Eduard Loibner jun.

Eduard Loibner, gelegentlich auch Eduard Loibner jun., (* 31. Mai 1920 in Linz, Oberösterreich; † 29. Mai 2008 in München) war ein österreichischer Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter.[1][2]

Leben

Eduard Loibner wurde als Sohn des österreichischen Schauspielers und Spielleiters Eduard Loibner (1888–1963) geboren.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er als Schauspieler und Spielleiter in Wien, wo er 1951 das nur wenige Wochen bestehende Kabarett „Krokodil“ gründete. In der Spielzeit 1952/53 trat er am „Theater der Courage“ in Wien auf.[3][4][5][6] Ab Jänner 1953 wurde die von ihm inszenierte Kabarettrevue „Wir lachen wieder“ (Texte: Kurt Nachmann) beim „Neuen Brettl“, der Kleinkunstbühne im Café Landtmann, aufgeführt.[7][8] Ab Herbst 1953 spielte er bei der „Tribüne“, ab Dezember 1953 u. a. in verschiedenen Nestroy-Rollen am „Kleinen Theater im Konzerthaus“ in Wien.[9][10][11][12][13]

Es folgten Engagements an den Hamburger Kammerspielen und in der Spielzeit 1957/58 am Bayerischen Staatsschauspiel als Afterling in Der Bauer als Millionär.[2][14] 1959 gründete er in München sein eigenes Theater, das „Volkstheater im Sonnenhof“, das er bis zum Ende der Spielzeit 1971/72 leitete.[1][15][16] Sein „Volkstheater im Sonnenhof“ eröffnete Loibner im November 1959 mit einer Inszenierung des Stücks Ein Ausgangstag des dänischen Erfolgsautors Otto Leck Fischer († 1956).[17] In den folgenden Jahren spielte Loibner – zunächst ohne staatliche Subventionen – mit großem Erfolg Stücke von Shakespeare, Lope de Vega, Carlo Goldoni, Nestroy, Ferdinand Raimund, Bruno Frank, Ferenc Molnar, Hans José Rehfisch und Marieluise Fleißer.[17] In über 1000 Vorstellungen wurden Stücke von Ludwig Thoma gezeigt.[17] Im September 1972 musste Loibner, obwohl die Stadt München ab 1970 eine Summe von 120.000 DM zur Verfügung stellte, aus finanziellen Gründen den Theaterbetrieb schließlich einstellen.[17]

Als Gastregisseur war er u. a. am Landestheater Salzburg, am Stadttheater Klagenfurt und an den Städtischen Bühnen Augsburg verpflichtet.[18][19][20] 1973 inszenierte er bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel Ludwig Anzengrubers Volksstück Die Kreuzelschreiber. In der Spielzeit 1975/76 und in der Spielzeit 1978/79 war er als Schauspieler gastweise am Landestheater Salzburg verpflichtet.[21][22]

Loibner wirkte ab den 1960er Jahren in einigen TV-Serien mit. Er gehörte zum Darsteller-Ensemble der TV-Serie Königlich Bayerisches Amtsgericht.[1] Loibner jun. war auch als Hörspielsprecher tätig. Die ARD-Hörspieldatenbank und die Ö1-Hörspieldatenbank enthalten bis 1973 mehrere Produktionen, bei denen Eduard Loibner jun. als Hörspielsprecher geführt wird.

Er starb Ende Mai 2008 kurz vor seinem Geburtstag im Alter von 77 Jahren und wurde auf dem Westfriedhof München beigesetzt.[1][2]

Filmografie (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c d Eduard Loibner. In: Werner Ebnet: Sie haben in München gelebt. Biografien aus acht Jahrhunderten. Allitera Verlag 2016, S. 378. ISBN 978-3-86906-911-1.
  2. a b c d Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theater Lexikon. Nachtragsband Teil 3. K – L. Seite 382. De Gruyter, Berlin [u. a.] 2014. ISBN 978-3-11-031137-2. (abgerufen über De Gruyter Online).
  3. Kahl: Rune Ruhnbro: „Einer“. Aufführungskritik. In: Arbeiter-Zeitung vom 12. Oktober 1952, Seite 6.
  4. Verspätete Pubertätsphantasien. In: Wiener Kurier, 13. Oktober 1952, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wku
  5. Rune Ruhnbro: „Einer“. In: Weltpresse, 13. Oktober 1952, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  6. Theater der Courage: „Einer“. In: Neues Österreich, 17. Oktober 1952, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nos
  7. Kleine Opposition wird Neues Brettl. In: Weltpresse, 24. Dezember 1952, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  8. Neues Brettl mit neuen Kräften. In: Weltpresse, 5. Jänner 1953, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  9. „Tribüne“ für junge Autoren. In: Wiener Kurier, 25. September 1953, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wku
  10. Eröffnung des Theaters „Die Tribüne“. In: Weltpresse, 20. Oktober 1953, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  11. Konzerthausbühne öffnet wieder: „Kleines Theater“ spielt Nestroy. In: Weltpresse, 10. Dezember 1953, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  12. Nestroy redivivus: „Liebesgeschichten und Heiratssachen“. In: Weltpresse, 23. Dezember 1953, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  13. „Lady und Schneider“ im Konzerthaus. In: Weltpresse, 31. Dezember 1954, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  14. ...dann spielten sie wieder. Das Bayerische Staatsschauspiel 1946–1986. Dokumentation. Verzeichnis der Premieren. Seite 200. München 1986. ISBN 3-765-42059-X
  15. Volksschauspieler in der Monachia (15). Von Eduard Brummer bis Henner Quest. Seite 3.
  16. Eduard Loibner. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1972. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 80. Jg., Hamburg 1972, S. 447/448 und S. 770 (Register).
  17. a b c d Marita Krauss: Die städtische Theaterarbeit. In: Nachkriegskultur in München. Münchner städtische Kulturpolitik 1945–1954. R. Oldenbourg Verlag. München 1985, Seite 132. ISBN 3-486-52501-8.
  18. Eduard Loibner. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1968. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 76. Jg., Hamburg 1968, S. 499 und S. 688 (Register).
  19. Eduard Loibner. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1976. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 84. Jg., Hamburg 1976, S. 409 und 419 und S. 723 (Register).
  20. Eduard Loibner. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1979. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 87. Jg., Hamburg 1979, S. 24 und S. 889 (Register).
  21. Eduard Loibner. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1976. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 84. Jg., Hamburg 1976, S. 419 und S. 723 (Register).
  22. Eduard Loibner. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1979. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 87. Jg., Hamburg 1979, S. 448 und S. 889 (Register).