro del Corazón de Jesus Plaza Alfonzo