Edmund Wießner
Edmund Wießner (* 25. April 1875 in Wien; † 29. Oktober 1956) war ein österreichischer Gymnasiallehrer, germanistischer Mediävist und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1894 am Schottengymnasium Wien studierte Edmund Wießner von 1895 bis 1901 Germanistik, Klassische Philologie und Philosophie an der Universität Wien. Im Jahre 1900 promovierte er dort bei Richard Heinzel und legte 1901 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab. Von 1901 bis 1935 war er als Gymnasiallehrer im Schuldienst tätig und zwar in Wien und Marburg/Drau. Von 1922 bis 1939 unterrichtete er als Lektor für deutsche Sprache (für Nichtdeutsche) an der Universität Wien und habilitierte sich 1927. Von 1929 bis 1939 lehrte er als Privatdozent, seit 1933 bzw. 1939 als außerordentlicher (außerplanmäßiger) Professor für Ältere Deutsche Sprache und Literatur.
Im Bereich der germanistischen Mediävistik beschäftigte sich Edmund Wießner vor allem mit Neidhart von Reuental und Heinrich Wittenwiler, ihren Liedern und Schriften, deren Ausgaben und Worterläuterung.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Über Ruhe- und Richtungskonstruktionen mittelhochdeutscher Verba, untersucht in den Werken der drei großen höfischen Epiker, im Nibelungenlied und in der Gudrun. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, Bd. 26 (1901), S. 367–566 u. Bd. 27 (1901), S. 1–68 (Dissertation Universität Wien).
- Neidhart und das Bauernturnier in Heinrich Wittenwilers Ring. In: Gustav Ehrismann u. a.: Festschrift Max H. Jellinek. Österr. Bundesverl. für Unterricht, Wiss. u. Kunst, Wien 1928, S. 191–208.
- Urkundliche Zeugnisse über Heinrich von Wittenwil. In: Harry Maync (Hrsg.): Festgabe Samuel Singer. Mohr, Tübingen 1930, S. 98–114.
- (Mitbearb.): Neidhart von Reuental / Lieder (= Denkmäler der Tonkunst in Österreich, Bd. 71). Universal-Ed., Wien 1930.
- (Hrsg.): Heinrich Wittenwiler / Ring. Nach der Meininger Handschrift (= Deutsche Literatur, Reihe 4, Bd. 3). Reclam, Leipzig 1931 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1964).
- (Mitbearb.): Neidhart von Reuental / Lieder. Hrsg. von Moriz Haupt. 2. Aufl. Hirzel, Leipzig 1932 (u. weitere spätere Ausgaben).
- Kommentar zu Heinrich Wittenwilers Ring. Reclam, Leipzig 1936 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1964 u. später weitere Ausgaben).
- Der Wortschatz zu Heinrich Wittenwilers "Ring". Hrsg. von Bruno Boesch. Francke, Bern 1970.
- (Hrsg.): Vollständiges Wörterbuch zu Neidharts Liedern. Hirzel, Leipzig 1954 (Nachdruck: Hirzel, Stuttgart 1989, ISBN 3-7776-0454-2).
- (Hrsg.): Der Bauernhochzeitsschwank. Meier Betz und metzen hochzit (= Altdeutsche Textbibliothek, Bd. 48). Niemeyer, Tübingen 1956.
Einzelnachweise
- ↑ Wießner, Edmund. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 2028f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).