Ebkenssche Windmühle
| Ebkenssche Windmühle Barßel
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Ebkenssche Windmühle von der Eingangsseite | ||
| Lage und Geschichte | ||
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| Koordinaten | 53° 9′ 47″ N, 7° 44′ 52″ O
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| Standort | Deutschland | |
| Erbaut | 1892 | |
| Zustand | In Teilen funktionstüchtiges technisches Denkmal | |
| Technik | ||
| Nutzung | Getreidemühle
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| Mahlwerk | Drei Mahlgänge und eine Ölschlaganlage. | |
| Antrieb | Windmühle | |
| Windmühlentyp | Galerieholländerwindmühle | |
| Flügelart | Segelgatterflügel (früher Jalousieklappenflügel) | |
| Anzahl Flügel | 4 | |
| Nachführung | Windrose | |
| Website | Bürger- und Heimatverein Barßel e.V. | |
Die Ebkenssche Windmühle ist eine unter Denkmalschutz stehende Galerieholländer-Windmühle mit Windrose und Segelgatterflügeln. Sie steht am Mühlenweg 4 in Barßel, Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen. Das Bauwerk wurde 1892 errichtet.
Daten zur Mühle
Bauwerk
Das Bauwerk steht auf einem gemauerten Ziegelsteinsockel und hat bis zur Kappe eine Höhe von 23,50 Metern. Die Galerie liegt ca. 10,50 Meter über dem Boden. Die vier mit Segeltuch zu bespannenden Flügel werden als Segelgatterflügel bezeichnet. Die Spannweite des Flügelkreuzes beträgt 22 Meter. Zur Windrichtungsnachführung dient die sogenannte Windrose. Das ist ein kleines Flügelrad, das an der Kappe befestigt ist. Es hat einen Durchmesser von 4,10 Metern.
Funktion und Mühlentechnik
Die Leistung beträgt im Regelfall ca. 60 PS, bei Starkwind können es 80 PS sein. Es gibt 3 Mahlgänge, zwei zum Schroten und einer zur Mehlherstellung. Außerdem weist die Mühle eine Ölschlaganlage auf, mit der man Öl aus Rübsamen gewinnen kann. Die Zahnräder und Wellen sind nicht mehr wie früher üblich aus Holz, sondern aus Schmiedeeisen bzw. Eisenguss gefertigt. Insofern stellt die Mühle ein Beispiel für den Übergang von Holz- zu Eisenkonstruktionen dar.
Geschichte des Mühlenbetriebs
Der erste Vorläuferbau war eine Bockwindmühle, die ca. 1720 errichtet wurde. 1852 schädigte ein Blitzschlag mit anschließendem Brand die Mühle so, dass man sie abreißen musste. Es folgte 1854 der Bau einer Holländerwindmühle mit Galerie. Der Unterbau bestand aus einem Ziegelsteinsockel mit Holzachtkant. Auch diese Mühle war von mehreren Bränden betroffen. Schließlich blieb 1890 nach einem Blitzschlag nur der Ziegelsockel erhalten. 1892 baute Friedrich Ebkens eine neue Mühle, die bis heute erhalten ist. Der gesamte Unterbau wurde massiv aus Ziegeln errichtet und um ein Stockwerk erweitert. Die Mühle erhielt drei Mahlgänge und eine Ölschlaganlage. Infolge der fortschreitenden technischen Möglichkeiten entschloss sich die Müllerfamilie, die Dampfkraft als Ergänzung zum Windantrieb zu nutzen. So entstand 1905 eine Maschinenhaus für eine Dampfmaschine, die in den 1930er Jahren durch einen Elektromotor ersetzt wurde. Die Familie Ebkens gab 1965 den regulären Mühlenbetrieb auf.
Erhalt und Nachnutzung
Das Ensemble des Mühlenbetriebs blieb vollständig erhalten. Es besteht aus der Mühle, dem Maschinenhaus und dem Müllerhaus. 1979 pachtete die Gemeinde Barßel das Ensemble von der Erbengemeinschaft Ebkens, das Jahr war zugleich der Beginn der Restaurierung, 2019 wurde das gesamte Ensemble Eigentum der Gemeinde. Umfangreiche Sanierungsarbeiten am Mauerwerk im Jahr 2023 wurden von der Gemeinde finanziert.
Die Mühle ist im Sommerhalbjahr jeden zweiten Sonntag geöffnet, Führungen sind nach Vereinbarung möglich. In der Mühle können Trauungen stattfinden (Stand 2025). Ein ehrenamtliches Mühlenteam des Bürger- und Heimatvereins Barßel e.V. kümmert sich um den Erhalt des Kulturdenkmals.
Galerie
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Eingangsbereich der Mühle
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Maschinenhaus
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Müllerhaus
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Gusseiserne Mechanik
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Zahnrad-Winkelgetriebe
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Windantrieb für den Lastenfahrstuhl