Edgar von Schmidt-Pauli (Diplomat)
Kurt Edgar Richard Paul von Schmidt-Pauli (* 4. Oktober 1915 in Charlottenburg; † 28. Februar 2001 in Zuoz) war ein deutscher Diplomat.
Leben
Edgar von Schmidt-Pauli stammt vom 1868 in Preußen geadelten Generalkonsul Theodor Schmidt-Pauli ab. Sein Großonkel Florentin von Schmidt-Pauli auf Charlottenhof in Mecklenburg wurde Generalmajor. Er war ein Sohn des gleichnamigen Schriftstellers Edgar von Schmidt-Pauli und dessen erster Ehefrau, der Kaufmannstochter Elsa Fischer aus Bremen. Die Eltern ließen sich 1923 scheiden und der Vater heiratete erneut, mit Edith von Krogh-Beyer aus Norwegen die Tochter eines Konsuls. Die Mutter heiratete 1924 dann Walter von Radek.
Im November 1933 trat er achtzehnjährig der SS bei (SS-Nummer 203.057).[1]
Edgar von Schmidt-Pauli wurde 1940 zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert.[2] Edgar von Schmidt-Pauli absolvierte 1950 das zweite juristische Staatsexamen und trat in den auswärtigen Dienst.
1955 heiratete er in Bad Godesberg Waltraut Schmidt aus Leipzig, Tochter der Johanna Leine und des Fabrikanten Walter Schmidt. Sie haben einen 1956 in Bonn geborenen Sohn und eine 1957 in Oslo geborene Tochter.
Von 1957 bis 1960 war von Schmidt-Pauli an der Botschaft in Oslo akkreditiert, wo er 1958 zum Legationsrat erster Klasse befördert wurde. 1964 wurde er Generalkonsul in Boston, ab 1968 war er Gesandter bei der Vertretung des deutschen Beobachters bei den Vereinten Nationen in New York City.
Ende 1970 brachte der ehemalige Bundespräsident Gustav Heinemann von Schmidt-Pauli als möglichen Nachfolger für Hans Schwarzmann als Chef des Protokolls im deutschen Auswärtigen Amt in Bonn ins Spiel.[3] Diese Option wurde für von Schmidt-Pauli nicht realisiert, es folgten vielmehr die Positionen als Gesandter in der Botschaft in London (ab 1971) sowie als Botschafter in Bangkok (ab 1974) und Oslo (ab 1978). Im Oktober 1980 ging von Schmidt-Pauli in den Ruhestand.[4][5]
Ehrungen
- 1968: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
- 1980: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
Schriften
- Die Rechtsgestaltung infolge Einheit der Interessen und der Machtgestaltung bei der Gründung eines Vereins und bei Einmanngesellschaften. Zugl.: München, Juristische Dissertation. Ebering, Berlin 1940, DNB 362628823.
Literatur
- Bernd Isphording, Gerhard Keiper, Martin Kröger: Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Band 4: S. Hrsg. Auswärtiges Amt, Historischer Dienst, Verlag Schöningh, Paderborn u. a. 2012, ISBN 978-3-506-71843-3
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, u. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1959. Band IV Band 20 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg/Lahn 1959, ISSN 0435-2408, S. 436 ff.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1939. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1938. Siehe: FamilySearch.
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv NS 34/919.
- ↑ Kurt-Edgar von Schmidt-Pauli: Die Rechtsgestaltung infolge Einheit der Interessen und der Machtgestaltung bei der Gründung eines Vereins und bei Einmanngesellschaften. Zugl.: München, Jur. Diss. (= Rechtswissenschaftliche Studien. Band 86). Ebering, Berlin 1940, DNB 362628823.
- ↑ Personalien. In: Der Spiegel. 7. Dezember 1970
- ↑ Kurt Edgar von Schmidt-Pauli. In: Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911-1952). Abgerufen am 15. Juni 2025.
- ↑ Presse- und Informationsamt: Bulletin. 1975, S. 310 (Digitalisat)
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Ulrich von Rhamm | Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Bangkok/Thailand 1975–1979 | Walter Boss |
| — | Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Vientiane, Laos mit Dienstsitz in Bangkok 1975–1979 | Claus Vollers |
| Otto Erich Sigismund Heipertz | Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Oslo 1979–1980 | Johannes Balser |