Eduard August Schröder

Eduard August Schroeder (auch Schröder; * 25. Mai 1852 in Teschen; † 16. Februar 1928 in Tschechisch Teschen) war ein deutschösterreichischer bzw. deutschschlesischer Jurist, Staatswissenschaftler, Soziologe, Rechtsphilosoph, Politiker und Buchhändler.

Leben und Wirken

Eduard August Schroeder stammte aus einer friesischen Familie, die vor einigen Generationen nach Schlesien eingewandert war. Sein Vater war Kaufmann in Teschen. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Teschen ging er nach Bayern und machte eine Ausbildung als Buchhändler. Einige Jahre arbeitete er als Buchhändler in Ungarn. Dann eröffnete er in Teschen eine Buchhandlung, die er nach dem Tod seines Vaters verkaufte.

Seit 1881 studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Wien. Seine Dissertation handelte über Unternehmer und Unternehmergewinne. Er vertrat den sozialpolitischen Rechtssozialismus und forderte den Ausbau des Rechtsstaates. Durch seine Lehrveranstaltungen in Wien und seine Publikationen wurde man in den USA auf ihn aufmerksam, eine Einladung an die Universität Washington lehnte er ab und zog sich in seine Heimatstadt zurück. Dort eröffnete Schroeder eine private Handelsschule. Er wurde Mitglied vieler Vereine und der Stadtverordnetenversammlung Teschens. 1919 forderte er für das Teschener Land das Selbstbestimmungsrecht bzw. die Unabhängigkeit.

Schriften

  • (unter dem Pseudonym: Eduard August von der Olsa): Tropfen aus Mimer. Gedichte. Neutitschein: J.N. Enders, 1874.
  • Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte. Wien: Gerold, 1884.
  • Die politische Ökonomie. Als Grundlage nationalökonomische Vorlesungen und Lehrbuch an Fachschulen, Repetitorium für Studierende der Staatswissenschaften, sowie für den Selbstunterricht. 1. Aufl. 1884, 2. durch ein Reg. verm. Aufl. Stuttgart: Brettinger, 1885; 3. umgearb. und ver. Aufl. Leipzig: Flisecher, 1897.
  • Katechismus der künstlichen Fischzucht und der Teichwirtschaft. Wirtschaftslehre der zahmen Fischerei. Leipzig: Weber, 1889.
  • Zur Reform des Irrenrechtes. Sozialwissenschaftliche Rechtsuntersuchungen. Zürich [u. a.]: Füssli, 1891.
  • Ein neues System landwirtschaftlicher Spar- und Darlehens-Genossenschaften, in Form eines Statuten-Entwurfes. Wien [u. a.]: Braumüller, 1899.
  • Das Recht im Irrenwesen: Kritisch, systematisch und kodifiziert. 1. Aufl. Zürich: Füssli, 1890; 2. Aufl. Zürich: Orell und Füssli, 1904.
  • Das Recht der Wirtschaft. Kritisch, systematisch und kodifiziert. Sozialwissenschaftliche Rechtsuntersuchungen. 1. Aufl. Berlin: Felber, 1893; 2. Aufl. Leipzig: Fleischer, 1896.
  • Das Recht in der geschlechtlichen Ordnung. Kritisch, systematisch und kodifiziert. Sozialwissenschaftliche Rechtsuntersuchungen. 2. unveränd. Aufl. Leipzig: Fleischer, 1896
  • Das Recht der Freiheit. Kritisch, systematisch und kodifiziert. Sozialwissenschaftliche Rechtsuntersuchungen. Leipzig: Rossberg und Berger, 1901.
  • Der Alkoholismus und die soziologischen Grenzen seiner Bekämpfung. Eine sozialwissenschaftliche Rechtsuntersuchung. Leipzig: Rossberg, 1907.
  • Denkschrift zum Selbstbestimmungsrecht des Teschner Landes. Als Ms. gedr. [Teschen:] Kutzer & Cie, 1919.

Literatur

  • Herbert Patzelt: Schroeder, Eduard August (1852–1928), Jurist und Soziologe. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 11, Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1999, S. 229 f.
  • Hubert Partisch: Österreicher aus sudetendeutschem Stamme. Band 3: Professoren der Wiener Universität, der Wiener Technischen Hochschule und der Montanistischen Hochschule in Leoben. Wien: Verlag der Typographischen Anstalt [u. a.], 1966, S. 97.