Eberhard Heydel
Eberhard Heydel (* 23. März 1872; † 21. Februar 1926 in Hamburg[1]) war ein deutscher Konteradmiral der Reichsmarine.
Leben
Eberhard Heydel trat am 10. April 1891 in die Kaiserliche Marine ein.[2] Nachdem er das Zeugnis der Reife zum Seekadetten auf Grund des erfolgreichen Besuches der Marine-Schule in Kiel erhalten hatte[3], wurde er am 11. April 1892 vom Kadetten zum Seekadetten befördert[4] und kurze Zeit später auf die Gneisenau zur weiteren Ausbildung kommandiert.
Am 20. September 1894 wurde er an Bord der Kaiserlichen Jacht SMY Hohenzollern (II) zum Unterleutnant zur See ernannt.[5] Mit diesem Dienstgrad zählte er nacheinander zur Besatzung des Panzerschiffes Sachsen[6] und des Kanonenbootes Habicht.[7] Zu den im Schloss des kaiserlichen Gutes in Cadinen am 8. Oktober 1902 beförderten Seeoffizieren gehörte der danach als Flaggleutnant beim Stab des Kreuzergeschwaders dienende Heydel. Er hatte die Funktion des Adjutanten des Geschwaderchefs vom Ostasiengeschwader und wurde infolge zum Kapitänleutnant ernannt.[8]
Zu einem Fortbildungslehrgang an der Marine-Akademie in Kiel wurde er im Jahre 1903 kommandiert.[9] Nach Absolvierung des so genannten I. Coetus konnte er 1904 die Teilnahme an weiterführenden Lehrveranstaltungen für Marine-Offiziere in einem zweiten Studienjahr (II. Coetus) unter Leitung des Direktors Konteradmiral Ludwig Borckenhagen fortsetzen.[10] Danach stand er der aktiven Schlachtflotte zur Verfügung.[11]
Er wurde ab Herbst 1907 zum Admiralstab des Befehlshabers der Aufklärungsschiffe versetzt.[12]
Im Rang eines Fregattenkapitäns arbeitete er zunächst ab Herbst 1911 im Admiralstab der Kaiserlichen Marine.[13] Zum Korvettenkapitän erfolgte seine Beförderung am 12. April 1913.[14]
Am 16. Oktober 1915 wurde er zum Kapitän zur See befördert.[2] Nachdem er als Dezernent im Admiralstab bis Dezember 1917 gedient hatte[15], wurde er im selben Jahr Abteilungschef für den westlichen Kriegsschauplatz in der Operativen Gruppe des Admiralstabs. Anschließend war er von Juni bis November 1918, vertreten im August/September 1918, Kommandant der Oldenburg. Im August/September 1918 war er Kommandant der Helgoland.
Nach dem Krieg wurde er in die Reichsmarine übernommen und hier am 4. März 1920 mit dem Charakter als Konteradmiral aus der Marine verabschiedet. Er befasste sich neben seiner zivilen Berufstätigkeit bei einem Wirtschaftsunternehmen militärhistorisch mit dem Seekrieg innerhalb des Ersten Weltkrieges. Die späteren Admirale der Kriegsmarine Max Bastian sowie Otto Groos und weitere Kriegsteilnehmer veröffentlichten mit ihm 1922 erstmals ihre Erkenntnisse in der Weimarer Republik.[16] Seine Wohnung hatte er ab Oktober 1911 in Berlin-Charlottenburg. Zuvor wohnte er mit seiner Ehefrau in Wilhelmshaven.[17] In Berlin wurde er zuletzt um 1920 aufgeführt.[18] Bereits im Herbst 1918 hatte er sich entschlossen, nach Norddeutschland umzuziehen und veröffentlichte als Kpt. z. S. Heydel, Kommandant S.M.S. Oldenburg Such-Anzeigen für ein Wohn- oder Einfamilienhaus in Regionalzeitungen.[19][20]
Im Alter von 54 Jahren verstarb der Konteradmiral a. D.[1] nach einer Operation. In einem Nachruf wurde seine Freundlichkeit und Güte als Handelsvertreter sowie die Verbundenheit mit der letzten Arbeitsstelle, einer Hamburger Firma, gewürdigt.
Auszeichnungen (Auswahl)
- Die Königliche Krone zum Roten Adlerorden 4. Klasse wurde ihm im Jahre 1909 verliehen, als er Admiralstabsoffizier beim Stab des Befehlshabers der Aufklärungsschiffe war.[21]
- Den Königlichen Kronenorden dritter Klasse bekam er im September 1912 als Fregattenkapitän im Admiralstab der Marine.[22]
- Den Königlichen Kronenorden zweiter Klasse mit Schwertern erhielt er im Rang eines Kapitäns zur See im Juni 1918.[23]
Werke (Auswahl)
- Der Seekrieg. Der Krieg um die Kolonien [u. a.]. 1922, DNB 364028513, OCLC 1220901072
Literatur
- Marine-Offizier-Verband (Hrsg.), Albert Stoelzel: Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine. 1914–18. Thormann & Goetsch, Berlin 1930, S. 134.
Weblinks
- Ordensverleihungen Kaiserliche Marine 1909, darunter Admiralstabsoffizier Heydel: Militär-Wochenblatt, Bd. 94, (Nr. 93), S. 2106
- Bildnis 1903 Flaggleutnant Heydel
- Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine, 1914–1918 Heydel
- Traueranzeige Eberhard Heydel, Konter-Admiral a. D.: Hamburger Fremdenblatt (Abendausgabe), Nr. 55, 24. Februar 1926, S. 4
Einzelnachweise
- ↑ a b Kölnische Zeitung (Erste Morgen-Ausgabe), 25. Februar 1926, S. 3, Sp. 1, OCLC 1367320198
- ↑ a b Kriegsmarine: Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine für das Jahr ... E.S. Mittler und Sohn, 1916, S. 13 (google.com [abgerufen am 26. Januar 2022]).
- ↑ Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 89, 14. April 1892, S. 1, Sp. 2
- ↑ Marine-Rundschau. E.S. Mittler, 1892, S. 219 (google.com [abgerufen am 26. Januar 2022]).
- ↑ Militär-Wochenblatt. E.S. Mittler., 1894, S. 2183 (google.com [abgerufen am 26. Januar 2022]).
- ↑ Rangliste der Kaiserlich preußischen Marine für das Jahr 1896 (Abgeschlossen am 30. November 1895), Berlin [1905], S. 18, 81, 1000856425
- ↑ Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 296, 27. August 1897, S. 7, Sp. 2. [„Auf der westafrikanischen Station“], OCLC 1367297284
- ↑ Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, 15. Oktober 1902, S. 1, Sp. 1. OCLC 643582737
- ↑ Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 144, 23. Juni 1903, S. 2, Sp. 3
- ↑ Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 204, 31. August 1904. 2. Beilage, Sp. 1
- ↑ Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 56, 7. März 1905, S. 2, Sp. 1
- ↑ Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 146, 25. Juni 1907, Beilage, Sp. 3
- ↑ Gerhard Granier: Die deutsche Seekriegsleitung im Ersten Weltkrieg. [Dokumentation] Bd. 3, Koblenz (2000), S. 42, Fn. 4, 116, 307, Fn. 1, ISBN 3-89192-098-9.
- ↑ Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, 17. April 1913, Erste Beilage, Sp. 2 [Kaiserliche Marine]. OCLC 643582737
- ↑ Albert Hopman: Das ereignisreiche Leben eines "Wilhelminers". Tagebücher, Briefe, Aufzeichnungen 1901 bis 1920, Berlin/Boston 2004, ISBN 978-3-486-59483-6, S. 1206, OCLC 1476143776
- ↑ Vierter Band von Der grosse Krieg 1914-1918 in zehn Bänden: "Der Seekrieg", DNB 364028513, Inhaltsverzeichnis
- ↑ Ostfriesenstraße 43 in Wilhelmshaven, Wilhelmshavener Tageblatt, 19. Januar 1911, Anzeigenseite, Rubrik Offene Stellen, OCLC 648774481
- ↑ Berliner Adressbuch, Ausgabe 1920, Teil I, S. 1054, Sp. 4, Charlottenburg, Kaiserdamm 102, Kapitän z. See
- ↑ Jeversches Wochenblatt. Friesisches Tageblatt, 22. Oktober 1918, S. 4, OCLC 1235878295
- ↑ Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 219, 1. Beilage, 22. Oktober 1918, S. 3, Anzeigenseite
- ↑ Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, 22. Juli 1909, S. 1, Sp. 1, OCLC 643582737.
- ↑ Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger (Abends), Nr. 226, 21. September 1912, S. 1, Sp. 3, OCLC 643582737.
- ↑ Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger (Abends), Nr. 148, 25. Juni 1918, S. 1, Sp. 1, OCLC 643582737.