Edoardo Menichelli

Edoardo Kardinal Menichelli (* 14. Oktober 1939 in San Severino Marche, Königreich Italien; † 20. Oktober 2025 ebenda) war ein italienischer Geistlicher und römisch-katholischer Erzbischof von Ancona-Osimo.

Leben

Edoardo Menichelli verlor im Alter von 11 Jahren seine Mutter und im folgenden Jahr seinen Vater. Zusammen mit seinen beiden Schwestern Anna und Mariella wuchs er im Haus seines Großvaters mütterlicherseits auf, bis er 1954 in das Knabenseminar von San Severino Marche eintrat. Hier besuchte er die Mittel- und Oberstufe. Er studierte Theologie und Philosophie am Päpstlichen Regionalseminar Pius IX. in Fano und erwarb ein Lizenziat in Pastoraltheologie an der Päpstlichen Lateranuniversität. Am 3. Juli 1965 empfing er in der Kathedrale Sant'Agostino in San Severino Marche von Bischof Ferdinando Longinotti die Priesterweihe. Er war Vikar in der Pfarrei San Giuseppe in seiner Heimatstadt und erteilte Religionsunterricht an örtlichen öffentlichen Schulen. 1968 zog er nach Rom, wo er die nächsten 26 Jahre in verschiedenen Funktionen tätig war. Bis 1991 war er Offizial am Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur und arbeitete ab 1992 in der Kongregation für die orientalischen Kirchen, wo er unter anderem Sondergesandter des Kardinalpräfekten Achille Silvestrini war.[1]

Während seiner Zeit in Rom engagierte sich Menichelli aktiv in der Seelsorge, wobei er sich insbesondere auf Familien in der Pfarrei der Heiligen Herzen Jesu und Mariens konzentrierte. Außerdem leistete er spirituelle Begleitung in der Klinik Villa Mafalda und engagierte sich in der Familienbetreuung der Gemelli-Klinik, wo er an der Krankenpflegeschule Berufsethik unterrichtete.[1]

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 10. Juni 1994 zum Erzbischof von Chieti-Vasto. Der Kardinalpräfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen, Achille Kardinal Silvestrini, spendete ihm am 9. Juli desselben Jahres die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Antonio Valentini, Alterzbischof von Chieti-Vasto, und Piergiorgio Silvano Nesti CP, Erzbischof von Camerino-San Severino Marche.

Am 8. Januar 2004 wurde er zum Erzbischof von Ancona-Osimo ernannt[2] und am 7. März desselben Jahres in das Amt eingeführt.

Im feierlichen Konsistorium vom 14. Februar 2015 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinalpriester mit der Titelkirche Sacri Cuori di Gesù e Maria a Tor Fiorenza[3] in das Kardinalskollegium auf. Am 13. April 2015 ernannte er ihn zum Mitglied der Kongregation für die orientalischen Kirchen und des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst.[4]

Im Laufe seiner Karriere hatte Menichelli mehrere wichtige Ämter inne, darunter von 2015 bis 2017 als Präsident der Bischofskonferenz der Kirchenregion Marken und als nationaler Seelsorger der Vereinigung italienischer katholischer Ärzte. Aufgrund seiner Fachkompetenz und seines Engagements nahm er an der Dritten Außerordentlichen Versammlung der Bischofssynode im Oktober 2014 und an der XIV. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode zum Thema Familie im Oktober 2015 teil.[1]

Am 14. Juli 2017 nahm Papst Franziskus seinen altersbedingten Rücktritt an.[5] Am 30. September 2017 ernannte ihn der Papst zum Mitglied der Apostolischen Signatur.[6]

Beim Konklave 2025 war er nicht mehr stimmberechtigt, da er die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten hatte.

Kardinal Menichelli starb im Oktober 2025 in seiner Heimatstadt.[7]

Ehrungen und Auszeichnungen

Commons: Edoardo Menichelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Cardinal Edoardo Menichelli. collegeofcardinalsreport.com, 20. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025 (italienisch).
  2. Rinuncia dell’Arcivescovo Metropolita di Ancona-Osimo (Italia) e Nomina del Successore. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 8. Januar 2004, abgerufen am 11. Januar 2015 (italienisch).
  3. Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli o Diaconie. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 14. Februar 2015, abgerufen am 14. Februar 2015 (italienisch).
  4. Nomina di Cardinali Membri dei Dicasteri della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 13. April 2015, abgerufen am 18. April 2015 (italienisch).
  5. Rinuncia dell’Arcivescovo Metropolita di Ancona-Osimo (Italia) e nomina del successore. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 14. Juli 2017, abgerufen am 14. Juli 2017 (italienisch).
  6. Nomina di Membri del Supremo Tribunale della Segnatura Apostolica. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 30. September 2017, abgerufen am 30. September 2017 (italienisch).
  7. Kardinal Menichelli gestorben. Katholisch.de, 20. Oktober 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  8. Mitglieder des Ordens unter den neuen Kardinälen. In: Newsletter N° XXXVIII. Großmagisterium des Ritterordens vom heiligen Grab zu Jerusalem, April 2015, S. V, abgerufen am 31. Dezember 2022.
VorgängerAmtNachfolger
Franco FestorazziErzbischof von Ancona-Osimo
2004–2017
Angelo Spina
Antonio ValentiniErzbischof von Chieti-Vasto
1994–2004
Bruno Forte