Eckhard Krautzun
Eckhard Krautzun (* 13. Januar 1941 in Essen) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.
Stationen als Spieler
Als Spieler war er im Amateurbereich bei Union Solingen und dem Rheydter Spielverein (bis 1966) aktiv. Mit dem 1. FC Kaiserslautern absolvierte er als Abwehrspieler 1966/67 dann 3 Spiele in der 1. Bundesliga und ein Spiel im DFB-Pokal.[1][2]
Ausbildung
Krautzun hatte Englisch studiert,[3] bevor er seine Trainerkarriere begann. Außerdem beherrschte er zu Beginn seiner Tätigkeit vier weitere Sprachen.[1] Krautzun besitzt seit 1975 eine englische Trainerlizenz.[3] Während des Trainerseminars lernte er Alex Ferguson kennen, mit dem er seither befreundet ist.[3]
Trainerstationen
Im Dezember 1967 ging Krautzun nach Asien, wo er u. a. als Trainerassistent von Dettmar Cramer in Malaysia tätig war.[1] Im Juni 1969 ging er zu den Young Fellows Zürich, die er bis 1970 trainierte. In Deutschland arbeitete er als Trainer für den TSV 1860 München, Union Solingen, Tennis Borussia Berlin, SV Darmstadt 98, Wormatia Worms, Alemannia Aachen, SC Freiburg, VfL Wolfsburg, 1. FC Union Berlin, 1. FC Kaiserslautern, FC St. Pauli, TSG 1899 Hoffenheim und den 1. FSV Mainz 05.
Als Nationaltrainer arbeitete er in den 1970er Jahren für Kenia und Kanada, später für die Philippinen. 1975 betreute er im Auftrag der deutschen Bundesregierung Mannschaften in Colombo auf Sri Lanka.[1] Ab 2003 arbeitete er im Fußballverband der Volksrepublik China und trainierte dort Juniorenmannschaften sowie zeitweise das Olympiateam und die chinesische Nationalmannschaft der Frauen.[4]
Als Vereinstrainer war Krautzun im Ausland neben den Zürcher Young Fellows in Nordamerika für die Vancouver Whitecaps, die Houston Hurricanes und die Fort Lauderdale Strikers tätig und trainierte von 1980 bis 1981 auch Gerd Müller, der seine Trainingsmethoden auch später noch heftig kritisierte.[5] In der Folge trainierte er auch noch die Vereine Mazda Hiroshima, al-Ahli Dschidda und CS Sfaxien.
Tabellarische Übersicht
Erfolge als Trainer
1995 führte er den VfL Wolfsburg in das Finale des DFB-Pokals, zum Zeitpunkt des Endspiels war er aber nicht mehr Trainer des VfL Wolfsburg. Ein Jahr später sah es umgekehrt aus: Er konnte mit dem 1. FC Kaiserslautern diesen Wettbewerb zwar gewinnen, hatte den Verein aber nicht selbst ins Finale geführt. Den erstmaligen Abstieg des Vereins aus der Bundesliga im selben Jahr konnte er vorher jedoch nicht verhindern, deshalb blieb das Pokalfinale sein letztes Pflichtspiel als Trainer in Kaiserslautern. 1998 gewann Krautzun mit CS Sfaxien den CAF Cup.
Trivia
Im Dezember 1988 bat Anton Döbbe, der Vorsitzende von Rot-Weiss Essen, Krautzun kurzfristig um ein Gespräch. Krautzun, der in die USA fliegen wollte und ein Ticket für die Maschine nach New York gebucht hatte, entkam dadurch dem Lockerbie-Anschlag.[2]
Interviews
- Michael Horeni: Fußballtrainer Krautzun im Gespräch: „Ich konnte die totale Isolation nicht mehr ertragen“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 219, 20. September 2007, S. 34, archiviert vom am 11. Januar 2012.
- Andreas Bock: „Wir schufteten wie Sklaven auf einer Galeere“. In: 11freunde.de. 13. Oktober 2011.
Weblinks
- Eckhard Krautzun in der Datenbank von weltfussball.de
- Eckhard Krautzun in der Datenbank von fussballdaten.de
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Uli Hesse: In 80 Jahren um die Welt. In: 11freunde.de. 13. Januar 2021, archiviert vom am 24. Januar 2021; abgerufen am 14. Juni 2021.
- ↑ a b Uli Hesse: Zum 85. Geburtstag von Eckhard Krautzun: Eine Karriere, zu wild für Wikipedia. In: 11freunde.de. 13. Januar 2026, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ a b c Alex Raack: „Alec hätte Rooney entlassen“. In: 11freunde.de. 5. November 2013, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Andreas Sten-Ziemons: Krautzun: „Wir können von China lernen“. In: Deutsche Welle. 23. Juni 2017, abgerufen am 14. Juni 2021.
- ↑ Wolfgang Reuter: Teufel & Schleifer. In: Focus Online. 1. April 1996, abgerufen am 14. Juni 2021.